Teaserbild
Trennline

Vinzenz, 1448-1493. Goldgulden o. J. (vermutlich um 1476), Mörs. 2,97 g. Fb. -; Noss 30.

DEUTSCHE MÜNZEN UND MEDAILLEN
MOERS, GRAFSCHAFT

Zurück zur Listenansicht
In Merkliste legen

Losnummer 396




Schätzpreis: 15.000,00 €
Zuschlag: 13.500,00 €


Vinzenz, 1448-1493.
Goldgulden o. J. (vermutlich um 1476), Mörs. 2,97 g. VInCÆ g COÆ g MÆ - OeRSÆ g Z g SAÆ Christus thront v. v. mit segnender Rechten und Buch, seine Füße ruhen auf dem vierfeldigen Schild Mörs/Saarwerden//MOneTA y nOVA y MOeRSSenC Schräges Blätterkreuz, in den Winkeln die Schilde Mörs - Saarwerden - Mörs - Saarwerden.
Fb. -; Noss 30.

GOLD. Von größter Seltenheit. Sehr schön

Die Herrschaft des Grafen Vinzenz von Moers fiel in eine unruhige Phase des Spätmittelalters am Niederrhein. Als Verbündeter der Herzöge Adolf (1465-1471/1477) und Karl von Geldern (1492-1538) kämpfte er gegen Karl I. "den Kühnen" von Burgund (1433-1477) um die Macht im Herzogtum Geldern. 1473 gelang es dem militärisch und wirtschaftlich überlegenen Karl von Burgund, weite Teile des Herzogtums Geldern - darunter auch die Grafschaft Moers - zu erobern. Vinzenz mußte zunächst fliehen, konnte jedoch nach dem Abbruch der erfolglosen burgundischen Belagerung von Neuss (1474/1475) in seine Grafschaft zurückkehren. Durch seine kriegerischen Unternehmungen für Geldern und Kurköln (u. a. 12.000 Gulden für Pfalzgraf Ruprecht in Jahre 1463) war Vinzenz nahezu ständig verschuldet, zumal auch die versprochenen Unterstützungsgelder seiner Verbündeten weitgehend ausblieben. Dennoch reiste er 1493 nach Paris, um den als Geisel dort gefangenen Karl von Geldern freizukaufen. Da seine Geldmittel aber nicht ausreichten, mußte er stattdessen für die Restzahlung von 50.000 Franken seinen Enkel Bernhard gegen Karl von Geldern als Geisel austauschen. Dieses Vorgehen wiederum brachte ihn in Opposition zum deutschen König Maximilian I. (1486-1519), der das Herzogtum Geldern gerne für die habsburgische Dynastie sichern wollte. Kaiserliche Truppen besetzten Moers, und Vinzenz mußte abermals außer Landes fliehen. Um die Grafschaft für seine Familie zu sichern, trat er 1493 die Herrschaft an Graf Wilhelm III. von Wied ab. Wilhelm hatte 1488 Margarete, die Schwester Bernhards von Moers, geheiratet, der immer noch in Pariser Geiselhaft saß und deshalb nicht selbst die Regentschaft übernehmen konnte. Obwohl Vinzenz also nicht das letzte männliche Mitglied der Grafenfamilie war, wird er als letzter Graf von Moers geführt, da die Grafschaft danach an Wied fiel. Vinzenz starb 1499 in Köln und wurde neben seinem Vater in St. Pantaleon begraben. Während seiner langen Regierungszeit (1448-1493) hat Vinzenz nur selten Münzen geprägt, weshalb alle bekannten Exemplare große Seltenheiten der Moerser Geldgeschichte darstellen.