Sammelgebiete
Münzen der Kreuzfahrer
Münzen der Kreuzfahrer
Wohl kaum ein Ereignis hat die Welt des Mittelalters zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert derart sozial und kulturell beeinflusst, wie die Kreuzzüge und die damit verbundenen christlichen Staatenbildungen in Palästina und dem Mittelmeerraum. Mit ihren unterschiedlichen kulturellen Einflüssen sind die Münzen der Kreuzfahrer ein faszinierendes Sammelgebiet aus einer bewegten historischen Epoche.
 Nach dem Lesen dieses Artikels weißt du:

  • Wie die Kreuzzüge die Münzprägung beeinflussten.
  • Nach welchen Vorbildern die Kreuzfahrer-Münzen geprägt wurden.
  • Welche Münzbilder besonders beliebt waren.
1.
Die Befreiung des “Heiligen Landes”

Im Jahre 1095 rief Papst Urban II. im französischen Clermont zur Befreiung des Heiligen Landes aus der Hand der Muslime auf und löste damit die Kreuzzugswelle des Hochmittelalters aus. Im Ersten Kreuzzug (1096 - 1099 n. Chr.) gelang es den europäischen Kreuzfahrern, wichtige Gebiete im Nahen Osten zu erobern. In den Gebieten von Palästina und Syrien entstanden die vier Kreuzfahrerstaaten: das Königreich Jerusalem, das Fürstentum Antiochia sowie die Grafschaften Edessa und Tripolis. Der ständige Bedarf an Versorgungsgütern löste rege Handelsaktivitäten mit den Kreuzfahrerstaaten aus, von denen in erster Linie die italienischen Städterepubliken Venedig, Florenz und Genua als Kreuzfahrer profitierten. 

Selbstverständlich blieb auch die Münzprägung nicht unbeeinflusst von den militärischen Auseinandersetzungen.

2.
Die Kreuzfahrer-Numismatik

Zu den Münzen der Kreuzfahrer zählen alle Prägungen der vier Kreuzfahrerstaaten, sowie die Prägungen des Johanniter-Ordens auf Rhodos und die Münzen der christlichen Staaten in der Ägäis, die nach der Eroberung des Byzantinischen Reiches gegründet wurden. In den Münzbildern und Umschriften der Kreuzfahrer treffen europäische, islamische und byzantinische Gestaltungselemente aufeinander und gehen eine einzigartige Verbindung ein. Geprägt wurden Gold-, Silber- und Kupfermünzen.

3.
Die drei Phasen der Kreuzfahrer-Münzprägung

Zwischen dem Ersten und Zweiten Kreuzzug (1099-1146) wurden anscheinend nur Kupfermünzen nach byzantinischem Vorbild in Antiochia und Edessa geprägt. Danach begann bei den Kreuzfahrern eine Phase der Silbermünzprägung (ca. 1150-1250) nach europäischem Vorbild (Denare). Einprägsame Münzbilder des Königreichs Jerusalem sind beispielsweise der „Davidsturm“ Balduins III. (1143-1163) und die „Grabeskirche“ unter Amalrich IV. (1163-1174). Die vermutlich seit den 1140er Jahren geprägten Goldmünzen der Kreuzfahrer sind untergewichtige Nachahmungen arabischer Dinare mit fehlerhaften Legenden. Im Jahre 1251 verbot Papst Innozenz IV. (1243-1254) diese unchristlichen Prägungen der Münzen, die fortan ein Kreuz im Münzbild zeigten und Umschriften mit christlichem Inhalt besaßen - freilich weiterhin in arabischer Schrift. 

Tauchen Sie in die Münzgeschichte einer bewegten Epoche ein und erleben Sie mit den Kreuzfahrern den mittelalterlichen Kulturaustausch zwischen Orient und Okzident im Münzbild!

4.
Literaturempfehlungen

  • Malloy, A. G. / Preston, I. F. / Seltman, A. J.: Coins of the Crusader States, 2. Auflage, New York 2004. 
  • Metcalf, D. M.: Coinage of the Crusades and the Latin East in the Ashmolean Museum Oxford, 2. Auflage, London 1995. 
  • Schlumberger, G. L.: Numismatique de l’Orient latin, Paris 1878-1822. 
  • Stumpf, G.: Der Kreuzzug Kaiser Barbarossas. Münzschätze seiner Zeit, München 1991.

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