Ganz gleich, welches Gebiet der Neuzeit Sie interessiert: Wenn Sie eine große Rarität in bester Erhaltung mit toller Provenienz ersteigern möchten, dann bietet unsere 437. Auktion am 28. Januar 2026 in Berlin eine hervorragende Gelegenheit dazu. Der Katalog ist gespickt mit außergewöhnlichen Stücken, von denen wir Ihnen die interessantesten in dieser Auktionsvorschau präsentieren.
Die Auktion beginnt - wie passend für Berlin - mit einer Selektion von Münzen und Medaillen aus Brandenburg-Preußen. Ein großer Teil davon stammt aus dem Besitz zweier bekannter Berliner Sammler. Gunther Hahn ist unseren langjährigen Kunden bestens vertraut. Seine Sammlung wurde im Rahmen der Auktion 300 in Berlin aufgelöst. Damals mochte sich Herr Hahn nicht von allen Stücken trennen. Die, die er für sich zurückbehalten hat, gibt er nun in den Kreislauf des Sammelns zurück.
Volker Schwartz ist allen, die sich für den alten Fritz & Co. interessieren, ebenfalls wohl bekannt. Er redigiert seit 1990 die hochkarätigen "Beiträge zur Brandenburgisch/Preußischen Numismatik", die als Publikationsorgan von Wissenschaftlern und Sammlern mit Leben gefüllt werden. In Auktion 437 kommt der erste Teil seiner umfangreichen Sammlung unter den Hammer unserer Auktionatoren. Teil 2 wird im Rahmen der eLive Auction 91 im März 2026 angeboten. Insgesamt 81 Lose umfasst die Partie. Sie enthält Münzen und Medaillen, deren zeitliches Spektrum mit einem Taler von Kurfürst Joachim II. Hector vom Jahr 1543 beginnt und bis zu den Vereinsmünzen Wilhelms I. aus dem Jahr 1866 reicht. Die Stücke sind ausnahmslos entweder spektakulär erhalten oder äußerst selten. Meistens sind sie sogar beides.
Liebhaber der Renaissancekunst werden sich an dem Porträt freuen, das Markgraf Johann von Küstrin auf einer goldenen Medaille im Gewicht von 21 g verewigen ließ. Wer sich für Wirtschaftsgeschichte interessiert, begeistert sich für die fabelhaft erhaltenen Guinea Dukaten von 1686 und 1690. Freunde des alten Fritz finden eine wunderbare Auswahl an einfachen und doppelten Friedrichs d'ors. Besonders bemerkenswert sind die Taler, die Friedrich II. dezidiert für den Handel prägen ließ: Sie zeigen, welch weitgespannte Ambitionen der preußische König hegte. So entstand der Piaster für China, der Albertustaler für den Ostseehandel und der Levantetaler für die Levante.
Bemerkenswert sind auch die vielen schweren Goldmedaillen, die im 19. Jahrhundert als Prämien und Preise verliehen wurden. Ein gutes Beispiel ist eine Goldmedaille zu 30 Dukaten. Sie wurde dem preußischen Hoflieferanten Hensel und Schumann zuerkannt. Das ist passend, denn Hensel und Schumann war eine Gold- und Silbermanufaktur, die damals weltweit zu den technologisch fortgeschrittensten Betrieben gehörte. Für wissenschaftliche Analysen nutzte die Königliche Akademie ausschließlich chemisch reines Gold und Silber von Hensel und Schumann. Verkaufsschlager war das Lyoner Gold- und Silber. Dabei handelt es sich um mit Metalldrähten umsponnenes Gespinst, wie es im 19. Jahrhundert für eine eindrucksvolle Uniform unabdingbar war. Übrigens gibt es aus der Sammlung Hahn noch eine zweite Goldmedaille zu 25 Dukaten, die ebenfalls diesem Unternehmen verliehen wurde. Auch sie ist äußerst selten: Nur 69 Exemplare wurden geprägt.
Wird während der Auktion der alte Antagonismus zwischen Preußen und Habsburg neu aufbrechen? Werden Sammler aus Wien und Berlin darum rangeln, ob eine österreichische oder eine preußische Münze das höchste Ergebnis bringt? Wir dürfen gespannt sein, denn auch die 99 Lose mit Habsburger Prägungen - inklusive österreichischer Bistümer und Standesherren - sind spektakulär.
Der größte Teil der Raritäten kommt aus der berühmten Sammlung von Kommerzialrat Dr. Herbert Wenzel, die in rund 60 Jahren aufgebaut wurde und als eine der bedeutendsten Münzsammlungen Österreichs gilt. Herr Dr. Wenzel zählte zu den Persönlichkeiten, die nach dem Krieg die österreichische Wirtschaft wiederbelebten. Er bekleidete von 1951 bis zu seiner Pensionierung das Amt eines Generaldirektors der Radio-Austria A.G. Dieser Kommunikationsdienst hatte sich auf die Übermittlung von Telegramm und Telex spezialisiert. Dr. Wenzel gelang es, den Betrieb zu sanieren und die Aktienmajorität aus englischem Besitz in österreichisches Staatseigentum zu überführen. Dafür wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem österreichischen Ehrentitel eines Kommerzialrats. Seit seiner Kindheit investierte Dr. Wenzel viel Zeit in den Aufbau einer Münzsammlung. Es gelangen ihm zahlreiche Ankäufe von extrem seltenen Stücken, die zum Teil seit mehr als einem halben Jahrhundert in seiner Sammlung ruhen.
