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Auktionsvorbericht: Künker offeriert die Sammlung Ottar Ertzeid mit Münzen der Schwedischen Besitzungen

13. Dezember 2016 17:00


Am 2. Februar 2017 hält das Auktionshaus Künker seine traditionelle Berlin-Auktion im Rahmen der World Money Fair ab. Es wird ein anstrengender Tag, denn das Programm ist eng getaktet. 713 exquisite Münzen aus aller Welt werden in Katalog 285 angeboten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den nordischen Ländern, USA, Russland, dem Römisch-Deutschen Reich und Sachsen. Es folgt Katalog 286 mit der Sammlung Ottar Ertzeid von Münzen der Schwedischen Besitzungen. Der erste Teil dieser Auktion mit 250 Nummern wird als Saalauktion durchgeführt. Der zweite Teil wird als eLive Premium Auction am 7. Februar ab 18.00 im Internet aufgelöst. Den Abschluss macht eine weitere eLive Premium Auction mit der Sammlung Toni Barth von deutschen Münzen ab 1871 in selten gesehener Qualität. Sie wird am 8. Februar ab 18.00 angeboten.

Auktion 285: Numismatische Raritäten aus aller Welt | Russische Münzen und Medaillen

Es ist schwer, sich zu entscheiden, welche Höhepunkte aus Auktion 285 man hervorheben soll, denn wie jedes Jahr ist die Berlin-Auktion voll von Raritäten aus aller Welt. Aus den Niederlanden zum Beispiel werden nur 16 Stücke angeboten, darunter aber ist ein uniker Gulden des Jahres 1807, geprägt in Utrecht, unter der kurzlebigen Herrschaft von Napoleons Bruder Louis. Der fast stempelglänzende Erstabschlag ist mit 60.000 Euro geschätzt.

Oder nehmen Sie die Abteilung Schweiz mit „nur“ einem Dutzend Losen. Sie finden dort eine Probe zum Berner Konkordatstaler von 1826 in Silber, von der nur 75 Exemplare hergestellt wurden (Taxe: 15.000 Euro), eine Luzerner Doppelduplone von 1796 (Taxe: 12.500 Euro), die prachtvolle Goldmedaille zu 20 Dukaten mit der großartigen Darstellung von Schaffhausen und Rheinfall (Taxe: 50.000 Euro), eine Doppelduplone der Helvetischen Republik von 1800 (Taxe: 10.000 Euro) sowie das begehrte Vreneli zu 100 Franken von 1925 (Taxe: 12.500 Euro).

Gleich, welches Gebiet Sie sammeln, es ist zu erwarten, dass sich eine Seltenheit aus genau diesem Gebiet in Auktion 285 befindet. Dies gilt besonders für die frühe Goldprägung der Vereinigten Staaten. Ob „Capped Bust“ nach rechts, ob „Capped Bust“ nach links, ob „Indian Princess“, „Classic Head“, „Liberty“ oder „Indian Head“, alle frühen Typen sind vorhanden, sogar eine Probeprägung von 1879 zum äußerst seltenen 4 Dollar „Stella, flowing hair“ (Taxe: 40.000 Euro).

Unbestreitbarer Höhepunkt der Abteilung USA ist eine goldene Kongressmedaille, eine der beiden höchsten zivilen Auszeichnungen, die die Vereinigten Staaten von Amerika zu vergeben haben. Erstmals wurde sie im Jahr 1776 an George Washington verliehen. Aber auch Orville und Wilbur Wright, Charles Lindbergh, Thomas Alpha Edison und Walt Disney erhielten diese hohe Ehrung. Das bei Künker angebotene Stück ist Alexander Macomb gewidmet, der während des Zweiten Unabhängigkeitskrieges bei Plattsburgh mit 1.500 Soldaten und einigen Milizen den 10.531 Männern des englischen Kommandanten George Prevost erfolgreich Widerstand leistete und so einen wichtigen Beitrag zum amerikanischen Sieg leistete. Das einzigartige Stück von höchster historischer Bedeutung ist mit 150.000 Euro geschätzt.

Wer meint, das könne nun nicht mehr übertroffen werden, der muss nur umblättern, bis er zu den Prägungen des Römisch-Deutschen Reiches kommt. Was da an Goldmünzen zusammengestellt ist, erstaunt. 10 Dukaten Wien 1657 (Taxe: 50.000 Euro), 10 Dukaten Breslau 1663 (Taxe: 100.000 Euro), 10 Dukaten Hall 1690 (Taxe: 30.000 Euro), 5 Dukaten Graz 1690 (Taxe: 50.000 Euro) und 10 Dukaten Klausenburg 1696 (Taxe: 40.000 Euro), selten sieht man so ein Ensemble! Vor allem der Schwerpunkt auf der Münzstätte Prag ist ungewöhnlich. Auch die Moderne ist vertreten mit einem Set von drei Probemünzen, die im Jahr 1855 zur Einführung der Goldwährung ausgegeben wurden (Taxe: 60.000 Euro).

