BRANDENBURG, MARKGRAFSCHAFT, SEIT DEM 14. JAHRHUNDERT KURFÜRSTENTUM Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, 1640-1688. Goldmedaille zu 3 Dukaten o. J. (1656),
BRANDENBURG, MARKGRAFSCHAFT, SEIT DEM 14. JAHRHUNDERT KURFÜRSTENTUM Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, 1640-1688. Goldmedaille zu 3 Dukaten o. J. (1656),
Meine Notizen
Beschreibung
GOLD. Von großer Seltenheit. Prachtexemplar. Hübsche Goldpatina, vorzüglich-Stempelglanz
Bestand Hohenzollernmuseum Schloss Monbijou, Berlin (HM 36, MKB 1437). Aus dem Nachlass Kaiser Wilhelms I.
Die Schlacht bei Warschau, die vom 28. bis 30. Juli 1656 im Zuge des Zweiten Nordischen Krieges (1655-1661) geschlagen wurde, erregte als erste bedeutende Schlacht nach dem Dreißigjährigen Krieg europaweit Aufsehen. Unweit der polnischen Hauptstadt lieferten sich die Truppen des Polnisch-litauischen Königs Johann II. Kasimir ein dreitägiges Gefecht mit der Armee der Schweden und Brandenburger, die von König Karl X. Gustav und dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm kommandiert wurden. Die Schlacht war sowohl militärisch als auch politisch von großer Bedeutung. Der Sieg der zahlenmäßig unterlegenen schwedisch-brandenburgischen Truppen gilt als Meilenstein militärtaktischer Entwicklung und ist prominent rezipiert worden. So schrieb Johann Gustav Droysen 1865 in seiner umfassenden Abhandlung der Ereignisse: „Es ist die erste grosse Feldschlacht, von der man nachweisen kann, dass sie nicht bloss im Handgemenge, sondern durch eine Reihe combinierter Bewegungen entschieden ist.“ Im Anschluss an ihren Triumph konnten Karl Gustav und Friedrich Wilhelm in Warschau einziehen und ließen die Stadt plündern. Wenig später trennten sich die Wege der Bündnispartner jedoch, weil sich an verschiedenen Fronten neue Bedrohungen erhoben; der Krieg um die Vorherrschaft im Baltikum war mitnichten beendet. Die politische Bedeutung der Schlacht lag vielmehr in der Stärkung der kurfürstlichen Verhandlungsposition. Schon ein Jahr nach der Schlacht kündigte Friedrich Wilhelm jedoch durch den Vertrag von Wehlau sein Bündnis mit den Schweden auf, im Gegenzug sicherte ihm der polnische König Johann Kasimir die Souveränität für das Herzogtum Preußen zu, wodurch ein wichtiger Entwicklungsschritt hin zum preußischen Königtum vollzogen wurde.
Die vorliegende Medaille dokumentiert das Bündnis und den gemeinsamen Sieg der schwedisch-brandenburgischen Fraktion, feiert in der Umschrift aber vor allem den Großen Kurfürsten als entschlossenen und fähigen Feldherrn: Hier war ein Schiedsmann nötig / schnell muss man löschen (Übersetzung nach Brockmann 257).
Informationen zu Los 6 aus Auktion 442
| Nominal/Jahr | Goldmedaille zu 3 Dukaten o. J. (1656), |
|---|---|
| Seltenheit | Von großer Seltenheit. Prachtexemplar. |
| Erhaltung | Hübsche Goldpatina, vorzüglich-Stempelglanz / In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung MS 63 (Top Pop) (8588674-001). |
| Zitate | Brockmann 257; Slg. Henckel 3951; Marienb. 1580; Menadier 144 |