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Johann III. Sobieski, 1674-1696. Silbermedaille o. J. (um 1683), Hirsch vergl. 26, -; H.-Cz. 2519, vergl. 2462.

EUROPÄISCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN
POLEN, KÖNIGREICH

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Losnummer 1578




Schätzpreis: 200,00 €
Mindestgebot: 200,00 €


Auf eLive-Auction.com bieten
Johann III. Sobieski, 1674-1696.
Silbermedaille o. J. (um 1683), unsigniert, auf die Belagerung und den Entsatz von Wien und auf seinen Sieg über die Türken. Brustbild r. mit Lorbeerkranz und umgelegtem Mantel//Türke sitzt gefesselt am Boden. 17,76 mm; 2,23 g. Dazu: Einseitige Silbergußmedaille, nach J. Höhn, auf denselben Anlaß. Ansicht der belagerten Stadt, von der Leopoldstadt aus gesehen; oben zerbrechen zwei Adler, von denen der eine die kaiserliche, der andere die polnische Krone trägt, einen Halbmond; unten Kartusche mit Schrift, zu den Seiten kauert je ein gefesselter Türke. 46,66 mm; 30,32 g. Hirsch vergl. 26, -; H.-Cz. 2519, vergl. 2462.

RR 2 Stück., Hübsche Patina, vorzüglich und Felder geglättet, sehr schön

Exemplar der Auktion Gorny & Mosch 197, München 2011, Nr. 7017 (Silbermedaille).
Exemplar der Auktion UBS 61, Zürich 2004, Nr. 1711 (einseitiger Guß).

Sultan Mehmed IV. trat nach rund 20jähriger Friedenszeit mit dem römisch-deutschen Kaiser Leopold I. wieder in den Krieg. Eine große türkische Streitmacht brach am 31. März 1683 unter Führung von Großwesir Kara Mustafa von Konstantinopel auf, um sich über Ungarn Richtung Wien zu bewegen. Auf seinem Weg durch das heutige Bulgarien, Serbien und Ungarn vereinte sich das Heer mit weiteren türkischen Einheiten und rekrutierte tartarische, siebenbürgische und andere Hilfstruppen, so dass insgesamt nahezu 200.000 Soldaten in Diensten des türkischen Sultans in Richtung Wien marschierten. Am 13. Juli zogen die Türken vor der Kaiserstadt auf, begannen am 14. mit der Beschießung, eröffneten bereits am 15. die Laufgräben und konnten am 16. Juli den Umlagerungssring schließen. Schon neun Tage zuvor hatte Kaiser Leopold I. seine Residenzstadt mit Gefolge verlassen. Die vom Feldzeugmeister Ernst Rüdiger Graf Starhemberg befehligten Verteidiger zählten 11.000 Soldaten und 20 Kompanien wehrfähiger Bürger sowie 3 Studentenkompanien. Ihre 200 Geschütze und Ausfallsattacken halfen, die Angriffe des Gegners immer wieder abzuwehren. Im September verschlechterte sich die Lage der Eingeschlossenen infolge Hungers und Seuchen. Hilfe kam durch das von dem kaiserlichen Feldherrn Karl V. Leopold, Herzog von Lothringen, geführte Entsatzheer, das sich bereits seit Mitte des Jahres während des Türkenanmarsches auf Wien aus Streitkräften des Kaisers und des Reiches zum Beistand formiert hatte, sowie durch eine 20.000-26.000 Soldaten umfassende Streitmacht des polnischen Königs Johann III. Sobieski. Die ca. 65.000 Alliierten, bestehend aus Infanterie- und Kavallerieeinheiten sowie aus den Mannschaften für die rund 200 mitgeführten Geschütze, besetzten am 11. September den Kahlenberg, einen günstig gelegenen strategischen Höhenzuges des Wienerwaldes, der einen guten Blick auf das Terrain bot. Im Angesicht der angerückten abendländischen Streitmacht beging Kara Mustafa den Fehler, einen Teil seiner Armee in den Belagerungsstellungen zu belassen, um die Stadt weiter anzugreifen und den anderen Teil seines Heeres gegen das Entsatzheer zu positionieren. Die Entscheidungsschlacht begann frühmorgens am 12. September 1683 durch den Angriff des Entsatzheeres. Die ausschlaggebende Wende kam am frühen Nachmittag mit dem Vorstoß der polnischen Armee, der die Osmanen schwer traf. Die Einheiten Karls von Lothringen konnten sodann den rechten Flügel der Türken zerschlagen und ins Zentrum des Gegners vorstoßen, der nun sein Heil in der Flucht suchte. Gegen 17 Uhr drang Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (genannt Türkenlouis) mit zwei Dragonerregimentern bis vor das Schottentor vor, wo sie zusammen mit einem Ausfallkommando der Verteidiger den hier verbliebenen Belagerungstruppen den letzten Stoß zufügten. In ungeordneter Flucht endete das ehrgeizige Vorhaben von Kara Mustafa und seinen Männern, Wien zu erobern. Erst hinter der ungarischen Grenze sammelten sich die Türken wieder in militärischer Ordnung. Nach 62 Tagen harten Kampfes, großer Verluste und Verwüstungen war die Stadt befreit.