Vor- und Nachberichte
Frühjahrs-Auktionen 420-422: Vorbericht
Niederlande, Württemberg, Anhalt und vieles mehr

Vier Tage unserer Auktionswoche im Frühjahr sind Prägungen aus Mittelalter und Neuzeit gewidmet. Angeboten wird der 3. Teil der Sammlung Beuth mit niederländischen Münzen, der 2. Teil der Württembergischen Münzgeschichte sowie eine umfassende Sammlung Anhalt. Dazu gibt es eine spektakuläre Auswahl von Münzen und Medaillen aus aller Welt mit dem Schwerpunkt Deutschland.

Der Termin ist bei vielen Münz-Liebhabern fest im Kalender eingetragen: Mitte März findet unsere Frühjahrs-Auktionswoche statt. Besichtigt werden können die Münzen nicht nur in Osnabrück, sondern auch in München, vor und während der Numismata. Den antiken Münzen, mit denen am Montag, 17. März, die Auktionswoche beginnt, ist ein eigener Vorbericht gewidmet. 

Dieser Ausblick beschäftigt sich ausschließlich mit den drei Auktionen, die Münzen und Medaillen aus Mittelalter und Neuzeit enthalten. Am Dienstag, 18. März 2025, kommt in Auktion 420 der mittlerweile dritte Teil der Sammlung Lodewijk S. Beuth mit niederländischen Prägungen zu Versteigerung. Es folgt am 19. März 2025 in Auktion 421 der 2. Teil der Sammlung Heinz-Falk Gaiser von württembergischen Münzen. Den Abschluss bildet Auktion 422 mit Münzen und Medaillen aus aller Welt. Darin enthalten ist die Sammlung Dr. Kurt Sonnenberg von Münzen der verschiedenen Linien der Anhaltiner.

1.
Auktion 420: Sammlung Lodewijk S. Beuth – Teil 3: Münzen der Niederlande

In Zusammenarbeit mit Laurens Schulman B. V lösen wir eine der größten Sammlungen niederländischer Münzen auf, die jemals versteigert wurde. Mittlerweile ist es der 3. Teil der Sammlung Lodewijk S. Beuth, der in Auktion 420 angeboten wird. Der Katalog dürfte sich zu einem Standardwerk entwickeln. So steht Osnabrück am 18. März 2025 ganz im Zeichen der Niederlande, wenn die 659 Lose der Sammlung Beuth den Besitzer wechseln. Das Material setzt sich aus drei verschiedenen niederländischen Sammelgebieten zusammen. Die Auktion beginnt mit den Münzen der südlichen Niederlande, was den Provinzen Limburg und Nord-Brabant resp. dem heutigen Belgien entspricht. Es folgen die niederländischen Not- und Belagerungsmünzen mit ihrem zeitlichen Schwerpunkt auf dem 80-jährigen Krieg. Der Tag endet mit Prägungen für die niederländischen Überseegebiete aus den Jahren 1601 bis 1795, darunter vor allem Ausgaben der Vereenigde Oostindische Compagnie, aber auch spektakuläre Goldmünzen aus Niederländisch-Brasilien. Wenn Sie sich für niederländische Münzen interessieren, sollten Sie überlegen, unsere Auktion in Osnabrück persönlich zu besuchen. Denn die Auktion wird sicher zu einem gesellschaftlichen Event, bei dem sich bedeutende Sammler, Händler und Wissenschaftler treffen, die sich alle mit niederländischen Münzen beschäftigen.

BELGIEN BRABANT Johanna und Wenzel, 1355-1383. Doppelter Mouton d'or (Dubbele Gouden Lam) o. J. (1366), Vilvorde.
BELGIEN BRABANT Karl II. von Spanien, 1665-1700. Dicker doppelter Dukaton 1666, Brüssel.
BELGIEN STÄDTE IN FLANDERN Gent. Noble (Gouden Nobel) 1583,
NIEDERLANDE GRONINGEN Stadt. Einseitige Talerklippe (Koningsdaalder) 1577 (Emission 4. Februar),
NIEDERLANDE LEIDEN Stadt. Goldabschlag von den Stempeln des 14 Stüber (Gouden afslag van 14 Stuiver) 1574 (Emission 10. Juli).
NIEDERLANDE MIDDELBURG Stadt. Einseitige Klippe zu 1 Krone (Gouden Kroon) 1573 (Emission 20. Januar),
NIEDERLÄNDISCHE GEBIETE IN ÜBERSEE KOMPANIE VAN VERRE Vereenigde Amsterdamsche Compagnie. Daalder zu 8 Reales 1601, Dordrecht.
NIEDERLÄNDISCHE GEBIETE IN ÜBERSEE NIEDERLÄNDISCH WESTINDIEN 3 Gulden 1794, Utrecht.
NIEDERLÄNDISCHE GEBIETE IN ÜBERSEE NIEDERLÄNDISCH WESTINDIEN Brazilie. Klippenförmige Notmünze zu 12 Gulden (Dukaat van 12 Gulden) 1645, Pernambuco.
2.
Auktion 421: Sammlung Heinz-Falk Gaiser – Teil 2: Württembergische Münzgeschichte

