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Johann Adolf, 1590-1616. Portugalöser (10 Dukaten) o. J., Eutin. Lange 261 a; Behrens 851 b; Fb. 1502 var. (unter Lübeck).

GERMAN COINS AND MEDALS
SCHLESWIG-HOLSTEIN, HOLSTEIN-GOTTORP, HERZOGTUM

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Lot number 124




Estimated price: 150,000.00 €
Minimum bid 120,000.00 €


Johann Adolf, 1590-1616.
Portugalöser (10 Dukaten) o. J. Eutin. Prägung als Bischof von Lübeck. 34,86 g.  IOHAN Û ADOLPH Û V Û G Û G Û ERWELT Û BISCHOF Û Z Û LVBECK Û ER Û Z Û NO Dreifach behelmtes, sechsfeldiges Wappen (Norwegen, Schleswig, Stormarn, Holstein, Dithmarschen und Oldenburg-Delmenhorst) mit dem Lübecker Stiftsschild als Mittelschild//(Zwei Doppellilien = Münzmeister Mats Puls in Schleswig und Steinbeck) HERZOG Û Z Û SCLES Û HOLST Û STOR Û V Û DITM Û GRAF Û Z Û OLDE Û V Û DEL Û Kreuz des portugiesischen Christusordens, zwischen den Kreuzschenkeln doppelter Schriftkreis: NACH - PORT - V - GALIS - CHEN / SCH - ROT - Û VND - KORN.
Lange 261 a; Behrens 851 b; Fb. 1502 var. (unter Lübeck).

GOLD. Von größter Seltenheit und besonderer geldgeschichtlicher Bedeutung. Attraktives Exemplar, fast vorzüglich

Exemplar der Auktion Fritz Rudolf Künker 100, Osnabrück 2005, Nr. 397.

Dieses große Goldnominal, das der Herzog als Bischof von Lübeck prägen ließ geht zurück auf den im Jahr 1499 unter König Manuel I. von Portugal erstmals geprägten Portuguez, mit dem die portugiesischen Handelserfolge in Indien demonstriert werden sollten. Die Portuguez zeigen auf der Rückseite das Kreuz des Christusordens, dessen Großmeister der Portugiesenkönig war. Nachdem die Prägung dieser repräsentativen Großgoldmünzen in Portugal im Jahr 1557 beendet wurde, begann man in Norddeutschland ihre Nachahmung. Die frühesten Exemplare von Brandenburg, Hamburg und Lübeck zeigen auf der Rückseite immer noch das Kreuz des Christusordens. Der Bezug zum portugiesischen Vorbild wird außerdem ausdrücklich durch die innere Umschrift der Rückseite hervorgehoben. Es handelt sich somit um ein Schlüsselstück der deutschen und europäischen Geldgeschichte. Der Portugaleser ist nämlich ein anschauliches Dokument für die vielfältigen europäischen Geldverflechtungen im Spätmittelalter und in der Neuzeit, die nicht nur im hohen Anteil ausländischer Sorten in deutschen Funden, sondern auch in Nachahmungen ausländischer Nominale (z. B. auch Turnosegroschen, Goldgulden, Sterlinge) durch deutsche Münzherren zu Tage treten.

Johann Adolf, *1575, war der dritte Sohn von Adolf, dem Stammvater der Holstein-Gottorpischen Linie. Johann Adolf und Christian IV. vom königlichen Anteil waren ungefähr gleich alt und haben seit 1593 für 23 Jahre die Regierung mit großer Tüchtigkeit geführt. Das gute Einvernehmen zwischen den beiden wurde durch die 1596 geschlossene Vermählung des Herzogs mit Auguste, der Schwester Christians IV. noch gefestigt. Johann Adolf war friedliebend und ein großer Freund und Förderer der Wissenschaften und der reformierten Lehre. Er war bestrebt, Teilungen im herzoglichen Hause zu vermeiden und das Wahlrecht der Stände zu beseitigen. In einer Verfügung für seine Nachkommen bestimmte er, daß in dem gottorpischen Hause in Zukunft das Recht der Erstgeburt mit reiner Linienfolge gelten und jüngeren Söhnen nur eine Geldabfindung zuteil werden sollte. Johann Adolf starb am 31. März 1616.