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Byzantinische Münzen (ca. 500 – 1453 n.Chr.)
Byzantinische Münzen (ca. 500 - 1453 n.Chr.)
Das Römische Reich ist erst im Spätmittelalter untergegangen – zumindest im Osten Europas. Mit der Reichsteilung des Imperium Romanum nach dem Tod von Kaiser Theodosius I. im Jahre 395 entstand im östlichen Teil das nach seiner Hauptstadt benannte „Byzantinische Reich“. Dabei entstammt der Ausdruck eigentlich der modernen Geschichtsforschung. Die Zeitgenossen verstanden und bezeichneten sich immer als „Römer“ und nie als „Byzantiner“.
 Nach dem Lesen dieses Artikels weißt du:

  • Was die Besonderheiten an byzantinischen Münzen sind.
  • Warum byzantinische Münzen für viele Numismatiker interessant sind.
  • Welche Münzen aus byzantinischer Zeit besonders wertvoll sind.
1.
Was sind byzantinische Münzen?

Byzantinische Münzen sind Münzen, die im Byzantinischen Reich, auch bekannt als Oströmisches Reich, geprägt wurden. Das Byzantinische Reich existierte von 330 n. Chr. bis 1453 n. Chr. und umfasste große Teile des östlichen Mittelmeerraums, einschließlich Griechenland, Anatolien, Ägypten und Syrien. 

Die Münzen waren oft aus Gold, Silber oder Bronze und trugen das Porträt des herrschenden Kaisers sowie verschiedene christliche Symbole und Inschriften. Sie wurden als Zahlungsmittel im Handel und in der Wirtschaft verwendet und spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der byzantinischen Kultur und des Christentums in Europa und dem Nahen Osten.

Viele Byzantinische Münzen sind bis heute erhalten geblieben und werden von Sammlern und Historikern gleichermaßen geschätzt, da sie Einblicke in die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen des Byzantinischen Reiches bieten.

2.
Die Ursprünge der byzantinischen Münzgeschichte

Von 330 bis 1453 war das ursprünglich als Nova Roma (Νέα ̔Ρώμη) gegründete Byzanz (später auch Konstantinopel) zum einen die Residenz der Kaiser des oströmischen Reiches. Zum anderen bildete Byzanz aufgrund seiner Lage am Bosporus eine wichtige Brücke zwischen den Kulturen des mittelalterlichen Morgen- und Abendlandes. Spätestens seit dem „Morgenländischen Schisma“ von 1054 war die Stadt außerdem Zentrum der orthodoxen Kirche.  

Die Münzgeschichte des byzantinischen Reiches beginnt mit den um 500 durchgeführten Münzreformen Kaiser Anastasius I. (491-518), die Justinian I. (527-565) weiter ausbaute und die im Wesentlichen bis ins 8. Jahrhundert ihre Gültigkeit besaßen. Das Münzwesen von Byzanz war trimetallisch mit drei Nominalen in Gold (Solidus, Semis und Triens), zwei in Silber (Miliarense und Siliqua) und fünf in Kupfer (40, 20, 10, 5 und 1 Nummus) aufgebaut. Im 7. Jahrhundert wurde die Anzahl der Münzstätten für byzantinische Münzen stark reduziert. Neben Konstantinopel prägten noch Rom, Ravenna, Karthago und Syrakus, bis diese Städte nach und nach an die Langobarden und Araber verloren gingen. So eröffnet sich dem Sammler eine große Bandbreite an Typen, Münzstätten und Nominalen byzantinischer Münzen.

3.
Veränderungen in der Prägetechnik

Unter Kaiser Alexios I. Komnenos (1081-1118) wurde das byzantinische Münzwesen 1092 radikal umgestaltet. Fortan gab es in Byzanz vier Münznominale (Hyperperon und Elektron-Trachy in Gold, Stamenon in einer Silber-Kupfer-Legierung und Tetarteron in Kupfer), wobei die Gold- und Silbermünzen schüsselförmig geprägt wurden (sog. Skyphate). Die Bedeutung dieser nicht immer besonders gelungenen Prägetechnik ist bis heute noch nicht restlos entschlüsselt worden. Möglicherweise sollte sie der einfachen Unterscheidung von alten (aus Feinsilber/Feingold geprägten) und neuen (aus Legierungen bestehenden) Münzen aus Byzanz dienen.

1204 wurde Konstantinopel im Zuge des Vierten Kreuzzuges von einem Kreuzfahrerheer erobert und das Lateinische Kaiserreich (1204-1261) errichtet. Die byzantinischen Kaiser wichen für diesen Zeitraum nach Nicäa aus. Vom Ende des 13. Jahrhundert bis zur Eroberung der Stadt durch die Osmanen unter Sultan Mehmed II. (1444-1446/1451-1481) am 29. Mai 1453 wurden fast nur noch byzantinische Silbermünzen (Basilicon oder Stavraton) ähnlich dem europäischen Groschen geprägt. Zu dem Zeitpunkt, als im restlichen Europa die Goldmünzprägung erst wieder richtig begann, wurde sie in Byzanz eingestellt. Dabei waren die byzantinischen Goldmünzen mit ihren Herrscherporträts und Christusdarstellungen bis zum 11. Jahrhundert eine Art „Weltwährung des Mittelalters“ gewesen, bevor sie von den italienischen Prägungen abgelöst wurden.

4.
Die wertvollste byzantinische Münze

Die wertvollste byzantinische Münze ist die Goldmünze der Kaiserin Theodora (Regierungszeit 1055-1056 n. Chr.), bekannt als "Histamenon Nomisma". Es handelt sich um eine seltene Goldmünze, die in sehr begrenzter Stückzahl geprägt wurde und aufgrund ihrer historischen Bedeutung und Seltenheit sehr begehrt ist. 

Die Münze trägt das Porträt von Theodora auf der Vorderseite und auf der Rückseite das Bildnis der Jungfrau Maria, mit der Inschrift "Mutter Gottes, hilf deinem Diener Theodora". Die Münze ist bekannt für ihre außergewöhnliche Qualität und ihr tiefes Relief. 

Im Jahr 2020 wurde eine solche Münze bei einer Auktion für rund 3,3 Millionen US-Dollar verkauft, was sie zur bisher teuersten byzantinischen Münze macht.

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