Sammlerportraits
Heinz-Falk Gaiser
Heinz-Falk Gaiser wurde am 8. Dezember 1942 in Bernburg an der Saale geboren. 
Sein Vater Heinz Reinhard stammte aus Leipzig und war Flugkapitän und Abnahmepilot bei Hugo Junkers im anhaltischen Bernburg. Die Flugzeuge wurden nach der Fertigstellung im Werk einmal von Abnahmepiloten geflogen, bevor sie an die Luftwaffe ausgeliefert wurden. 
Seine Mutter Elisabeth Schneiderhahn war in Nordstetten (heute Stadtteil von Horb am Neckar, Kreis Freudenstadt) zuhause. 
Im Gasthaus der Familie, dem “Schäpfle“, das mitsamt der zugehörigen Brauerei der Familie Schneiderhahn gehörte, lernten sich die beiden kennen, als der Pilot auf dem Rückweg vom Bodensee dort einkehrte. Bald darauf heirateten sie und zogen nach Bernburg. 

Heinz-Falk Gaiser wurde am 8. Dezember 1942 in Bernburg an der Saale geboren.

Sein Vater Heinz Reinhard stammte aus Leipzig und war Flugkapitän und Abnahmepilot bei Hugo Junkers im anhaltischen Bernburg. Die Flugzeuge wurden nach der Fertigstellung im Werk einmal von Abnahmepiloten geflogen, bevor sie an die Luftwaffe ausgeliefert wurden.

Seine Mutter Elisabeth Schneiderhahn war in Nordstetten (heute Stadtteil von Horb am Neckar, Kreis Freudenstadt) zuhause.

Im Gasthaus der Familie, dem “Schäpfle“, das mitsamt der zugehörigen Brauerei der Familie Schneiderhahn gehörte, lernten sich die beiden kennen, als der Pilot auf dem Rückweg vom Bodensee dort einkehrte. Bald darauf heirateten sie und zogen nach Bernburg.

Im Sommer 1942 verunglückte Heinz Reinhard bei einem Absturz während eines Fluges tödlich. Elisabeth kehrte kurz darauf zu ihrer Familie nach Nordstetten zurück, wo der kleine Heinz-Falk aufwuchs.

Nach dem Krieg heiratete Mutter Elisabeth Erwin Gaiser, mit dem sie 1947 einen weiteren Sohn, Carl-Christian,bekam. Die Familie Gaiser betrieb bis Anfang der 1980er eine Textilfabrik in Nordstetten.

Nach dem Besuch der Grundschule und der am Gymnasium in Horb erworbenen mittleren Reife absolvierte Heinz-Falk Gaiser bei der Kreissparkasse in Horb eine Ausbildung zum Bankkaufmann. Mit großer Begeisterung erfüllte er erfolgreich seine Aufgaben und fand bei seinen Kollegen und Vorgesetzten schnell Anerkennung. Vermutlich entstand hier seine positive Bindung zur Institution Bank und zu Bankgeschäften, die sein Berufsleben prägte.

Nach der Ausbildung besuchte er das Wirtschaftsgymnasium in Reutlingen und studierte anschließend erst in Nürnberg, dann in Saarbrücken Betriebswirtschaft. Nebenbei folgte er den Genen seines leiblichen Vaters und betrieb als Hobby das Sportfliegen, das er mit Rundflügen für Touristen finanzierte. Während des Studiums lernte er seine spätere Frau kennen. Das Paar heiratete 1971, und 1976 kam in Stuttgart ihr Sohn zur Welt.

Heinz-Falk Gaiser setzte seine Banklaufbahn zunächst von 1970 bis 1976 im Kreditgeschäft der Südwestbank in Stuttgart fort. Nach zwei Jahren bei der südwestdeutschen Landesbank (1977-1979) wurde er Leiter des Firmenkundengeschäfts bei der Landesgirokasse in Sindelfingen (1979-1989) und in Böblingen und Calw (1989-1992). Schließlich leitete er ab 1992 die Abteilung für Kreditbetreuung in der Zentrale der Landesgirokasse in Stuttgart. Gaiser engagierte sich in seiner Arbeit leidenschaftlich und war in der Stuttgarter Bankenwelt ein anerkannter Fachmann für das Risikomanagement im Bereich Firmenkredite. Als die Landesgirokasse 1999 mit der Südwest LB zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) fusionierte, ergriff er die Möglichkeit und ging im Alter von 57 Jahren in den Ruhestand.

