Sammlerportraits
Prof. Dr. Eckhart Pick

Eckhart Pick wurde am 8. Februar 1941 in Mainz geboren und musste als Kind die Zerstörung des Elternhauses in der Großen Bleiche durch einen Bombentreffer miterleben. Er besuchte ab 1951 das altsprachliche Rabanus-Maurus-Gymnasium und machte dort 1960 sein Abitur. Sein darauffolgendes Studium der Philosophie und der Rechtswissenschaft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz beendete er 1965 und 1968 mit den beiden juristischen Staatsexamina. 1969 promovierte Eckhart Pick zum Dr. jur. mit dem Thema „Die Bemühungen der Stände um eine beständige Wahlkapitulation und ihr Ergebnis 1711“ und habilitierte sich (nach vierjähriger Tätigkeit als Assistenzprofessor) mit der Schrift „Mainzer Reichsstaatsrecht – Inhalt und Methode: ein Beitrag zum Ius publicum an der Universität Mainz im 18. Jahrhundert.“ Bereits an den beiden genannten Titeln von Promotion und Habilitation wird das leidenschaftliche Interesse des Juristen an der Geschichte und der Rechtsgeschichte deutlich. Eine weitere Leidenschaft Picks war seit seinen Jugendjahren der Fechtsport, der ihn zu zahlreichen Turnieren im In- und Ausland führte. Er war Teilnehmer an den Universiaden 1963 (Porto Allegre) und 1965 (Budapest).

So oft es möglich war, besuchte Eckhart Pick dabei seinen französischen Onkel Louis Pick, der nacheinander in Wien, Istanbul und Marseille als Zahnarzt praktizierte. Von ihm erhielt Eckhart Pick meistens eine oder mehrere historische Münzen, und damit war der Virus eingepflanzt! 

Beruflich erhielt Prof. Pick 1978 einen Ruf an die Universität Hamburg, und 1980 folgte die Rückkehr in die Heimat zur Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Bald folgte der Wechsel in die Politik, die er bereits seit 1963 als Mitglied der SPD und seit 1969 als Mitglied des Mainzer Stadtrates mitgestaltet hatte. Prof. Pick war von 1985 bis 1987 Landtagsabgeordneter von Rheinland-Pfalz und von 1987 bis 2002 Mitglied des Deutschen Bundestages. In der vermutlich spannendsten Phase der deutschen Nachkriegsgeschichte konnte er die Wiedervereinigung mitgestalten. Höhepunkt der politischen Laufbahn war seine Amtszeit als Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Justiz, Professor Dr. Herta Däubler-Gmelin, von 1998 bis 2002. Bei all seinen Aktivitäten und Erfolgen konnte Eckhart Pick auf die starke Unterstützung seiner Frau Antje zählen, mit der er seit 1969 verheiratet ist. Das Ehepaar Pick freut sich über zwei akademisch ausgebildete Söhne und vier Enkelkinder. 

Bereits Ende der 1970er Jahre konzentrierte sich Eckhart Pick – auf Anregung des Mainzer Numismatikers Henning Winzer – auf die Münzen und Medaillen der Erzbischöfe und Kurfürsten seiner Heimatstadt. Es folgten viele Jahre des systematischen Aufbaus einer Spezialsammlung Mainzer Münzen und Medaillen, als Leitbild diente der Katalog der Sammlung des ehemaligen Mainzer Oberbürgermeisters Dr. Rudolph Walther (1891-1973), die 1971 durch die Firma Dr. Busso Peus Nachfolger in Frankfurt am Main versteigert worden war. Beim Erwerb auf nationalen und internationalen Auktionen konnte sich Prof. Pick auf den kompetenten Rat und die Hilfe des Frankfurter Numismatikers Dieter Raab (1938-2015) verlassen. Erwähnt sei hier, dass die erste Münzauktion, an der Prof. Pick persönlich teilnahm, die Künker-Auktion 22 am 18. März 1992 in Osnabrück (mit einer bedeutenden Mainzsammlung) war. Als seine Sammlung schließlich die Stückzahl von 1000 überschritten hatte, entschloss sich Prof. Pick zum Verkauf, nicht zuletzt mit dem Motiv, seinen Bestand an Mainzer numismatischen Zeugnissen der numismatischen und historischen Forschung und der Allgemeinheit durch einen Auktionskatalog zugänglich zu machen.

