ANTIKE - ALLGEMEIN BEGER, L.
ANTIKE - ALLGEMEIN BEGER, L.
Schätzpreis : 900 €
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Meine Notizen
Beschreibung
Lorenz Beger (* 1653 in Heidelberg, † 1705 in Berlin) widmete sich an der Universität Heidelberg zunächst dem Studium der Theologie, verlegte sich aber dann auf die Rechtswissenschaften, in denen er 1675 das Lizentiat erwarb. Seine erste berufliche Beschäftigung fand er als Bibliothekar in Heidelberg am Hofe Pfälzer Kurfürsten Karl I. Ludwig. Bald darauf wurde ihm dort auch die Betreuung der fürstlichen Sammlung von geschnittenen Steinen und Münzen übertragen. Zu seinen Obliegenheiten zählten auch die Erstellung eines Katalogs der herrschaftlichen Antikensammlung mit dem Titel "Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus", der 1685 erschien. Die von Beger betreute Sammlung gelangte nach dem Ableben seines kurfürstlichen Arbeitgebers infolge von Erbverträgen in den Besitz von Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg, der sie in die die kurfürstlich-brandenburgische Kollektion einverleibte. Doch nicht nur die Sammlungsobjekte fanden eine neue Heimat, sondern auch ihr Kustos. Beger siedelte nach Berlin über, wo er 1686 die Stelle als Antiquar der Sammlungen und Zweiter Bibliothekar der Bücherbestände am Hofe Friedrich III, von Brandenburg übernahm. Ab 1688 betreute und leitete Beger dort das Antikenkabinett und erhielt 1693 den Posten als Oberaufseher der gesamten kurfürstlichen Kunst- und Raritätenkammer, den er bis zu seinem Ableben kenntnisreich versah (Friedrich von Kenner, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Band 2, Leipzig 1875, S. 271 f). Die Früchte seiner intensiven Beschäftigung mit den darin befindlichen antiken Steinschneidearbeiten, Münzen und künstlerischen bzw. kunstgewerblichen Hinterlassenschaften der Antike schlugen sich nur wenige Jahre später in seinem Werk "Thesaurus Brandenburgicus selectus" nieder. Für die Herstellung dieser in drei Teilbänden verausgabten Veröffentlichung wurden unter anderem auch fast sämtliche ebenfalls nach Berlin gelangten kupfernen Druckplatten seines in seiner Heidelberger Zeit 1685 herausgegeben "Thesaurus ex Thesauro Palatino selectus" verwendet (Sepp-Gustav Gröschel. Lorenz Beger, Thesaurus Brandenburgicus selectus III. Archäologie am Hofe Friedrichs Bd. I-III. In: Jahrbuch der Berliner Museen 24, 1982, S. 227–245; Hildegard Vieregg. Vorgeschichte der Museumspädagogik. Dargestellt an der Geschichte der Museumsentwicklung in den Städten Berlin, Dresden, München und Hamburg bis zum Beginn der Weimarer Republik, Münster/Hamburg 1991, S. 10-12). Im 1696 erschienenem ersten Band des "Thesaurus Brandenburgicus", publizierte und besprach Beger antike Steinschneidearbeiten sowie Münzen der antiken griechischen Welt, in thematische Sachgruppen gegliedert. Sein 1698 herausgegebener zweiter Band widmete sich hingegen den Münzen der Römischen Republik sowie den Reichs- und Provinzialprägungen der Römischen Kaiserzeit. In dem 1701 herausgegebenen dritten Band des Beger'schen Hauptwerks werden ausschließlich nichtnumismatische Objekte der Antike aus der Berliner Sammlung behandelt.
Recto auf vorderem fliegenden Vorsatzblatt beider Einbände der handschriftliche Besitzereintrag J. B. Van de Mortel 1798. Der Genannte dürfte identisch sein mit Johannes Benedicts Josephus Van de Mortel (* 1751 in Hertogenbosch, † 1801 in Xanten). Als nachgeborener Sprössling eines niederländisch-belgischen Patriziergeschlechts trat er in den geistlichen Stand ein und verstarb als Kanoniker des Stifts St. Viktor in Xanten (A. F. van Beurden, Het geslacht van de Mortel, Roermond 1896, S. 16).
Auf dem Vortitelblatt eine in klassizistischer Manier (Schrifttafel auf einer mit einer Girlande behangenen Kartusche) gestaltete Stempelung mit der Aufschrift BIBL. GYMN. / CATV. Auf den Spiegeln der Vorderdeckel ist ferner ein gedrucktes Etikett eben jener Gymnasialbibliothek angebracht worden.
Im 20. Jahrhundert wurde ein Blatt der Vorsätze und die Titelseite mit zwei rechteckigen Stempelvarianten der Bibliothek des St. Aloisius-Kollegs den Haag gekennzeichnet [Bibliotheek Aloysius-College / s'Gravenhage.] Diese schulische Einrichtung wurde 1917 von Jesuiten gegründet und bestand bis zum Jahre 2016.
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