HERZOGTUM, SEIT 1623 KURFÜRSTENTUM, SEIT 1806 KÖNIGREICH Ludwig II., 1864-1886. Goldabschlag von den Stempeln des 1/2 Gulden 1871.
HERZOGTUM, SEIT 1623 KURFÜRSTENTUM, SEIT 1806 KÖNIGREICH Ludwig II., 1864-1886. Goldabschlag von den Stempeln des 1/2 Gulden 1871.
Meine Notizen
Beschreibung
GOLD. Von allergrößter Seltenheit. Prachtexemplar. Späterer Abschlag um 1902. Stempelglanz
Exemplar der Sammlung Ferrari, Auktion Schulman, Amsterdam 1926, Nr. 853; der Sammlung König Farouk von Ägypten, Auktion Sotheby + Co., Kairo 1954, Nr. 712 und der Auktion Fritz Rudolf Künker 213, Osnabrück 2012, Nr. 4651.
Ludwig wurde am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg geboren und verbrachte in seiner Kindheit viel Zeit in Hohenschwangau, dem Lieblingsschloss seiner Mutter Maria Friederike von Preußen. Als sein Vater König Maximilian II. am 10. März 1864 unerwartet verstarb, stand die preußisch-österreichische Auseinandersetzung um die Hegemonie in Deutschland unmittelbar bevor. Obwohl König Ludwig II., dessen Auffassung vom Königtum realitätsfern war, und sein Minister von der Pfordten 1866 zunächst zwischen den beiden deutschen Großmächten zu vermitteln versuchten, trat Bayern dann doch auf österreichischer Seite in den Deutschen Krieg ein und musste eine schwere Niederlage ertragen. Durch das Geschick Bismarcks, verbunden mit finanzieller Unterstützung, konnte König Ludwig II. überzeugt werden, 1871 Wilhelm I. von Preußen mit dem sogenannten Kaiserbrief die deutsche Krone anzubieten. Danach zog sich Ludwig, der 1867 die für den 12. Oktober fest geplante und vorbereitete Hochzeit mit der Herzogin Sophie Charlotte aus der bayerischen Nebenline spontan abgesagt hatte, aus der Politik völlig zurück und führte ein einsames Leben.
Sein Leben war nun weitgehend von der Förderung des Werkes von Richard Wagner, den er seit seiner Kronprinzenzeit verehrte, und vom Bau seiner Schlösser bestimmt. Der naturverbundene König, der kühne Ritte und nächtliche Ausfahrten unternahm und bald in der Bevölkerung große Verehrung erfuhr, war für seine Minister immer schlechter erreichbar. Die enormen Kosten seiner Bauten belasteten den angespannten Haushalt immer mehr und führten zu starker Kritik und Skepsis an seiner Regierung. Die Vermutung einer psychischen Erkrankung wie bei seinem Bruder Otto wurde durch ein umstrittenes ärztliches Gutachten vom 8. Juni 1886 bestätigt. Ludwig II. wurde am 9. Juni 1886 entmündigt, am folgenden Tag übernahm sein Onkel Luitpold als Prinzregent die Regierung. Der König fand drei Tage später, am 13. Juni 1886, zusammen mit seinem Arzt Dr. von Gudden unter mysteriösen Umständen den Tod. König Ludwig II. und seine Schlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sind heutzutage der Inbegriff der Romantik und ziehen Heerscharen von Touristen nach Oberbayern. Der ungeklärte Tod des populären Königs gehört zu den großen Geheimnissen der bayerischen Geschichte.
Informationen zu Los 1273 aus Auktion 443
| Nominal/Jahr | Goldabschlag von den Stempeln des 1/2 Gulden 1871. |
|---|---|
| Seltenheit | Von allergrößter Seltenheit. Prachtexemplar. |
| Zitate | AKS 180 Anm.; J. zu 102; Schl. A 66; Witt. zu 3012 |