Veröffentlichungen zur Numismatik

A. Monographien

  1. Münzen, Mächte und Mäzene, Mainz 2006 

  2. Münzreiches Rheinland – Pfalz (=Blätter zum Land 3/2012), herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz 

  3. Zwischen Gunst und Galgen, Münzmeister im Kurfürstentum Mainz = Beiträge zur Geschichte der Stadt Mainz, (Hrsg. Wolfgang Dobras), Bd. 39, Mainz 2014 

  4. Mainzer G/gestalten die Welt, Oppenheim 2020 

  5. Das Mainzer Medailleursquartett, Regenstauf 2022 

  6. Die Sprache der Münzen, Regenstauf 2023

B. Aufsätze

  1. Die verfassungsrechtliche Stellung der Mainzer Kurfürsten im Spiegel der Münz- und Geldgeschichte (“The Constitutional Position of the Electors of Mainz as Reflected in the History of Coins and Money“) in: Recht und Wirtschaft in Geschichte und Gegenwart – Festschrift für Johannes Bärmann (“Law and Economics in History and the Present – Commemorative Publication for Johannes Bärmann“), Munich 1975, p. 151 et seq. 
  2. Bemerkungen zur pfälzischen Münzprägung im Kurmainzer Amt Olm, dem heutigen Nieder-Olm (“Remarks on Palatinate Coinage in the Electoral Office of Olm, today’s Nieder-Olm“), in: Mainzer Zeitschrift Year 101 (2006), p. 183 et seq. 
  3. Eine Rückkehr nach 350 Jahren. Zum Fund einer Goldmünze in Indien (“A return after 350 years. On the discovery of a gold coin in India”), in: Mainzer Zeitschrift Year 102 (2007), p. 175 et seq. 
  4. Der Vogel mit der Lilie (“The Bird with the Lily“), in: Geldgeschichtliche Nachrichten (“News on Money History”), 44th Year 2009 (H. 241), p. 5 et seq. 
  5. Die Münzprägung der schwedischen Besatzung von Mainz 1631 bis 1636 unter der Familie Ayrer (Ey/e/rer) und Benedikt Stephani (Steffen) (“The coinage of the Swedish occupation of Mainz 1631 to 1636 under the Ayrer family (Ey/e/rer) and Benedikt Stefani (Steffen)“), in: Geld und Wirtschaft im Südwesten – Festschrift zum hundertjährigen Bestehen der Numismatischen Gesellschaft Mainz-Wiesbaden von 1921 e. V., (“Money and Economics in the Southwest – Commemorative Publication on the 100th anniversary of the Numismatic Society of Mainz and Wiesbaden of 1921 e.V.“) (ed. Karl Ortseifen), Mainz 2021, pp. 239-257 
  6. Pro und Contra in Sachen Medaille 1535 des Albrecht von Brandenburg (“Pros and cons in the matter of the 1535 medal of Albrecht of Brandenburg”), in: NNB 2/2022, pp. 63-66

Im Anschluss an dieses Vorwort publizieren wir gerne eine aktualisierte Aufstellung der bisher bekannten Münzmeister des Kurfürstentums Mainz, die Prof. Pick erarbeitet hat und die quasi als seine 13. numismatische Publikation gelten darf.

Prof. Eckhart Pick erlebte nach „seiner“ Versteigerung in Frankfurt 2011 ein Phänomen, das für fast alle Münzensammler zutrifft: Man kann das Münzensammeln nicht aufgeben – das funktioniert in der Regel nicht. Und so begann er einfach eine neue Sammlung und setzte dabei den Schwerpunkt auf die Stücke, die nicht – oder nur abweichend – in seiner „ersten“ Sammlung vorhanden waren. 

Er selbst beschreibt es so: 

„Als am 3. November 2011 meine Sammlung Mainzer Münzen und Medaillen versteigert wurde, ahnte ich nicht, dass gut 13 Jahre später ein zweiter Teil folgen würde. In der Zwischenzeit bemühte ich mich, weitere Prägungen zu erwerben, in der Regel solche, die im ersten Katalog noch nicht vertreten waren. Die seit einiger Zeit publizierten eigenen numismatischen Werke zeigen den Versuch, einige Lücken der Kurmainzer Münz- und Geldgeschichte zu schließen. Sie vermögen natürlich das Desideratum „Corpus der Mainzer Münzen“ nicht zu ersetzen. Während der erste Teil meiner Sammlung mit dem Katalog der Versteigerung Nr. 405 der Firma Dr. Busso Peus Nachfolger von Dieter Raab und Christian Stoess betreut wurde, habe ich den jetzt vorliegenden zweiten Teil dem Auktionshaus Fritz Rudolf Künker anvertraut. Ich hatte damals 2011 Herrn Dr. Andreas Kaiser zugesagt, dass er zum Zuge käme, wenn es einen zweiten Teil gäbe. Ich tue dies umso lieber, als ich Herrn Kaiser mittlerweile freundschaftlich verbunden bin. Bereichert wird der vorliegende Katalog auch durch die Texte und Bilder des Ehepaares Nollé, die ihn damit zu einer prägnanten Bistumsgeschichte machen. Zu danken ist auch Manuela Weiß, die geduldig Korrekturen des Ehepaares Antje und Eckhart Pick aufnahm.“

 Wir hoffen, dass nun drei Kataloge für die Bestimmung und Einordnung der Mainzer Münzen und Medaillen herangezogen werden – die Sammlung Walther, die Sammlung Pick I und die Sammlung Pick II – und wir bedanken uns bei unserem Kunden und Freund Prof. Eckhart Pick und seiner Familie für das große Vertrauen. 

Osnabrück, im Januar 2024
Dr. Andreas Kaiser

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