Am 10. Januar 1693 erklärte der Kaiser den erst 15-jährigen Eberhard Ludwig von Württemberg für mündig, damit dieser nach der Gefangennahme seines Vormunds selbst die Herrschaft des Herzogtums übernehmen könne. Mit Eberhard Ludwig kam einer der innovativsten Herrscher Württembergs auf den Thron. Mehr als 40 Jahre gestaltete er das Schicksal seines Landes. Mit eben dieser Herrschaftsübernahme von Eberhard Ludwig setzt der zweite Teil der Sammlung Gaiser ein, der Raritäten aus der württembergischen Münzprägung bietet. Als engagierter Spezialsammler konzentrierte sich Heinz-Falk Gaiser nicht nur auf die großen Seltenheiten seines Gebiets wie Doppeldukaten oder Mehrfachtaler. Kenner finden in seiner Sammlung auch eine reiche Auswahl an Kleinmünzen in bestmöglicher Erhaltung. Damit bietet unsere Auktion 421 für jeden Geldbeutel etwas: vom doppelten Dukaten im fünfstelligen Bereich bis zur unscheinbaren Kleinmünze mit Schätzungen ab 25 Euro. Heinz-Falk Gaisers württembergische Münzgeschichte reicht in diesem Katalog über sieben Herzöge bis ins Jahr 1796, als Herzog Friedrich Eugen nach dem militärischen Desaster gegen das revolutionäre Frankreich während der Friedensverhandlungen vom Schlag getroffen wurde.

WÜRTTEMBERG Eberhard Ludwig, 1693-1733. 2 Dukaten 1699, Stuttgart.
WÜRTTEMBERG Eberhard Ludwig, 1693-1733. Reichstaler 1697, Stuttgart.
WÜRTTEMBERG Karl Alexander, 1733-1737. Dukat 1736, Stuttgart.
LANDAU STADT Belagerung durch die französischen Truppen. Einseitige Klippe zu 2 Gulden und 8 Kreuzern 1713,
WÜRTTEMBERG Karl Friedrich von Württemberg-Oels als Administrator und Vormund von Karl Eugen, 1738-1744. Reichstaler 1739, Stuttgart.
WÜRTTEMBERG Karl Eugen, 1744-1793. Dukat 1790, Stuttgart.
3.
Katalog 422: Sammlung Dr. Kurt Sonnenberg – Münzen und Medaillen der Anhaltiner

Eigentlich handelt es sich bei den Anhaltinern um einen Zweig des altsächsischen Hochadelsgeschlechts der Askanier, die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts nur noch in einem Zweig existierten. Sie sind ein wunderbares Beispiel dafür, dass die Primogenitur, also die Übernahme der gesamten Herrschaft durch den ältesten Sohn, in Deutschland eher die Ausnahme als die Regel darstellte. So zerteilten sich einst machtvolle Besitzungen in immer kleinere Staaten, denen es nicht gelang, mit Ländern wie Preußen, Bayern oder dem Kurfürstentum Sachsen mitzuhalten. 

Der Vorteil für Sammler: Durch die Fülle von kleinen Gebieten ist die Münzprägung vielfältig und abwechslungsreich, was das Beispiel der Anhaltiner bestens illustriert. Neben dem Fürstentum Anhalt finden Sie in dieser Sammlung Münzen aus

• Anhalt-Zerbst

• Anhalt-Köthen

• Anhalt-Köthen-Plötzkau

• Anhalt-Bernburg

• Anhalt-Harzgerode

• Anhalt-Schaumburg

• Anhalt-Dessau

Insgesamt 133 Lose – darunter sieben sinnvoll zusammengestellte Lose mit weiteren Münzen aus Anhalt – warten darauf, in eine neue Sammlung zu kommen.

