Es sind „nur“ 638 Lose in der Antiken-Auktion 419, aber diese haben es in sich. Gleich, ob Sie für keltische Raritäten, feinste griechische Kunst oder herausragende römische Porträts schwärmen: in Auktion 419 finden Sie, was Sie suchen. Es werden mehrere Sammlungen aufgelöst. Unter ihnen stechen zwei Sammlungen heraus: Zum einen die Sammlung eines Juristen, der ausschließlich römische Münzen mit feinsten Provenienzen kaufte; zum anderen eine anonyme Sammlung, die vor 1990 abgeschlossen war und viele Kabinettstückchen enthält.
Die Münzen der Kelten sind immer noch ein Spezialgebiet für die Menschen, die das Besondere suchen. Wir bieten 37 Lose aus der keltischen Kultur an, darunter einige von größter Seltenheit. Der Kenner findet nicht nur die bekannten und beliebten „Regenbogenschüsselchen“, sondern auch seltene Typen wie eine Nachahmung eines Goldstaters nach dem Vorbild der Münzen Philipps II. und eine Tetradrachme vom Typ „Turnierreiter“. Beide Stücke erinnern daran, dass die Kelten die Münzprägung kennenlernten, als sie als Söldner im makedonischen Heer kämpften. Ihre heimischen Münzbilder gestalteten keltische Künstler nach diesem Vorbild.
Wer sich für die klassische Ästhetik begeistert, kommt an der hohen Kunst der griechischen Stempelschneider nicht vorbei. Niemand gestaltete schönere Designs, von denen einige die Münzprägung bis in die Moderne prägten. Einige ganz besondere Beispiele für diese Prägung sind in der Auktion 419 zu finden. Sie verfügen zum größten Teil über ausgezeichnete Provenienzen und waren teilweise seit mehr als drei Jahrzehnten nicht mehr auf dem Markt. Wer griechische Münzen liebt, für den lohnt es sich, den Katalog aufmerksam zu studieren.
Die numismatisch gesehen wohl spannendste Epoche der römischen Münzprägung sind die Bürgerkriege nach dem Tod Caesars. In diesen Jahren etablierte sich nicht nur das Porträt als typisches Münzbild. Nie zuvor und nie danach wurden Münzen in so vielen verschiedenen Münzstätten mit so unterschiedlichen politischen Botschaften herausgegeben. Die Münzprägung bietet uns einen Einblick in die aktuelle Tagespolitik der letzten Phase der römischen Republik mit ihren kurzlebigen Bündnissen, die nur allzu schnell scheiterten. Wenn Sie sich für diese Periode interessieren, ist unser Katalog 419 ein absolutes Muss, denn er enthält eine Fülle von ikonischen Prägungen. Natürlich finden Sie das Porträt von Caesar in mehreren Versionen, aber auch den berühmten Eid Mar Denar, der aus einer vor 1990 abgeschlossenen Sammlung stammt. Aus der gleichen Sammlung kommen Aurei, die Porträts der verschiedenen Akteure kombinieren, so Marcus Antonius mit Octavian bzw. dessen Schwester Octavia. Höhepunkt dieser kleinen Serie ist neben dem Eid Mar Denar ein Aureus aus einer syrischen oder armenischen Münzstätte, auf dem Marcus Antonius seinen Sohn und präsumptiven Nachfolger Antonius Antyllus vorstellt. Antyllus, der bereits im Alter von 10 Jahren mit Octavians damals zweijährigen Tochter Julia verlobt wurde, erreichte gerade einmal sein 13. Lebensjahr. Nach dem Selbstmord seines Vaters und Kleopatras floh er in den Tempel des Divus Iulius, um dort Asyl zu erflehen. Doch „Friedenskaiser“ Augustus kannte keine Gnade: Antyllus, der Sohn von Marcus Antonius und Fulvia, wurde zusammen mit dem 17-jährigen Caesarion, dem Sohn von Caesar und Kleopatra, hingerichtet.
Ganz gleich, ob Sie römische Aurei lieben, die großartigen Porträts der römischen Denare bevorzugen, unbedingt ein Medaillon haben möchten, oder doch lieber in herrlichen Patinas schwelgen: Unsere Auktion 419 bietet für jeden Geschmack etwas. Natürlich gibt es seltene Kaiser und historisch relevante Rückseiten im Überfluss. Die vielen großartigen Provenienzen, die der „Jurist“ minutiös notierte, machen zahlreiche Prägungen zu heiß begehrten, seltenen und exklusiven Sammelobjekten, wie sie auch bei Investoren beliebt sind. Wir dürfen neugierig sein, was einzelne Stücke bringen werden.