Sammelgebiete
Altdeutsche Münzen und Medaillen
Altdeutsche Münzen und Medaillen
Zwischen dem Ende des Mittelalters und der Reichsgründung 1871 gab es auf dem Gebiet des Deutschen Reiches etliche verschiedene Münzsorten und Währungen. Das macht die Münzprägung dieser Zeit zu einem der vielfältigsten und abwechslungsreichsten numismatischen Sammelgebieten überhaupt.
 Nach dem Lesen dieses Artikels weißt du:

  • Woher die Vielzahl altdeutscher Münzsorten rührt.
  • Welche unterschiedlichen Sammelgebiete sich daraus ergeben.
  • Welche Motive die bewegte deutsche Geschichte widerspiegeln.
1.
Deutschland und die Kleinstaaterei

Während andere europäische Staaten wie England, Spanien oder Frankreich bereits bis zum Ende des Mittelalters zu Nationalstaaten mit einer zentralisierten Münzprägung wurden, blieb Deutschland bis zur Reichsgründung nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/1871) territorial stark zersplittert. Dies führte zu einer fast unüberschaubaren Vielzahl kursierender deutscher Münzsorten und prägender Institutionen: Von Herzogtümern und Grafschaften über Bistümer und Klöster bis hin zu Freien Reichsstädten. 

Verschiedene Maßnahmen wie die Reichsmünzordnungen des 16. Jahrhunderts oder die Münzverträge des 17. Jahrhunderts blieben langfristig erfolglose Versuche, ein einheitliches deutsches Münzsystem zu etablieren und damit den Handel und das Reisen zu erleichtern. Fast möchte man sagen: Zum Glück für den modernen Sammler altdeutscher Münzen!

2.
Die Vielfalt altdeutscher Münzsammelgebiete

Ob Anhalt, Brandenburg und Sachsen oder auch Corvey, Esslingen und Magdeburg: Die Vielzahl der Münzstätten kann für jeden heimathistorisch Interessierten den Ausgangspunkt für eine umfangreiche Sammlung altdeutscher Münzen bilden. Große altdeutsche Münzsorten wie die hauptsächlich für den Handel geprägten norddeutschen Taler und süddeutschen Gulden bieten dabei ebenso reizvolle Münzbilder wie die zahlreichen Kleinmünzen (Land- und Partikularsorten) des alltäglichen Zahlungsverkehrs. Auch der als "Brückennominal" zwischen Nord- und Süddeutschland fungierende ⅔-Taler kann mit seinen von zahlreichen deutschen Münzständen ausgebrachten Varianten ein eigenes reizvolles Sammelgebiet alter Münzen darstellen. 

Hinzu kommen diverse attraktive deutsche Goldmünzen (z. B. Dukat, Goldgulden, Krone oder Max dÒr) und ihre verschiedenen Sonderformen - Mehrfachstücke, Flussgolddukaten, Ausbeuteprägungen und Goldabschläge von eigentlich unedlen Kleinmünzen – die aufgrund der leicht zugänglichen Literatur zu einem schnellen Sammelerfolg führen können. Auch die auf unterschiedliche Anlässe geprägten Medaillen und Mischformen wie Schautaler stellen ein interessantes Sammelgebiet mit eindrucksvollen Motiven dar.

3.
Ein Spiegel der bewegten Geschichte

In der Münz- und Medaillenprägung spiegelt sich die wechselvolle Geschichte des Deutschen Reiches und seiner Territorien in eindrucksvollen Bildern wider. Ob die religiösen Motive der Reformationszeit, die propagandistischen Kriegsprägungen Friedrichs des Großen oder die Medaillen des 19. Jahrhunderts auf Leistungen in Wissenschaft und Kunst – für jeden Geschmack und jedes historische Interessengebiet ist etwas bei den alten deutschen Münzen dabei. 

Erleben Sie die Vielfalt altdeutscher Münzprägung und holen Sie sich ein Stück "geprägter Geschichte" Deutschlands nach Hause.

4.
Literaturempfehlungen

  • Arnold, P. / Küthmann, H. / Steinhilber, D.: Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute, 28. Auflage, Regenstauf 2013 (annually updated edition). 
  • Schön, G.: Deutscher Münzkatalog 18. Jahrhundert (1700-1806), 4th edition, Regenstauf 2013 (annually updated edition). 
  • Jaeger, K.: Die Münzprägung der deutschen Staaten vor Einführung der Reichswährung. Volumes 1-12, Basel 1951 and subsequent. 
  • Krause Publications (Krause/Mishler), Standard Catalog of German Coins (1501-Present), 3. edition, Iola 2011. 
  • Davenport, J. S.: German Secular Talers 1600-1700, Frankfurt 1976. 
  • Davenport, J. S.: German Church and City Talers 1600-1700, Galesburg 1975. 
  • Davenport, J. S.: German Talers 1700-1800, Galesburg 1958. 
  • Davenport, J. S.: German Talers since 1800, Galesburg 1949. 
  • Davenport, J. S.: Guldentalers and Silvergulden, Frankfurt 1982. 

Die angeführten Kataloge können lediglich einen überblick zum Sammelgebiet der altdeutschen Münzen vermitteln. Zu den einzelnen Gebieten, Regionen und Städten existiert eine Vielzahl an Spezialkatalogen für den interessierten Sammler.

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