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Hoher Orden vom Schwarzen Adler (1701). Probemäßiges Monogramm-Glied der Goldenen Kette, 55,7 x 56,1 mm, wohl frühe Anfertigung der Firma Sy & Wagner in Berlin nach 1859 (ohne Herstellerbezeichnung auf dem Revers), Gold (geprü

SAMMLUNG PREUSSISCHE ORDEN UND EHRENZEICHEN
PREUSSEN, KÖNIGREICH PREUSSEN (1701-1918)

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Losnummer 4




Schätzpreis: 750,00 €
Zuschlag: 600,00 €


Hoher Orden vom Schwarzen Adler (1701). Probemäßiges Monogramm-Glied der Goldenen Kette, 55,7 x 56,1 mm, wohl frühe Anfertigung der Firma Sy & Wagner in Berlin nach 1859 (ohne Herstellerbezeichnung auf dem Revers), Gold (geprüft) massiv geprägt und emailliert, 18,0 g (ohne die drei Kettenringe mit 1,3 g), oberer Querbalken des Spiegel-Monogramms "FF" unterbrochen (!), oberer Rand des "R" reicht nicht bis zum Ring, alle vier Kronen gegossen und separat aufgelötet, Emaille-Chips in mehreren Chiffren, alte Emaille-Reparaturen in zehn der zwölf Chiffren und im Ring, auf dem Revers zwei Haken und oberflächliche Prüfspur.


R II-III

Kurfürst Friedrich III. (1657-1713, reg. seit 1788 als Kurfürst und seit 1701 als König) stiftete den einklassigen Orden am 17. Januar 1701, am Vorabend seiner Krönung zum König in Preußen. Noch am Tage seines Regierungsantritts am 25. Februar 1713 schuf sein Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm I. (1688-1740, reg. seit 1713) jeglichen Prunk am Hofe und damit auch die Ordensfeste und Investituren und die Ordenskette ab. Die zurückgegebenen Ketten fielen alle der Einschmelzung zum Opfer.

Seit 1792 werden unter König Friedrich Wilhelm II. (144-1797, reg. seit 1786) alle Ritter des Ordens bei der Verleihung auch gleichzeitig Inhaber der höchsten Stufe des Roten Adler-Ordens, dessen Kleinod sie am Hals [en sautoir] tragen, ohne Bruststern. König Friedrich Wilhelm IV. (1795-1861, reg. seit 1840) beschäftigte sich vom Beginn seiner Regierung an mit der Wiedereinführung von Investitur und Ordenskette. 1845 wurden die Ordenskapitel wieder eingeführt. Mit der Realisierung der Goldenen Ketten wurde der Hofgoldschmied Johann George Hossauer (1794-1874) in Berlin betraut, der auch die Entwürfe nach Vorgaben des Königs anfertigte.

1847 erfolgte eine Revision der Ordensstatuten. Ab 1848 war mit der Verleihung der erbliche Adel verbunden. Ab 1862 erhielten unter König Wilhelm I. (1797-1888, reg. seit 1861 als König, seit 1871 als Deutscher Kaiser) die Prinzen des Königlichen Hauses bei der Aufnahme in den Orden neben der höchsten Stufe des Roten Adler-Ordens auch die I. Klasse des Kronenordens. 1914 führte Wilhelm II. König von Preußen und Deutscher Kaiser (1859-1941, reg. von 1888 bis 1918) die kleine Dekoration des Ordens ein.

Mit dem Ende der Monarchie im November 1918 verlor der Orden seinen staatlichen Charakter. Er wurde jedoch auch danach von Wilhelm II. im Exil weiter verliehen. Nach seinem Tod 1941 nahm der Orden den Charakter eines Hausordens an, der vom jeweiligen Chef des Hauses Preußen getragen und verliehen wird.