- Entstehung verschiedener unabhängiger Münzprägungen.
- Münzgeschichte in kolonialen und post-kolonialen Zeiten.
- Welche sind historische und wertvolle Münzen.
Im Gegensatz zu China und Japan, wo schon früh Münzen im Umlauf waren, galten weite Teile des asiatischen, afrikanischen und amerikanischen Kontinents zu Beginn des 16. Jahrhunderts noch um "unmonetäre Zonen". Mit der Erlangung der Unabhängigkeit begann in vielen ehemaligen Kolonien eine eigenständige Münzprägung, die in ihren Münzbildern häufig Symbole der neu gewonnenen Freiheit verwendete, wie etwa die amerikanische Liberty. Dabei blieb die Münzprägung in der Regel zunächst europäisch geprägt, sowohl im Bild als auch in den Nominalen. Rückgriffe auf die eigene vorkoloniale Vergangenheit finden sich auf den Münzen erst spät.
In Afrika war der Münzumlauf bis in die Neuzeit eher gering und verschiedene prämonetäre Formen wie Stein- und Muschelgeld dienten als Zahlungsmittel. Das spätere Kolonialgeld kam oftmals erst im Gepäck der Kolonialmächte aus Übersee in diese Regionen und die ersten Prägungen sind dementsprechend Kopien von Münzen des Mutterlandes mit Beizeichen zur Kennzeichnung des überseeischen Herkunftslandes. Die wohl bekannteste Handelsmünze des 18. Jahrhunderts war der österreichische Maria-Theresien-Taler, der in großen Mengen aus Übersee nach Afrika exportiert und dort gegengestempelt wurde.
Nach der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten begannen viele afrikanische Länder, ihre eigenen nationalen Währungen und Münzen einzuführen. Diese Münzen wurden oft mit Symbolen und Motiven gestaltet, die die nationale Identität und Kultur repräsentieren sollten. Einige Länder, wie beispielsweise Ghana, führten auch spezielle Gedenkmünzen ein, um bedeutende historische Ereignisse oder Persönlichkeiten zu ehren.
Im Laufe der Geschichte gab es mehrere deutsche Kolonien. Jede Kolonie hatte ihre eigene Währung, die für das jeweilige Gebiet spezifisch war. Diese Münzen waren in verschiedenen Stückelungen erhältlich und wurden als Tauschmittel im Handel und im täglichen Leben verwendet. Heute sind sie bei Sammlern und Historikern gleichermaßen begehrt, denn sie repräsentieren einen wichtigen Teil der deutschen Kolonialgeschichte.
- Deutsch-Ostafrika: Deutsch-Ostafrika war von 1885 bis 1919 eine Kolonie des Deutschen Reiches. Die offizielle Währung war der Deutsch-Ostafrikanische Rupie. Diese Währung wurde in verschiedenen Stückelungen ausgegeben, darunter Münzen und Banknoten.
- Deutsch-Südwestafrika: Deutsch-Südwestafrika bestand als deutsche Kolonie von 1884 bis 1915. Die offizielle Währung war die Deutsch-Südwestafrikanische Mark. Es wurden sowohl Münzen als auch Banknoten in dieser Währung ausgegeben.
- Kiautschou: Kiautschou war eine deutsche Kolonie in China, die von 1898 bis 1914 bestand. Die offizielle Währung war der Kiautschou-Dollar. In dieser Währung wurden Münzen und Banknoten ausgegeben.
- Kamerun: Die ehemalige deutsche Kolonie in Kamerun bestand zwischen 1884 bis 1916. Dort wurde die Deutsche Kamerun-Rupie als Zahlungsmittel eingeführt.
- Pazifik: In den deutschen Kolonien im Pazifik, insbesondere in Deutsch-Neuguinea und auf den Karolinen, war die Deutsch-Neuguinea-Mark die offizielle Währung. Sie wurde während der deutschen Kolonialherrschaft von 1884 bis 1919 ausgegeben.
Die ersten Münzen, die während der Kolonialzeit in Südamerika verwendet wurden, waren spanische Münzen. Spanien war eine der wichtigsten Kolonialmächte in Südamerika und brachte seine Währung in die neuen Kolonien. So etablierten sich der Real und der Escudo als Währungen in Südamerika. Diese Münzen bestanden aus Gold oder Silber und hatten je nach Gewicht und Reinheitsgrad einen unterschiedlichen Wert. Sie wurden von der spanischen Krone geprägt und in den Kolonien als offizielles Zahlungsmittel akzeptiert. So entfaltete das spanische Weltreich im 16. und 17. Jahrhundert eine umfangreiche Münzprägung in Südamerika, die heute ein reizvolles und umfangreiches Sammelgebiet für Überseemünzen darstellt. Einige Münzen waren nur für den Umlauf in den Kolonien bestimmt und sind heute entsprechend selten.
Die ersten Münzen, die während der Kolonialzeit in den Gebieten des heutigen US-amerikanischen Territoriums verwendet wurden, waren meist ausländische Münzen, insbesondere spanische Münzen wie der Real und der Escudo. Da die britische Kolonialmacht die Verwendung eigener Münzen in den Kolonien einschränkte, waren ausländische Münzen das vorherrschende Zahlungsmittel.
