Sammelgebiete
Römische Münzen (3. – 5. Jh. n. Chr.)
Römische Münzen (3. bis 5. Jahrhundert n. Chr.)
Mehr als 500 Jahre beherrschte das Römische Reich einen Großteil der bekannten antiken Welt. Dabei prägte es die Wirtschaft, Kunst und Kultur Europas für Jahrhunderte. Auch in der Münzprägung und dem Geldwesen legten die Römer die Grundlage für viele spätere Entwicklungen.
 Nach dem Lesen dieses Artikels weißt du:

  • Warum römische Münzen so beliebte Sammlerobjekte sind.
  • Welches die ältesten und die teuersten römischen Münzen sind.
  • Welche Motive am häufigsten auf römischen Münzen vorkommen.
1.
Was sind römische Münzen?

Römische Münzen sind antike Münzen, die während der Römischen Republik und des Römischen Reiches geprägt wurden. Diese Münzen wurden aus verschiedenen Metallen wie Gold, Silber, Bronze und Kupfer hergestellt und trugen das Porträt eines Herrschers, religiöse Symbole oder andere wichtige Motive. 

Dabei waren römische Münzen nicht nur ein wichtiges Zahlungsmittel, sondern auch ein wichtiges Medium zur Verbreitung von Propaganda und zur Förderung des Kults um den Kaiser. Die meisten römischen Münzen tragen das Bild des Kaisers oder anderer wichtiger Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Götter oder siegreiche Feldherren. 

Römische Münzen sind auch heute noch sehr begehrt und werden von Sammlern auf der ganzen Welt gesucht. Sie sind nicht nur ein wichtiger Teil der Geschichte, sondern auch ein Symbol für die Kunst und die Handwerkskunst der Antike.

2.
Die ältesten römischen Münzen

Die ältesten römischen Münzen wurden aus Bronze gegossen. Das sogenannte „Schwergeld“ (Aes Grave) trug auf das As (= 1 Pfund) und die Unze (= 1/12 As) bezogene Wertzeichen. Diese Prägungen erwiesen sich in der Praxis jedoch als sehr unhandlich. Der Denar als römische Hauptsilbermünze wurde seit 211 v. Chr. im Wert von 10 (später 16) Assen geprägt. Diese römische Münze zeigte anfänglich den behelmten Kopf der Roma auf der Vorder- und die reitenden Dioskuren Castor und Pollux mit dem Schriftzug ROMA auf der Rückseite.

3.
Was sind typische Motive auf römischen Münzen?

Im Laufe des 2. Jahrhunderts v. Chr. erhielten die Münzmeister (Tresviri monetales) das Recht, ihren Namen auf die Gepräge der römischen Münzen zu setzen und das Münzbild selbst zu bestimmen. Nicht selten wählten sie dafür Motive, die sich auf ruhmvolle Taten der eigenen Vorfahren bezogen. Diese „Familienmünzen“ mit einer Vielzahl mythologischer und historischer Darstellung stellen ein äußerst spannendes und facettenreiches Sammelgebiet dar. Vor allem, wenn sich auf ihnen so berühmte Namen wie SVLLA oder BRVTVS finden. 

Gaius Julius Cäsar erhielt als erster Römer im Jahre 44 v. Chr. vom Senat das Recht, sein Porträt schon zu Lebzeiten auf die römischen Münzen zu setzen, wovon er auch regen Gebrauch machte. Seine Verbündeten und Gegner Pompeius, Brutus und Antonius erscheinen nach seiner Ermordung ebenfalls auf den Prägungen der römischen Münzen. 

Mit dem Ende der Republik und dem Beginn der Kaiserzeit begegnen einem in der Regel die jeweiligen Imperatoren und ihre Familien, Gemahlinnen, Thronfolger oder Mitregenten auf Münzen. Das Geldwesen ist weiterhin „trimetallisch“ auf Gold-, Silber- und Bronzemünzen aufgebaut. Die Legenden führen die Ehrentitel und Ämter des Kaisers mit Jahreszahl auf und sind insofern gut zu datieren (z.B. COS V = Im Jahr der 5. Verleihung des Titels Konsul geprägt). 

In der späten Kaiserzeit sanken der Wert und das Edelmetallgehalt der römischen Münzen immer weiter ab. Dem versuchten Kaiser wie Diocletian (284-304) oder Konstantin der Große (308-337) mit Münzreformen und der Einführung neuer Nominale wie dem bronzenen Follis oder Goldenen Solidus zu begegnen. Letztlich konnte jedoch weder der Verfall der Währung noch des Reiches aufgehalten werden und mit Romulus Augustulus (475-476) erscheint der letzte Kaiser des weströmischen Reiches auf den römischen Münzen, bevor er von dem germanischen Offizier Odoaker abgesetzt wurde.

4.
Welches war die teuerste römische Münze?

Die teuerste römische Münze, die je verkauft wurde, ist der sogenannte "Flavian Gold Aureus", der in der Regierungszeit des römischen Kaisers Domitian geprägt wurde. Dieser Aureus wurde im Jahr 2002 für einen Preis von 4,1 Millionen US-Dollar versteigert. 

Der Aureus wiegt etwa 8 Gramm und ist aus 24 Karat Gold gefertigt. Auf der Vorderseite ist das Porträt von Kaiser Domitian zu sehen, während die Rückseite eine Friedenstaube zeigt, die einen Olivenzweig im Schnabel hält. 

Es gibt jedoch auch andere römische Münzen, die für sehr hohe Preise verkauft wurden, wie der "EID MAR"-Denar, der anlässlich der Ermordung von Julius Caesar geprägt wurde und 2017 für einen Preis von 3,5 Millionen US-Dollar verkauft wurde.

5.
Römische Münzen als Sammlerobjekte

Durch die große Menge an verschiedenen Typen, Nominalen und Münzstätten sowie die gleichzeitig verhältnismäßig leicht zu handhabende Literatur eröffnet sich hier mit den römischen Münzen auch für Anfänger eine Vielzahl spannender Sammelgebiete. Hinzu kommt der für den Sammler bedeutsame Umstand, dass die Münzen des römischen Kaiserreiches nicht nur Zahlungsmittel waren, sondern auch als Massenmedium genutzt wurden. Sie waren so etwas wie die „metallenen Zeitungen“ des Imperiums, auf denen die Taten und die militärischen Erfolge der Kaiser verewigt wurden. 

Mit römischen Münzen sammeln Sie also nicht einfach nur Münzen, sondern auch wichtige Ereignisse in der Geschichte und tauchen ein in die spannende Zeit der Punischen Kriege, der Eroberung Galliens durch Cäsar oder den Brand Roms unter Kaiser Nero.

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