Ein gutes Beispiel dafür ist eine spektakuläre Schauprägung von Maximilian I. mit dem Datum 1509 im Gewicht von fünf Gulden. Ein anderes beeindruckendes Stück ist der dicke anderthalbfache Reichstaler vom Typ "Dreikaiserprägung", der vermutlich unter dem Tiroler Erzherzog Ferdinand II. wahrscheinlich zwischen 1564 und 1580 entstand.
Unter Leopold I. wurde die mit 200.000 Euro am höchsten geschätzte Münze der Auktion 437 geprägt. Es handelt sich um einen Ehrenpfennig im Wert von 20 Dukaten aus Hall, der an den endgültigen Anschluss Tirols an die Habsburger Erblande im Jahr 1666 erinnert. Im Jahr 1962 gelang es Dr. Welzel eine weitere Rarität zu erwerben, und zwar eine unter Karl VI. entstandene Goldmedaille, die an die Grundsteinlegung der Wiener Karlskirche von 1716 erinnert. Das Unikum ist vorzüglich erhalten.
Von Anhalt bis Würzburg reicht das geographische Spektrum der altdeutschen Prägungen, die wir in unserer Berlin-Auktion anbieten. Liebhaber perfekt erhaltener Großgoldmünzen haben hier die Qual der Wahl. Soll es ein Hamburger Bankportugalöser mit einer detaillierten Stadtansicht sein? Oder doch lieber ein als diplomatisches Geschenk geprägter 10-facher Dukat aus Nürnberg? Oder Regensburg? Nicht zu vergessen, jenes prunkvolle Beispiel eines der ersten in Deutschland geprägten Portugalöser, einer Münze, die Johann Adolf von Holstein-Gottorp in Auftrag gab. Wer Ausbeutemünzen liebt, freut sich über einen äußerst seltenen Dukaten von 1855 aus Goldkronacher Gold. Und für die Freunde Braunschweiger Löser ist die Auswahl enorm.
Ob Sächsische Münzen und Medaillen, ob Nürnberger Lammdukaten, ob seltene Taler oder Dukaten, ganz egal, für welches altdeutsche Gebiet Sie sich interessieren, Sie werden mit Sicherheit Ihr Traumstück finden!
Ein kleiner thematischer Schwerpunkt liegt auf den Prägungen der Anrainerstaaten des Baltischen Meeres wie Dänemark, Schweden, Polen und Russland. Etliche numismatische Kostbarkeiten entstanden während der Auseinandersetzungen um die Herrschaft über die Filetstücke dieses Handelsraums.
Aber auch die schon im Mittelalter industriell so weit entwickelten Gebiete Flanderns und der Niederlande, dazu Frankreich und England bzw. Großbritannien sind bestens vertreten. Wir stellen Ihnen einige besonders interessante Münzen und Medaillen vor, die lediglich einen kleinen Ausschnitt der großen Vielfalt an Raritäten bieten, die Sie in Auktion 437 erwarten.
Last but not least endet unsere 437. Auktion mit 14 herausragenden Objekten und Objektgruppen der Phaleristik. Höhepunkt dieser kleinen, aber feinen Abteilung ist eine Kollane des höchsten russischen Ordens, des Kaiserlichen Ordens des hl. Apostels Andreas des Erstberufenen. Die Punzierung verrät, dass das Stück im Jahr 1864 vom Hoflieferanten Keibel gefertigt wurde.
Wir wissen nicht, wer einst den Orden trug, aber ein kleiner Blick auf die Liste derer, die 1864 mit ihm ausgezeichnet wurden, gibt uns einen Anhaltspunkt, aus welcher Gesellschaftsschicht sein Träger gestammt haben muss. Lediglich 13 Persönlichkeiten wurden in diesem Jahr mit ihm geehrt, darunter nicht nur russische Berühmtheiten, sondern auch die preußischen Prinzen Alexander und Georg, Erzherzog Stephan von Österreich, Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar, Prinz August Ernst von Hannover, Kronprinz Wilhelm Christian von Dänemark und Herzog Napoleon August Lannes de Montebello.
Berlin-Auktion 437
Brandenburg-Preußen | Ausgewählte Münzen und Medaillen der deutschen Staaten und des Habsburgerreiches | Numismatische Raritäten aus aller Welt | Eine Auswahl seltener Orden und Ehrenzeichen
Auktionsauftrag für die Auktion 437
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Zeitplan für die Auktion 437
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