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Völkerwanderung (4. – 6. Jh. n.Chr.)
Völkerwanderung (4. bis 6. Jahrhundert n.Chr.)
Die ältere Vorstellung von Horden barbarischer Völkerschaften, die den Limes überrannten und das Römische Reich zu Fall brachten, ist in der heutigen Forschung so nicht mehr tragbar. Zum einen befanden sich Germanen bereits zuvor in größerer Zahl in römischen Militärdiensten und zum anderen waren es keine einheitlichen Stämme, sondern eher gemischte Zweckbündnisse, die den spätantiken Heeren entgegentreten.
 Nach dem Lesen dieses Artikels weißt du:

  • Warum der Begriff Völkerwanderung heute eher kritisch beäugt wird.
  • Welche Symbole und Porträts auf Münzen der Völkerwanderung zu sehen sind.
  • Warum für das breite Spektrum an Münzen eine gute Literatur zur Einordnung nötig ist.
1.
Der Begriff Völkerwanderung in der Kritik

Der seit dem 18. Jahrhundert gebrauchte Begriff „Völkerwanderung“ ist in letzter Zeit zunehmend in die Kritik der Historiker geraten. Numismatisch gesehen bezeichnet „Völkerwanderung“ alle Prägungen germanischer Stämme (gentes) von den ersten „pseudo-imperialen“ Nachprägungen römischer Münzen bis zu den eigenständigen „nationalisierten“ Münzen der germanischen Königreiche (regna).

2.
Was sind Münzen der Völkerwanderung?

Münzen der Völkerwanderung sind antike Münzen, die in Europa während der Zeit der Völkerwanderung (4. bis 6. Jahrhundert n. Chr.) geprägt wurden. Sie geben uns wichtige Einblicke in die Geschichte und Kultur der damaligen Zeit. So zeigen sie zum Beispiel Porträts von Herrschern, heidnischen Gottheiten oder kriegerischen Szenen. Die Münzen dienten nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch als Propagandamittel, um die Macht und den Einfluss der Herrscher zu demonstrieren. 

Heutzutage sind Münzen der Völkerwanderung bei Sammlern und Historikern sehr begehrt, da sie ein wichtiges Zeugnis aus einer turbulenten Epoche der europäischen Geschichte darstellen.

3.
Verschiedene Münzgebiete der Völkerwanderung

Die erste Stufe des völkerwanderungszeitlichen Münzwesens sind die sogenannten „pseudo-imperialen“ Prägungen – mehr oder weniger gelungene Nachahmungen kaiserlicher Gold- und Silbermünzen, die sich anhand ihres Stils verschiedenen Stämmen zuweisen lassen. Kupfer- (Follis) und Silbermünzen (Siliqua) wurden bereits seit dem Ende des 5. Jahrhunderts „nationalisiert“, d. h. im Namen der germanischen Herrscher, geprägt. Die Goldmünzen (Solidus und Triens) ahmten weiterhin das oströmisch-byzantinische Vorbild nach, gelegentlich ergänzt durch ein kleines Herrschermonogramm im Feld (bspw. GVB für den Burgunderkönig Gundobald, 473-516). Erst der Frankenherrscher Theudebert von Metz (534-548) setzte seinen eigenen Namen auf die Münzen und brach damit das Goldmünzenmonopol der byzantinischen Kaiser.

Für den Sammler von Münzen der Völkerwanderung kommen Prägungen der Vandalen (Nordafrika), Ostgoten (Italien), Westgoten (Frankreich und Spanien), Sueben (Spanien) und Langobarden (Italien) als Themenkomplexe in Frage, wobei deren Bestimmung und Zuweisung nicht immer leicht ist und eine gute Kenntnis der Fachliteratur erfordert.

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