Sammlerportraits
Mag. Heinz Tursky

Die numismatische Wissenschaft und das Sammeln von Münzen sind seit jeher eng miteinander verbunden, es sind die beiden Seiten der Medaille des Phänomens Numismatik und untrennbar miteinander verknüpft. Der Innsbrucker Numismatiker Professor Heinz Tursky verkörperte in seiner Person gleichzeitig den engagierten Wissenschaftler und den leidenschaftlichen Münzsammler. Schließlich war er auch als redlicher Münzhändler weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannt und geschätzt. Doch wie ist es dazu gekommen? Heinz Tursky muss als 10-jähriger mit Münzen in Berührung gekommen sein, die ihn zeitlebens fasziniert und seine Zukunft mitbestimmt haben. Sein Weg als Numismatiker war zunächst nicht vorgezeichnet. Nach der Matura in Kufstein hat Tursky in Innsbruck Chemie studiert, sein Studium hat er 1969 mit der Lehramtsprüfung abgeschlossen. Tursky war fast 30 Jahre lang Chemielehrer am BORG in Innsbruck, dem dortigen Bundesoberstufenrealgymnasium, bevor er sich 1998 entschied, seinen Beruf als Lehrer aufzugeben und ausschließlich als Numismatiker zu arbeiten. Auch sein langjähriges Engagement an der Pädagogischen Akademie für die Ausbildung von Hauptschullehrern ging damit zu Ende.

1966 wurde Tursky Mitglied der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, die ihn am 12. Oktober 2012 mit der Verleihung der Eckhel-Medaille ehrte. 1971 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der Tiroler Numismatischen Gesellschaft, deren Sitz Hall in Tirol mit Bedacht ausgewählt wurde. Schließlich war Hall der Prägeort des ersten Talers, der als Münztyp weltweite Berühmtheit erlangen sollte. Dieser Taler, 1486 geprägt unter der Regentschaft von Erzherzog Sigmund, stand als erste Großsilbermünze am Anfang eines ganz neuen Währungssystems, das für Jahrhunderte seine Bedeutung behielt und in Amerika als Dollar noch heute eine Weltwährung bezeichnet. Die herausragende Stellung der Münzstätte Hall zum Beginn der Neuzeit hat auch den Forscherdrang von Heinz Tursky beflügelt. Und so entstand, in enger Zusammenarbeit mit dem Archivar Heinz Moser, das zweibändige Korpuswerk: „Die Münzstätte Hall in Tirol 1477-1809“. 

Das Engagement von Heinz Tursky für die Numismatik und Landesgeschichte seiner Heimat Tirol war außergewöhnlich vielschichtig. Werner Nuding, sein Nachfolger als Präsident der Tiroler Numismatischen Gesellschaft hat es so beschrieben: „Ohne das Fachwissen, seine Ausdauer und die Überzeugungskraft von Heinz Tursky hätten die Ziele der TNG nie erreicht werden können. Durch seine pädagogische Fähigkeit, die er in seinem Beruf als Lehrer an der Pädagogischen Akademie des Bundes beherrschte, ist es ihm immer wieder gelungen, junge interessierte Mitglieder zu gewinnen und dadurch den Fortbestand seines Vereins, der TNG, zu sichern.“ 

Erfolge hängen immer von den handelnden Personen ab. Heinz Tursky war nicht nur wegen seiner hohen fachlichen Kompetenz erfolgreich. Es war vor allem auch sein freundliches, den Menschen zugewandtes Wesen, was ihn bekannt und beliebt machte. Mit dem zurückhaltenden, bescheidenen Kollegen Heinz Tursky konnte man sich nicht streiten, er war ein zuverlässiger Freund und Mann des Ausgleichs und er liebte die Kontinuität. Privat verbrachte er die Sommerferien immer wieder in der französischen Kleinstadt Menton an der Côte d´Azur, die ihm zur zweiten Heimat geworden war. 

Dem Wunsch des Vaters folgend haben Regina und Florian Tursky das Haus Künker mit der Versteigerung seiner Sammlung „Münzen des Kaisers Franz Joseph“ betraut. Möge dieser Katalog die Erinnerung an Heinz Tursky wach halten, meinen langjährigen und liebenswürdigen Freund. 

