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Münzen und Medaillen aus Übersee (16.-21. Jahrhundert)


Während beispielsweise in China und Japan bereits frühzeitig Münzgeld in Gebrauch war, handelte es sich bei weiten Teilen des asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Kontinents am Beginn des 16. Jahrhunderts noch um „unmonetarisierte Zonen“.

Südafrikanische Republik. 1/2 Pound 1892.
Südafrikanische Republik. 1/2 Pound 1892. Zuschlag: 2.500 Euro.

In Afrika war der Münzumlauf bis in die Neuzeit relativ gering und verschiedene prämonetäre Formen (Stein- und Muschelgeld) dienten als Zahlungsmittel. Münzen kamen oftmals erst im Gepäck der Kolonialmächte von Übersee in diese Regionen und die ersten Prägungen sind dementsprechend Kopien von Münzen des Mutterlandes mit Beizeichen zur Kennzeichnung des überseeischen Herkunftslandes.

Spanisches Weltreich. 8 Reales 1661, Peru; mit Gegenstempel der spanischen Niederlande.
Spanisches Weltreich. 8 Reales 1661, Peru; mit Gegenstempel der spanischen Niederlande. Zuschlag: 750 Euro.

So entfaltete das spanische Weltreich im 16./17. Jahrhundert eine umfangreiche Münzprägung in Südamerika, die heute ein reizvolles und weitläufiges Sammelgebiet für Münzen von Übersee darstellt. Manches Geld war auch nur zum Umlauf in den Kolonien bestimmt und ist heute dementsprechend selten. In den nordamerikanischen Kolonien war überseeisches Metallgeld teilweise sogar derart knapp, dass sich das Papiergeld hier aus Mangel an Alternativen besonders schnell durchsetzen konnte.

Mit der Erlangung der Unabhängigkeit begann die eigenständige Münzprägung vieler ehemaliger Kolonien, die in ihren Münzbildern oftmals Symbole der neu erlangten Freiheit verwendeten – man denke nur an die amerikanische Liberty oder die mexikanische Freiheitskappe. Dabei blieb die Münzprägung in der Regel sowohl im Bild als auch in den Nominalen zunächst europäisch beeinflusst. Rückgriffe auf die eigene vorkoloniale Vergangenheit finden sich erst spät auf den Münzen. Auch wurden einige Münzsorten wie die britischen, amerikanischen und japanischen Trade-Dollar speziell für den Handel in Südost- und Ostasien geprägt. Die wohl bekannteste Handelsmünze des 18. Jahrhunderts war der österreichische Maria-Theresien-Taler, der aus Übersee in großen Mengen nach Afrika exportiert und dort gegengestempelt wurde.

USA. 20 Dollars 1908, Philadelphia.
USA. 20 Dollars 1908, Philadelphia. Zuschlag: 1.200 Euro.

Heute prägen viele der Staaten in Übersee reizvolle Anlagemünzserien in Silber, Gold oder Platin, die für viele Sammler den Einstieg in die Welt der Numismatik eröffnet haben. Als Stichworte seien an dieser Stelle nur einmal der südafrikanische Krügerrand oder der australische Nugget genannt.

Holen Sie sich ein Stück der großen weiten Welt im Münzbild aus Übersee nach Hause und erleben Sie die spannende überseeische Münzgeschichte Lateinamerikas, Südafrikas oder Indiens.

Einführungsliteratur

  • Krause Publications (Krause/Mishler), Standard Catalog of World Coins (1601-Date), 5 Bände, Iola 2012 (jährlich aktualisierte Auflage).
  • Friedberg, A. L. / Friedberg, I. S.: Gold Coins of the World. From ancient times to the present, 8. Auflage, Clifton 2009.
  • Schön, G. / Schön, G.: Weltmünzkatalog 20.-21. Jahrhundert (1900-2012), 41. Auflage, Regenstauf 2013 (jährlich aktualisierte Auflage).
  • Schön, G. / Kahnt, H.: Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert (1801-1900), 16. Auflage, Regenstauf 2013 (jährlich aktualisierte Auflage).
Die angeführten Kataloge können lediglich einen Überblick zum Sammelgebiet der überseeischen Münzen vermitteln. Zu den einzelnen Ländern und Regionen existiert eine Vielzahl an Spezialkatalogen für den interessierten Sammler.

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