Im Jahr 1792 wurde der Coinage Act (Münzgesetz) verabschiedet, der die Gründung einer eigenen Münzprägeanstalt, der United States Mint, ermöglichte. Damit war der Grundstein für die Entwicklung der Münzgeschichte in den USA gelegt.
Die United States Mint begann 1793 mit der Prägung von Kupfermünzen, den sogenannten „Half Cents" und „Large Cents". Später wurden auch Silber- und Goldmünzen eingeführt, um den wachsenden Bedarf an Zahlungsmitteln zu decken. Im Laufe der Zeit wurden verschiedene Münzen und Münzserien eingeführt, darunter der Dime, der Quarter, der Half Dollar und der weltbekannte US-Dollar. Zu den bekanntesten historischen Münzen gehören der Morgan Dollar und der Peace Dollar.
Wussten Sie: In den nordamerikanischen Kolonien war Metallgeld aus Übersee zeitweise so knapp, dass sich das Papiergeld dort mangels Alternativen besonders schnell durchsetzte.
Die ersten Münzen, die in Mexiko geprägt wurden, waren so genannte Cob-Münzen, die für ihr raues und unregelmäßiges Aussehen bekannt waren. Diese Münzen wurden aus Edelmetallen wie Silber und Gold hergestellt und trugen oft das Wappen Spaniens oder des spanischen Monarchen.
Nach dem Beginn des Unabhängigkeitskampfes gegen Spanien zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte Mexiko seine eigenen Münzen. Eine wichtige Figur in der mexikanischen Münzgeschichte war José María Morelos, ein Anführer der mexikanischen Unabhängigkeitsbewegung, der eine eigene Münze, die "Moneda de Morelos", prägen ließ.
Nach der endgültigen Unabhängigkeit Mexikos im Jahr 1821 wurde der mexikanische Peso als offizielle Währung eingeführt. Die ersten Peso-Münzen wurden aus Silber geprägt und trugen häufig Symbole der mexikanischen Kultur und Geschichte.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute werden in Mexiko Goldmünzen geprägt. Die meisten Münzen werden aus hochwertigem Gold hergestellt - eine Tatsache, die sowohl für Investoren als auch für Numismatiker attraktiv ist. Verantwortlich für die Münzproduktion ist die Casa de Moneda de México, eine der ältesten Münzanstalten der Welt und heute eine Abteilung der Banco de México.
Die ersten Münzen, die während der Kolonialzeit in Indien verwendet wurden, waren die so genannten "Honigwabenmünzen" oder "Punchmarked Coins". Diese Münzen wurden seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. in verschiedenen Teilen Indiens geprägt und zeichneten sich durch einzigartige Prägezeichen und Symbole aus.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde Indien von verschiedenen ausländischen Mächten kolonisiert, darunter das Maurya-Reich, das Gupta-Reich und das Sultanat von Delhi. Mit der Ankunft der europäischen Kolonialmächte im 16. Jahrhundert, insbesondere der Portugiesen, Holländer, Franzosen und Briten, begann sich die Münzgeschichte Indiens zu verändern.
Während der britischen Kolonialherrschaft in Indien wurde das indische Münzwesen stark von den Briten geprägt. Die East India Company führte im 18. Jahrhundert die "Bombay Presidency Rupee", die "Madras Presidency Rupee" und die "Bengal Presidency Rupee" ein. Später wurden diese Rupien durch die "British Indian Rupee" ersetzt, die in ganz Britisch-Indien als offizielles Zahlungsmittel galt.
Nach der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 führte die indische Regierung eine eigene Währung ein, die "Indian Rupie". Diese Währung wird noch heute in verschiedenen Stückelungen als Münzen und Banknoten verwendet.
Heute prägen viele Staaten in Afrika und Übersee attraktive Anlagemünzserien in Silber, Gold oder Platin, die vielen Sammlern den Einstieg in die Welt der Numismatik eröffnet haben. Holen Sie sich mit den Münzen aus Afrika und Übersee ein Stück der großen weiten Welt nach Hause und erleben Sie die spannende überseeische Münzgeschichte der ganzen Welt. Entdecken Sie auch deutsche Münzen ab 1871 in unserem Münzshop.
- Krause Publications (Krause/Mishler), Standard Catalog of World Coins (1601-Date), 5 volumes, Iola 2012 (annually updated edition).
- Friedberg, A. L. / Friedberg, I. S.: Gold Coins of the World. From ancient times to the present, 8th edition, Clifton 2009.
- Schön, G. / Schön, G.: Weltmünzkatalog 20.-21. Jahrhundert (1900-2012), 41st edition, Regenstauf 2013 (annually updated edition).
- Schön, G. / Kahnt, H.: Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert (1801-1900), 16th edition, Regenstauf 2013 (annually updated edition).
Die angeführten Kataloge können lediglich einen Überblick über das Sammelgebiet der überseeischen Münzen vermitteln. Für den interessierten Sammler und Historiker gibt es eine Vielzahl an Spezialkatalogen zu den einzelnen Ländern und Regionen.