Sammelgebiete
Mittelalterliche Münzen (etwa 500 – 1.500 n. Chr.)
Mittelalterliche Münzen (etwa 500 bis 1.500 n. Chr.)
Das Mittelalter eröffnet eine große Anzahl spannender Sammelgebiete mit interessanten Prägungen aus einer Zeit, in der die Grundlagen des europäischen Münz- und Geldwesens der Moderne gelegt wurden. Außerdem stellen die Münzen über weite Teile der mittelalterlichen Geschichte die oftmals einzige Schrift- und Bildquelle überhaupt dar, die sozusagen „aus erster Hand“ von Ereignissen wie Herrscherwechseln, Kriegen und Hochzeiten berichtet.
 Nach dem Lesen dieses Artikels weißt du:

  • Wie Karl der Große die Grundlagen für ein Münzsystem für ganz Europa legte.
  • Warum das Münzsystem des Mittelalters so vielfältig ist.
  • Mit welcher Literatur Sie noch tiefer in diesen weitläufige Sammelgebiet eintauchen können.
1.
Die Münzreform Karls des Großen

Mit seiner um das Jahr 800 durchgeführten Münzreform ordnete Karl der Große (768-814) das fränkische Münzwesen der Völkerwanderungszeit neu und schuf ein System, das während der nächsten 500 Jahre in wesentlichen Zügen seine Gültigkeit behalten sollte: Einziges Nominal im Münzwesen wurde der silberne Denar, von dem 240 Stück auf ein Pfund (etwa 400 g) gehen sollten. Diese Münze wurde in ganz Europa (Deutschland = Pfennig, England = Penny, Frankreich = Denier oder Italien = Denaro) in einer Vielzahl von Typen geprägt. 

In der Stauferzeit (12./13. Jahrhundert) prägte man in Mitteldeutschland den Denar als großen einseitigen Hohlpfennig (Brakteat) in hoher künstlerischer Qualität mit teilweise beeindruckenden Münzbildern aus. Die Verleihung des Prägerechts für Münzen durch die Herrscher des Mittelalters an geistliche (Bistümer und Klöster) und weltliche (Herzogtümer und Grafschaften) Institutionen führte besonders auf dem Gebiet des Deutschen Reiches zu einer Vielzahl von Münzstätten (teilweise über 400). Dem Sammler von mittelalterlichen Münzen eröffnen sich dadurch zahlreiche Themengebiete.

2.
Eine Vielfalt an Währungen, Motiven und Münztypen

Im 13. Jahrhundert kehrte das Gold in die Münzprägung des Mittelalters zurück. In den italienischen Handelsrepubliken von Florenz, Genua und Venedig entstanden aufgrund des Bedürfnisses nach größeren Zahlungsmitteln die Nominale Floren, Genovino und Dukat (urspr. Zecchino). Zusammen mit größeren Silbermünzsorten wie dem Groschen (frz. Gros tournois) gelangten diese Nominale im Mittelalter auch nach Nordeuropa, wo sie in der Folgezeit nachgeahmt wurden. Es entstanden differenzierte Währungssysteme mit einer großen Vielfalt von Währungen, Typen und Münzen. 

Tauchen sie mit abwechslungsreichen Münzbildern des Mittelalters in die Zeit Karls des Großen (768-814), der spanischen Reconquista (711-1492), Friedrich Barbarossas (1152-1190) oder des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich (1337-1453) ein!

3.
Literaturempfehlungen

  • Berger, F.: Die mittelalterlichen Brakteaten im Kestner-Museum Hannover, 2 Bände, Hannover 1993 und 1996. 
  • Corpus Nummorum Austriacorum, Band I: Mittelalter, Wien 1994. 
  • Grierson, P.: Münzen des Mittelalters, München 1976. 
  • Kluge, B.: Numismatik des Mittelalters. Handbuch und Thesaurus Nummorum Medii Aevi, Berlin / Wien 2007. 
  • Spufford, P.: Money and its use in Medieval Europe, Cambridge 1989. 
  • Suhle, A.: Deutsche Münz- und Geldgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, Berlin 1975. 

Die angeführten Kataloge können lediglich einen Überblick zum Sammelgebiet der mittelalterlichen Münzen vermitteln. Zu den einzelnen Gebieten, Regionen und Städten existiert eine Vielzahl an Spezialkatalogen für den interessierten Sammler.

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