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Karl I., 1866-1914. Bronzemedaille 1883, Sommer K 110.

EUROPÄISCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN
RUMÄNIEN, KÖNIGREICH

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Номер лота 6538




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Karl I. 1866-1914.
Bronzemedaille 1883, von F. W. Kullrich, auf die Vollendung des Lustschlosses Pelesch in Rumänien. Büsten Karls und seiner Gemahlin Elisabeth Ottilie von Wied ("Carmen Sylva") nebeneinander l.//Ansicht des Schlosses. 58,72 mm; 93,38 g.
Sommer K 110.

Vorzüglich

Elisabeth Ottilie zu Wied, die spätere Königin von Rumänien, wurde am 29. Dezember 1843 als erstes Kind des Fürsten Hermann und der Fürstin Marie, geborene Prinzessin von Nassau-Weilburg, auf Schloß Monrepos bei Neuwied am Rhein geboren. Sie erhielt von Erzieherinnen und Hauslehrern eine sehr umfassende Ausbildung, die insbesondere ihre Begabung für Fremdsprachen förderte und weit über das übliche Maß hinausging. In der Zeit von 1857-1860 war ihr Hauslehrer Georg Sauerwein, mit dem sie ein Leben lang Briefkontakt hielt. In diese Zeit geht ihr Pseudonym "Carmen Silva" zurück (Sauerwein nannte sich Sylvaticus). Mit 25 Jahren lernte sie am Hof in Berlin den Offizier Prinz Karl Eitel von Hohenzollern-Sigmaringen, Fürst von Rumänien, kennen und heiratete ihn 1869. Am 24. November 1869 traf die junge Ehefrau in Rumänien ein, wo für sie ein völlig neuer Lebensabschnitt in einem fremden Land, mit einer fremden Kultur begann. Für Karl und Elisabeth waren die ersten Jahren in Rumänien sicherlich die schwersten. Die antideutsche Stimmung im Land und ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten bedrohten immer wieder den Bestand des noch jungen Fürstenthrones. In dieser Zeit verstand es Elisabeth, nicht nur ihren Mann, der sich mit Abdankungsplänen trug, aufzurichten, sondern durch ihr einnehmendes Wesen echte Sympathien in der Bevölkerung für das ausländische Herrscherhaus zu gewinnen. Durch die Heirat eröffnete sich ihr in Rumänien ein Betätigungfeld, auf dem sie sich besonders durch ihr soziales und karitatives Engagement, das sich vor allem auf Kinder und das Bildungs- und Erziehungswesen ihres Landes konzentrierte, hervortat. Nachdem ihr einziges Kind, ihre Tochter Marie (*1870, Ó1874), an einem Scharlachfieber gestorben war, stellte Elisabeth immer mehr ihre künstlerische Tätigkeit, die neben der Dichtkunst auch die Malerei und die Musik umfaßte, in den Mittelpunkt. Im Jahre 1881, als Karl zum König von Rumänien erhoben wurde, erschien ihre erste Veröffentlichung unter dem Namen "Carmen Sylva". Unter diesem Pseudonym veröffentlichte die Königin mehr als 50 Werke. Am 10. Oktober 1914 starb Karl I.; knapp anderthalb Jahre später, am 2. März 1916, erlag die Königin einer doppelseitigen Lungenentzündung.

Ihrer rheinischen Heimat ist sie bis zu ihrem Tod immer eng verbunden geblieben. Obwohl die Werke der dichtenden Königin heute kaum noch bekannt sind, ist die Erinnerung an Elisabeth in Neuwied immer noch präsent.