ANHALT Johann Georg I., Christian I., August, Rudolf und Ludwig, 1603-1618. Reichstaler 1614.
ANHALT-ZERBST Carl Wilhelm, 1667-1718. Reichstaler 1680,
ANHALT-ZERBST Carl Wilhelm, 1667-1718. Reichstaler 1680,
ANHALT-KÖTHEN-PLÖTZKAU August, 1603-1653. 2 Goldgulden 1620, Plötzkau.
ANHALT-BERNBURG Christian I., 1603-1630. Klippenförmige Silbermedaille 1621,
ANHALT-HARZGERODE Wilhelm, 1670-1709. Silbermedaille 1693,
ANHALT-SCHAUMBURG Carl Ludwig, 1772-1806. Konv.-Taler 1774, Frankfurt.
ANHALT-DESSAU Johann Casimir, 1619-1660. Reichstaler 1660, Berlin,
4.
Münzen des Deutschen Kaiserreichs

Wie jedes Jahr bieten wir auch in der Frühjahrs-Auktion 2025 eine umfangreiche Partie von spannenden Reichsmünzen an, darunter die absoluten Highlights der Reichsmünzenprägung: Friedrich der Weise, die Bayernhochzeit sowie Gold- und Silbermünzen vieler kleinerer Staaten.

REICHSSILBERMÜNZEN BAYERN Ludwig III., 1913-1918. 3 Mark 1918.
REICHSSILBERMÜNZEN SACHSEN Friedrich August III., 1904-1918. 3 Mark 1917 E.
REICHSGOLDMÜNZEN SACHSEN-COBURG UND GOTHA Ernst II., 1844-1893. 20 Mark 1872.
5.
Numismatische Raritäten aus aller Welt

Last but not least enthält unser Katalog 422 die übliche spektakuläre Mischung von Münzen und Medaillen aus aller Welt, vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Wie immer liegt dabei ein Schwerpunkt auf Deutschland und dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, aber auch die Sammler anderer Gebiete sollten unbedingt nachsehen, welche Seltenheit wir Ihnen aus Ihrem Spezialgebiet offerieren.

Genannt seien stellvertretend nur vier Stücke:

• Aus Litauen stammt ein zehnfacher Dukat des Wasa Sigismund III., der als König von Polen auch Litauen beherrschte. Dieses 1621 in Vilnius geprägte Stück ist das einzige Exemplar dieses Jahrgangs im Handel.

• Eine prachtvolle Goldmedaille mit einem eindrucksvollen Segelschiff wurde von Stempelschneider Christoph Adolphzoon auf den Frieden von Breda, geschlossen zwischen den Niederlanden und Großbritannien am 31. Juli 1667, herausgegeben.

• Mozaffar ad-Din Schah regierte als fünfter Kadschare das Reich von Persien. Der politisch eher erfolglose Herrscher wurde zu einem frühen Medienstar, weil er sich während der Pariser Weltausstellung in die neue Technik der Kinematographie verliebte. Sein Hoffotograf erhielt den Auftrag, das Notwendige zu kaufen und sich in die Kunst einzuarbeiten. Uns beschert Mozaffars Interesse eine Fülle von hochinteressanten Einblicken in das Persien der Jahrhundertwende.

• Schließen wir mit einem 10-fachen Dukaten von Kaiser Leopold I. aus dem Jahr 1675, geprägt in Kremnitz und versehen mit der eingeritzten Wertzahl 10 im Feld der Vorderseite.

BALTIKUM LITAUEN Sigismund III. von Polen, 1587-1632. 10 Dukaten 1621, Vilnius.
GROSSBRITANNIEN / IRLAND ENGLAND James I, 1603-1625. Rose Ryal o. J. (1606-1607), London.
KÖNIGREICH ITALIEN Victor Emanuel III., 1900-1946. 100 Lire 1905 R, Rom.
NIEDERLANDE BREDA Stadt. Goldmedaille 1667,
RUSSLAND KAISERREICH Alexander II., 1855-1881. Dicke Goldmedaille o. J.,
IRAN Muzzaffaredin, 1896-1907. 10 Tomans 1896 (= 1314 AH), Teheran.
RÖMISCH-DEUTSCHES REICH Leopold I., 1657-1705. 10 Dukaten 1675 KB, Kremnitz.
DIE GEISTLICHKEIT IN DEN HABSBURGISCHEN ERBLANDEN SALZBURG Sigismund von Volkersdorf, 1452-1461. Goldgulden o. J., Salzburg.
NÜRNBERG STADT 5 Dukaten 1698,
ULM STADT Klippe zu 6 Goldgulden 1704,
PREUSSEN Friedrich II., der Große, 1740-1786. Piaster o. J. (geprägt zwischen Dezember 1751 und Februar 1752) ICM, Aurich.
SACHSEN Johann Georg II., 1656-1680. 1 1/2facher Schautaler 1658,
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