Altdeutschland hat ebenfalls viel zu bieten. Das fängt mit einigen spektakulären Lösern an, wie einem Löser der Welfen zu 8 Reichstalern, geprägt 1654 in Clausthal. Das wohl unike Stück zeigt unter dem springenden Welfenross eine Stadtansicht von Celle (Taxe: 100.000 Euro). Zahlreiche Prägungen sind mit der Reformation verbunden, so zeitgenössische Münzen wie ein vom Schmalkaldischen Bund ausgegebener Doppeltaler von 1545 auf die Gefangennahme des Herzogs Heinrich von Braunschweig (Taxe: 10.000 Euro) oder spätere Gedenkprägungen auf die Reformationsjubiläen, wie ein dicker doppelter Reichstaler der Stadt Magdeburg mit den Porträts von Hus und Luther, ausgegeben 1617 (Taxe: 35.000 Euro).

Der Löwenanteil der altdeutschen Gepräge kommt aus Sachsen und bietet – man ist nicht überrascht – eine große Zahl bedeutender Raritäten, so ein 5 Dukaten-Stück in der Tradition der Portugalöeser, geprägt 1614 in Dresden (Taxe. 50.000 Euro) oder ein 3facher Dukat Augusts des Starken, geprägt 1721 ebenfalls in Dresden (Taxe: 40.000 Euro).

Und damit kommen wir zu Russland, wo wir nun endgültig die am höchsten geschätzte Münze der Auktion finden, einen Rubel Peters des Großen aus der Sammlung Hutten-Czapski von 1707, geprägt im Moskauer Münzhof Kadashevsky (Taxe: 250.000 Euro). Er ist nur eines von vielen seltenen Stücken. Nennen wir an dieser Stelle nur stellvertretend einen Dukat 1752 der Zarin Elisabeth, hergestellt 1752 im Moskauer Roten Münzhof (Taxe: 50.000 Euro) und einen perfekten 5fachen Rubel Peters III. von 1762 aus St. Petersburg (Taxe: 30.000 Euro).

 

Auktion 286: Sammlung Ottar Ertzeid: Prägungen der Schwedischen Besitzungen

Und wer jetzt glaubt, das sei’s gewesen, der mache sich bereit für die nächsten 300 Stücke aus der Sammlung Ottar Ertzeid von Prägungen der Schwedischen Besitzungen. Es handelt sich um eine großartige, während 40 Jahren zusammengetragene Sammlung. Man findet darin nicht nur Spitzenstücke im fünfstelligen Bereich, sondern auch Kleinmünzen mit einer Schätzung ab 10 Euro. Während die Raritäten in der Saalauktion am 2. Februar versteigert werden, kommen die vielen Kleinmünzen in der eLive Premium Auction am 7. Februar zum Ausruf.

Wir beschränken uns hier auf einige der großen Seltenheiten, so auf einen 10fachen Dukaten aus Elbing von Karl X. Gustav mit der Jahreszahl 1658 (Taxe: 25.000 Euro), einen 4fachen Dukaten 1634, geprägt  in Stockholm auf die Beisetzung Gustav Adolfs II. am 22. Juni 1634 (Taxe: 20.000 Euro) und einen zweifachen Dukaten 1633 auf dessen Tod, ausgegeben in Erfurt im Jahr 1633 (Taxe: 15.000 Euro).

 

Auktion 287: Sammlung Toni Barth: Deutsche Münzen ab 1871

Last but not least findet eLive Premium Auction 287 statt mit einem Angebot an deutschen Kleinmünzen, wie es nur selten auf den Markt gekommen ist. Der Sammler, Toni Barth, konzentrierte sich viele Jahrzehnte lang auf die deutschen Kleinmünzen nach 1871, und er hat mit einer unglaublichen Geduld und Kenntnis ein Ensemble zusammengetragen, wie es man in dieser Qualität nur selten sieht. Gerade die Kleinmünzen, die viel umgelaufen sind, werden nur selten in Polierter Platte angeboten. In der Sammlung Toni Barth ist Polierte Platte die Standarderhaltung. Viele Stücke könnten um die Auszeichnung des besten erhaltenen Exemplars konkurrieren.

Das Spektrum reicht von 1 Mark 1875 J in PP mit einer in allen Farben des Regenbogens schimmernden Patina über 50 Rentenpfennig 1923 J in PP bis hin zu 5 DM 1958 J in PP.

Die Leidenschaft des Sammlers waren Verprägungen, und so werden eine Partie von knapp 70 Losen mit Verprägungen angeboten, die einen tiefen Einblick in die Prägetechnik der letzten 100 Jahre geben. Die Schätzungen liegen dafür zumeist bei 75 Euro, wobei dies als Startpreis verstanden werden muss. Es wurden noch nie so viele Verprägungen auf einmal versteigert, so dass niemand weiß, welche Zuschläge möglich sind.