Osnabrück, im Januar 2024
Fritz Rudolf Künker

Professor Mag. Heinz Tursky (14.12.1941-16.4.2023)

Die Österreichische Numismatische Gesellschaft 

Seit 1966 war Tursky Mitglied bei der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft, bei der er mehrere Jahrzehnte im Vorstand war und Ehrenmitglied wurde. 
Die Tiroler Numismatische Gesellschaft (TNG)
Heinz Tursky war 1971 das jüngste Gründungsmitglied und hat den Verein 52 Jahre lang geprägt. Die wichtigsten Ziele der TNG:
  • Organisation von numismatischen Vorträgen • Herausgabe und Unterstützung von numismatischen Publikationen
  • Aufbau einer numismatischen Bibliothek
  • Organisation von Münzausstellungen 

1972 - Der Tiroler Taler 1995 Erzherzog Ferdinand II. und die Türkenkriege
1999 Erste Haller Münzbörse mit Vorträgen
2003 700 Jahre prägen Europa
2003 Griechische Münzen Griechische Welt
2007 Der Taler um 1500 2019 Maximilian I. Die Münzen eines Medienkaisers 
Aufbau eines technischen Münzmuseums
Heinz Tursky war Mitkurator des technischen Münzmuseums „Münze Hall“, das 1977 in der Burg Hasegg eröffnet werden konnte und in mehreren Schritten erweitert wurde, bis dann 2003, durch den Nachbau einer Maschine für die in Hall erfundene Walzenprägung, die Lücke der historischen Münzprägetechniken geschlossen werden konnte. 
Die Wiedereröffnung der Münzstätte Hall
1975 ist es gelungen den damaligen Finanzminister Dr. Hannes Androsch zu begeistern, in Hall in Tirol wieder Münzen zu prägen. Funktionen von Heinz Tursky bei der TNG
  • Redaktion 1971 - 2015
  • Schriftführer 1971 – 1994
  • Vizepräsident 1994 - 1998
  • Präsident 1998 – 2012
  • Ehrenpräsident seit 2012

Publikationen

Neben vielen Beiträgen in den Haller Münzblättern war Heinz Tursky Mitautor bei den Standardwerken: 
  • Moser/Tursky: Die Münzstätte Hall in Tirol 1477-1665, Innsbruck 1977 
  • Moser/Tursky: Die Münzstatte Hall in Tirol 1665-1809, Innsbruck 1981 
  • Moser/Rizzolli/Tursky: Tiroler Münzbuch, Die Geschichte des Geldes aus den Prägestätten des alttirolischen Raumes, Innsbruck 1984 • Moser/Tursky: Die Münzen Kaiser Rudolfs II. aus der Münzstatte Hall in Tirol, Innsbruck 1986 Ehrungen 
  • Träger der Ehrenmedaille der Stadt Hall in Tirol 
  • Träger der Ehrenmedaille „Eckhel“ der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft 
  • Träger der Ehrenmedaille der TNG „Pro Merito“ • Ehrenpräsident der Tiroler Numismatischen Gesellschaft 2012
Medaille auf Prof. Mag. Heinz Tursky 2011
Aus Anlass seines 70. Geburtstages am 14. Dezember 2011 hat Tursky eine Bronzemedaille herausgegeben, die auch künftige Generationen an den Numismatiker Heinz Tursky erinnern wird. Die Vorderseite wird durch sein Profilbild dominiert, umgeben von der Legende: PROF MAG HEINZ TURSKY 2011 – AETATIS LXX. Die Rückseite symbolisiert mit verschiedenen Elementen sein Lebenswerk:
60 JAHRE NUMISMATIK – 40 JAHRE CHEMIE. Das Porträt mit Herzogshut von Erzherzog Ferdinand II. und die Legende sind einem seiner Doppeltaler entlehnt. Über einem Band mit seinem Geburtsdatum XIV XII MCMXXXXI stehen links und rechts die Embleme der Österreichischen Numismatischen Gesellschaft und der von Tursky mitbegründeten Tiroler Numismatischen Gesellschaft, deren langjähriger Präsident er war.
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