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Vortrag von Prof. Johannes Nollé - Sächsische Erbteilungen, neugegründete Residenzstädte und die territoriale Aufsplitterung Thüringens im Spiegel der Münzen

Immer wieder war es dem Haus Künker vergönnt, bedeutende wie auch interessante Kollektionen sächsischer Münzen für seine Auktionen aufzubereiten und seinen Kunden anzubieten. So konnten diese am 19. März 2026 in unserer Auktion 441 in Gotha geprägte Münzen der kleinen, aber feinen Kollektion Dr. Wolfgang Kümpfel für ihre Sammlungen erwerben. 

Am Vorabend der Versteigerung hielt unser Scientific Consultant Professor Johannes Nollé einen gut besuchten Vortrag, der die Geschichte der Sachsen von der Antike bis in die Neuzeit beleuchtete und dabei die Wanderung des Sachsennamens von der Elbmündung bis nach England, Niedersachsen und Westfalen sowie nach Sachsen-Anhalt und in die heutigen Bundesländer Sachsen und Thüringen skizzierte. Der Vortragende ging dabei insbesondere auf die vielen Erbteilungen ein, die das Herzogtum Sachsen immer weiter zersplitterten. Das trifft insbesondere für die in der Leipziger Teilung des Herzogtums von 1485 entstandene Linie der Ernestiner zu, die nicht wie die Albertiner die Primogenitur einführten, bei der der Erstgeborene das ungeteilte Staatsgebiet übernahm. Da die Ernestiner als energische Unterstützer der Reformation es wagten, sich 1547 in der Schlacht bei Mühlberg dem katholischen Kaiser Karl V. entgegenzustellen, verloren sie die sächsische Kurwürde an die Dynastie der Albertiner. Zudem wurden die Ernestiner auf Thüringen und die anliegenden fränkischen Besitztümer der Sachsen beschränkt. In der Folgezeit verwandelten sie durch konsequente Erbteilungen Thüringen in ein Gebiet, das mit sächsischen Kleinstaaten übersät war. Es kam zu ständigen territorialen Veränderungen, da mehrere Linien ausstarben und deren Territorien anderen sächsischen Herzoghäusern zufielen. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass einer dieser Kleinstaaten, das Haus Sachsen-Coburg und Gotha, trotz seiner geringen Größe und Bedeutung in der 1. Hälfte des 19. Jhdts. zu einem der bedeutendsten Fürstenhäuser Europas aufsteigen konnte, da seine Mitglieder in die vornehmsten Herrscherhäuser Europas einheirateten oder zu Regenten wurden. Die englische Königin Victoria, deren Mutter eine Prinzessin von Sachsen-Coburg-Saalfeld war, heiratete 1840 ihren Cousin Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Sachsen spielte erneut eine wichtige Rolle in England. Die Hochzeit von Viktoria und Albert hatte Leopold I. arrangiert, der ebenfalls ein Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha war und 1830 den belgischen Thron bestiegen hatte.

Professor Dr. Johannes Nollé, 

geboren 1953 in Aachen, hat nach seinem Abitur Geschichte, Germanistik, Pädagogik und Politikwissenschaft in Aachen und Klassische Philologie, Alte Geschichte und Archäologie an der Universität in Köln studiert, wo er 1981 promoviert wurde. Nach seiner Habilitation 1991 an der Universität Bremen und Umhabiliation an die Ludwig Maximilians-Universität München, wurde er 1998 zum apl. Professor ernannt. Von 1985 – 2019 war er wissenschaftlicher Referent des Deutschen Archäologischen Instituts an der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik in München, bevor wir ihn im Juli 2019 als wissenschaftlichen Berater gewinnen konnten.

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