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Chinesische Münzen – 2.000 Jahre Münz- und Geldgeschichte

Mit mehr als 1 Milliarde Einwohnern ist China heute das bevölkerungsreichste Land der Erde mit einer über 2.000jährigen Geschichte. Auch der Gebrauch von Geld ist in China bereits in der Jungsteinzeit nachweisbar – damals allerdings noch in Gestalt der Schalen von Kaurischnecken ("Primitivgeld"). Danach folgte eine Phase des "Gerätegeldes" mit bronzenen Zahlungsmitteln in Form von Messern (Bu) oder Spaten (Dao).

211 v. Chr. soll Kaiser Qin Shi Huangdi (247-210 v. Chr.) die ersten runden Münzen mit einem quadratischen Loch in der Mitte eingeführt haben (Käsch). In der Han-Dynastie (206 v. Chr.-220 n. Chr.) wurde der Wert chinesischer Münzen von ihrem Edelmetallgehalt gelöst und ein Nennwert eingeführt. Der Bedarf des Riesenreiches an Zahlungsmitteln muss gigantisch gewesen sein. Allein unter den Song-Kaisern (960-1279) sollen 200 Milliarden chinesische Kupfermünzen geprägt worden sein. Auch beim Papiergeld waren die Chinesen den Europäern um einige Zeit voraus: Bereits im Jahre 1024 wurden die ersten, durch kaiserliches Gold und Silber gedeckten, chinesischen Banknoten der Welt ausgegeben. Allerdings wurde 1644 der Druck von Papiergeld nach der Erfahrung zahlreicher Geldentwertungen wieder aufgegeben.

Im 17. Jahrhundert etablierte sich neben der traditionellen chinesischen Kupfer- eine Silberwährung auf Basis des Tael (37,78 g), der in 10 Mace (= 100 Kandarin = 1.000 Li) unterteilt wurde. Der noch heute gebräuchliche Yuan wurde jedoch erst 1889 eingeführt. Mit dem Sturz der Kaiser und der Gründung der Republik China erfolgte die kurzfristige Umstellung der Währung auf den Silberdollar.

Seit der Machtübernahme durch die Kommunistische Partei nach dem Zweiten Weltkrieg verwaltet die People’s Bank of China (PBoC) die Münz- und Währungspolitik des Landes. Neben den chinesischen Kursmünzen für den alltäglichen Zahlungsverkehr gibt China mit dem Panda in verschiedenen Stückelungen und Edelmetallen heute eine der beliebtesten Anlagegoldmünzen weltweit mit jährlich wechselnden Motiven heraus.

Aufgrund der bereits seit der Kaiserzeit einheitlichen Münzbilder mit Angabe des Herrschernamens, des Nennwertes und der Provinz lassen sich auch die älteren chinesischen Kupfermünzen anhand von Abbildungen und mit etwas Übung relativ leicht bestimmen. Reizvoll sind auch die von China zur Erleichterung des internationalen Handels seit dem 19. Jahrhundert ausgegebenen silbernen Dollarprägungen mit ihren westlich beeinflussten Motiven. Man denke nur an den 1928 geprägten „Autodollar“ anlässlich der Eröffnung der ersten Autostraße in der Provinz Kweichow.

Starten Sie eine Sammlung von chinesischen Münzen, einer der ältesten Münzgeschichten, und begeben Sie sich auf eine numismatische Reise ins „Reich der Mitte“ (Zhongguó)!

Einführungsliteratur

  • Kann, Eduard: Illustrated Catalog of Chinese Coins (Gold, Silver, Nickel and Aluminium), New York 1966.
  • Krause Publications (Krause/Mishler), Standard Catalog of World Coins (1601-Date), 5 Bände, Iola 2012 (jährlich aktualisierte Auflage).
  • Hartill, D.: Cast Chinese Coins, 2005.

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