Entgegen den Bedenken von Familie und Freunden erwies sich dieser Schritt als goldrichtig. Heinz-Falk Gaiser konzentriert sich nun darauf, sein Leben zu genießen und sich seinen vielfältigen Interessen zu widmen. Quasi jedes Wochenende unternahm er mit seiner Frau und mit Freunden ausgedehnte Wanderungen in Süddeutschland. Auch Radfahren und Klavierspielen wurden in die Tagesabläufe eingeplant. Mit der ihm eigenen Akribie und Systematik plante er alles, auch die Haushaltsführung und Vorratshaltung. Seine Nachbarn schätzten es sehr, auf die gut sortierten Vorräte im Hause Gaiser zurückgreifen zu können, wenn nach Ladenschluß etwas fehlte.

Als 2005 sein erster Enkel geboren wurde, begann eine neue Lebensphase, und Heinz-Falk Gaiser erfüllte mit Herzblut seine Rolle als fürsorglicher Großvater. Die Wanderungen wurden nun auf kindergerechten Routen geplant und der Mittwoch als “Enkeltag“ fest im Wochenkalender installiert für Ausflüge, Besuche im Schwimmbad und stundenlanges Vorlesen. 2010 und 2014 wurden den Großeltern zwei weitere Enkel beschert.

Zu den großen Leidenschaften des Finanzexperten zählte die Beschäftigung mit der Geldgeschichte und das Sammeln von Münzen. Geld spielte eine entscheidende Rolle im Berufsleben von Heinz-Falk Gaiser, und er begann schon während seiner Ausbildung zu Ende der 1950er Jahre mit dem Sammeln historischer Geldstücke. Dabei betrachtete er das Sammeln von Münzen weniger als reine Liebhaberei, sondern mehr als das Befüllen einer gigantischen Sparbüchse. In diesem Sinne erlaubte er es sich beim Münzenkauf auch – allerdings in seltenen Fällen – „über die Stränge zu schlagen“, was er sich ansonsten versagte. Ein weiterer Aspekt beim Münzensammeln war, dass er dieses Hobby für sich selbst betreiben und hier seine Ruhe und Entspannung – auch nach seiner Pensionierung – finden konnte. Neben anderen Sammelgebieten fokussierte sich Gaiser auf die Münzen der Grafen, Herzöge und Könige von Württemberg, seiner Heimat. Gerne teilte er sein profundes Wissen mit anderen - beispielsweise mit seinen Wanderfreunden, denen er plötzlich unterwegs am passenden Ort eine historische Münze aus seiner Hemdtasche vorführte. Außerdem genoss er den Austausch mit anderen Münzsammlern, sowohl privat als auch im 1901 gegründeten Württembergischen Verein für Münzfreunde, dessen aktives Mitglied er war.

Beim Aufbau seiner Sammlung ging es Gaiser darum, möglichst alle gängigen Württemberger Münztypen seit dem 14. Jahrhundert zusammenzustellen und so die württembergische Münz- und Geldgeschichte zu dokumentieren. Dabei orientierte er sich an dem hervorragenden dreibändigen Korpuswerk „Die württembergischen Münzen“ von Ulrich Klein und Albert Raff. Während er an den Auktionen von Stefan Sonntag in Stuttgart gerne persönlich teilnahm, ließ er sich auf auswärtigen Versteigerungen in der Regel vertreten, u.a. durch die Firma Künker.

In den vielen Jahren hat sich so ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zwischen Heinz-Falk Gaiser und unserer Firma gebildet.

Heinz-Falk Gaiser war immer bereit, anderen zuzuhören und aus seinem reichen Erfahrungsschatz wertvolle Anregungen zu geben, wovon auch der Unterzeichner dieses Vorwortes in zahlreichen offenen Gesprächen, die auch viele nicht-numismatische Themen berührten, profitieren konnte.

Die positive Grundeinstellung von Heinz-Falk Gaiser kann man einem Kommentar entnehmen, den er auf die Frage, wie er den Ruhestand aushalte, geäußert hat: „Mein permanenter Zustand der Zufriedenheit wird nur durch gelegentliche Momente des Glücks unterbrochen.“

Leider konnte er den Kampf gegen eine schwere Krankheit nicht gewinnen und starb am 25. September 2022 – kurz vor seinem 80. Geburtstag – im Kreise seiner Familie.

Wir bedanken uns bei Heinz-Falk Gaiser und seiner Familie für das Vertrauen, uns mit der Versteigerung seiner Sammlung zu betrauen und seine Münzen wieder in den numismatischen Kreislauf zurückfließen zu lassen.

Osnabrück, im Juli 2024
Dr. Andreas Kaiser

Auktion 421

Die Sammlung Heinz-Falk Gaiser, Teil 2

Minted History of Württemberg  - The Duchy from 1693 to 1797

Online-Katalog

Auktion 411

Die Sammlung Heinz-Falk Gaiser, Teil 1

Württembergische Münzgeschichte von den Anfängen im 14. Jahrhundert bis 1693

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