PREUSSEN, KÖNIGREICH (1701-1918)
PREUSSEN, KÖNIGREICH (1701-1918)
Schätzpreis : 5.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
I-II Laut freundlicher Auskunft von Herrn Dr. Peter Sauerwald in Kaarst wurde das Großkreuz des Roten Adler-Ordens zwischen 1861 bzw. 1875 und 1918 (ab 1910 ohne Rückgabeverpflichtung) an folgende chinesische Staatsangehörige verliehen:
1. am 15. Juni 1896 in Brillanten an Li-Hung-Chang bzw. Li Hongzhang (1823-1901), Kaiserlich Chinesischer Botschafter in außerordentlicher Mission;
2. am 28. März 1900 in Brillanten an Prinz Ching;
3. am 19. September 1901 an Zaifeng, Prinz Tschun des 1. Ranges (1883-1951), chinesischer Prinz, Vater des letzten Kaisers Pu Yi;
4. am 17. September 1907 an Yüan schih-kai bzw. Yuan Shikai (1859-1916), Kaiserlich Chinesischer. Staatsrat, Präsident des Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten, später kaiserlicher Premierminister, Präsident der Republik und 1915/16 selbsternannter chinesischer Kaiser;
5. am 29. Februar 1908 an Chang-chih-tung bzw. Zhang Zhidong (1837-1909), Kaiserlich Chinesischer Großsekretär;
6. am 27. Januar 1909 an Na-tung, Kaiserlich Chinesischer Großsekretär, Präsident im Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten
7. am 3. Januar 1910 mit der Kette an Tsai Hsün, Prinz von China;
8. am 31. März 1910 mit der Kette an Tsai Tao bzw. Zaitao (1887-1970), Prinz von China, Bruder von Zaifeng (3) und Onkel des letzten Kaisers Pu Yi.
Da sich der Stern in einem separaten Etui befindet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß er zusammen mit der Kollane verliehen worden ist, die sich in einem separaten Etui befunden haben mußte, wobei wohl auf die Verleihung des Kleinods am Schulterband aufgrund der Besonderheiten der chinesischen Hoftracht verzichtet worden ist. Somit ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, daß entweder Prinz Tsai Hsün oder Prinz Tsai Tao der Beliehene dieses Sternes gewesen sein muß.
Ursprünglich 1705 von Erbprinz Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth als einklassiger Orden de la Sincerité gestiftet, wurde er nach Übernahme der Markgrafschaft durch Preußen 1792 übernommen und im Folgenden sukzessive durch zahlreiche Änderungen, Ergänzungen und Erweiterungen erheblich ausgebaut. Er verfügte am Schluß über sechs Klassen (Kette, Großkreuz, 1. bis 4. Klasse - von denen die zweite in zwei Stufen unterteilt war) , von denen die Insignien mit zahlreichen Beizeichen (Schwerter, Schwerter am Ring, Brillanten, Krone, Eichenlaub, Jubiläumszahl, Johanniterkreuz, Schwert und Zepter, Emailleband des Kronenordens- Kombinationen möglich) verliehen werden konnten, was zu einer geradezu unübersichtlichen Artenvielfalt führte. Mit dem Ende der Monarchie 1918 ist auch der Orden untergegangen.