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Ô-Brakteat, 6./8. Jahrhundert; 0,78 g.

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ANONYM

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Losnummer 1244




Schätzpreis: 500,00 €
Zuschlag: 400,00 €


Ô-Brakteat, 6./8. Jahrhundert; 0,78 g. Zwei drapierte Büsten v. v. mit Krone. Lin Ying, Solidi in China and Monetary Culture along the Silk Road, in: The Silk Road 3/2 (2005), S. 16 ff. Gruppe 3.


Von großer Seltenheit. Gewellt, sehr schön-vorzüglich

Es handelt sich bei dem vorliegenden Stück um eine zentralasiatische Nachprägung eines byzantinischen Solidus. Das Stück war sicher nie als Zahlungsmittel, sondern von Anfang an für Schmuckzwecke gedacht, wie das niedrige Gewicht zeigt.
Im Bereich der Seidenstraße, z. B. in Khotan im Uigurischen autonomen Gebiet Xinjiang im äußersten Westen der Volksrepublik China, wurden solche Imitationen römischer und byzantinischer Solidi gefunden. Vergl. Rheinisches Landesmuseum Bonn, Geld aus China, Köln 1982, S. 96, Abb. 7 (Imitationen frühbyzantinischer Solidi aus Khotan). Die Funde solcher imitativer Solidi, auch in China, stehen meist im Zusammenhang mit Sogdiern, bei denen spätrömische/byzantinische Goldmünzen einen hohen Stellenwert besaßen und für verschiedene Zwecke verwendet wurden (z. B. als Schmuck, Grabbeigabe im Mund eines Verstorbenen oder beim Neujahrsfest), siehe Lin Ying, Sogdians and Imitations of Byzantine Gold Coin Unearthed in the Heartland of China, in: Webfestschrift Marshak 2003, http://www.transoxiana.org/Eran/Articles/lin_ying.html (letzter Zugriff 13. April 2016) und Qiang Li, Roman Coins discovered in China and their Research, in: Eirene. Studia Graeca et Latina LI (2015), S. 279 ff.