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Orden pour le mérite. Ordenskreuz mit Eichenlaub, 53,2 x 53,6 mm, Silber vergoldet und emailliert, 27 g (mit Eichenlaub), auf dem Rand des unteren Kreuzarmes Kennzeichnung ""FR"" der Firma Friedländer in Berlin, auf Avers und Revers der Öse jeweils S

DEUTSCHE ORDEN UND EHRENZEICHEN
DEUTSCHE STAATEN, PREUSSEN, KÖNIGREICH (1701-1918)

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Losnummer 95




Schätzpreis: 10.000,00 €
Zuschlag: 32.000,00 €


Orden pour le mérite. Ordenskreuz mit Eichenlaub, 53,2 x 53,6 mm, Silber vergoldet und emailliert, 27 g (mit Eichenlaub), auf dem Rand des unteren Kreuzarmes Kennzeichnung ""FR"" der Firma Friedländer in Berlin, auf Avers und Revers der Öse jeweils Silberpunze ""938"", min. oberflächliche Emaille-Absplitterungen auf drei Kreuzarmen der Vorderseite und einem der Rückseite, ohne Band, im originalen schwarzen Verleihungsetui mit fehlendem Druckknopf. Angeboten mit Photokopien des Verleihungstelegramms Kaiser Wilhelms II. (1859-1941, reg. von 1888 bis 1918), der Verleihungsurkunde, der Beförderungsurkunde zum Admiral und eines Brieftelegramms Wilhelms II. von 1926. BWK2 198; OEK19 1594.

II-III

Laut Informationen des Einlieferers handelt es sich hierbei um das mit Datum vom 5. Juni 1916 an Admiral Reinhard Scheer (1863-1928) verliehene Exemplar, das der Einlieferer direkt von der Familie des Admirals erworben haben will. Die zugehörigen Urkunden seien zu einem früheren Zeitpunkt an ein Museum gegeben worden, wohin später auch die Dekoration folgen sollte.

Stattdessen wurde jedoch das Ordenskreuz durch ein Mitglied der Familie an den Einlieferer verkauft. Die Mutter des Verkäufers sei in erster Ehe mit einem Adoptivsohn des Admirals Scheer verheiratet gewesen. Nach dessen frühem Tod heiratete die Witwe erneut. Der Sohn aus dieser zweiten Ehe hat das Ordenskreuz zusammen mit dem EK I 1914 im Etui (siehe Kat.-Nr. 124) an den Einlieferer veräußert.

Reinhard Scheer wurde am 30. September 1863 in Obernkirchen (bei Schaumburg) geboren und durchlief ab 1879 die militärische Laufbahn in der deutschen Marine. Seit 1913 Vizeadmiral wurde er im Januar 1916 zum Chef der Hochseeflotte ernannt. An Bord der SMS Friedrich der Große führte er die deutsche Hochseeflotte von Wilhelmshaven aus in die vom 31. Mai bis zum 1. Juni 1916 dauernde Seeschlacht vor dem Skagerrak (Skagerrakschlacht) vor Jütland gegen die britische Grand Fleet der Royal Navy unter dem Kommando von Admiral John Jellicoe (1859-1935). Diese Schlacht, eine der größten der Geschichte, ging für beide Seiten unentschieden aus. Die Briten verloren 14 Schiffe mit über 115.000 tons und hatten über 6.000 Gefallene zu beklagen, die Deutschen 11 Schiffe mit über 61.000 Tonnen und über 2.500 Gefallene. Unter Beförderung zum Admiral verlieh ihm Kaiser Wilhelm II. am 5. Juni 1916 den Orden pour le mérite.

Am 1. Februar 1918 erhielt der Verfechter des „uneingeschränkten U-Boot-Krieges“ von Kaiser Wilhelm II. das Eichenlaub zum Orden pour le mérite verliehen, worauf im Juli seine Ernennung zum Chef des Admiralstabs erfolgte. Am 26. November 1928 ist er in Marktredwitz (bei Wunsiedel in Oberfranken) gestorben. Er wurde in Weimar begraben, wo er sich 1919 niedergelassen hatte.