SACHSEN, KURFÜRSTENTUM (BIS 1806) UND KÖNIGREICH (1806-1918)
SACHSEN, KURFÜRSTENTUM (BIS 1806) UND KÖNIGREICH (1806-1918)
Schätzpreis : 2.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
In hervorragender Erhaltung und von außerordentlicher Seltenheit. II Exemplar der Sammlung Gerhart Rother, Auktion Fritz Rudolf Künker 189, Osnabrück 2011, Nr. 2417.
Untersuchungen im Münzkabinett Dresden durch Prof. Dr. Paul Arnold und Dieter Weber, beides ausgewiesene Experten in der sächsischen Ordens- und Ehrenzeichenkunde, durch die Vergleiche mit dem dort befindlichen zweifelsfreien, aus der Sammlung Baumgarten stammenden Originalexemplar und den Prägestempeln haben eindeutig ergeben, daß es sich bei unserem Stück zweifelsfrei um ein Originalexemplar handelt.
Aus bisher nicht veröffentlichten Gründen wurde 1812 ein neuer Vorderseitenstempel für die Medaille geschnitten, bei dem die Frisur des Königs leicht verändert und insbesondere die Haarschleife fortgefallen war. Von dieser Medaille sind laut den Autoren von TES (auf Seite 11) zwischen 1812 und 1839 insgesamt nur 56 Goldene Medaillen verliehen worden. Aufgrund der in jener Zeit mit allergrößtem Nachdruck verfolgten strengen Rückgabepflicht nach Ableben des Beliehenen, dürften die allermeisten Stücke wieder an die Ordenskanzlei zurückgegeben worden sein, wo sie der Einschmelzung zugeführt wurden. Somit dürften sich nur sehr wenige Exemplare, höchstens drei oder vier, bis in unsere Tage erhalten haben.
Bei den Autoren Baumgarten (Baumgarten, J. G.: Historisch-genealogisch-chronologisches-kritisches Verzeichnis aller bekannten dukatenförmigen Goldmünzen der albertinischen Hauptlinie des uralten sächsischen Hauses, Dresden 1812 und Grund (Grund, Rainer: Die Künstlerfamilie Hoeckner. In: Jahrbuch der staatlichen Kunstsammlungen Dresden, 23 (1992), S. 55 - 81) wurden unterschiedliche Darstellungen der zeitlichen Abfolge der 2. und 3. Ausführung veröffentlicht. Weber, Arnold und Keil führen hierzu aus (in WB S. 131): Das Münzkabinett Dresden besitzt ein Exemplar dieser Medaille in Gold im 12fachen Dukatengewicht aus der Sammlung Baumgarten, der Durchmesser beträgt 41,05 mm und das Gewicht 42,54 g. Diese Medaille ist identisch mit Baumgarten 1017. Sie ist nach Baumgarten Feststellung hauptrar. Baumgarten beschreibt die Frisur des Königs mit eigenem, im Nacken gebunden Haar und erwähnt dabei keine Haarschleife wie beim 1. und 2. Modell. Ein Vergleich mit der Frisur auf der 1815 geprägten Medaille des Zivilverdienstordens beweist zudem die Richtigkeit der zeitlichen Abfolge von 2. und 3. Modell. Grund ordnet dagegen beide Medaillen umgekehrt an, ohne allerdings auf die zeitliche Abfolge einzugehen.
Die Zuordnung von Baumgarten 1017 zum 2. Modell ist aber bei Grund IV, 39 falsch, vielmehr sind Baumgarten 1017 und Grund V, 38 identisch, was zudem auch das Gewicht von 42,54 g = 12 Dukaten (1 Dukaten à 3,5 g) eindeutig bestätigt wird.
Die Prägestempel für die VS und die RS sind im Stempelarchiv des Münzkabinetts Dresden vorhanden. Von 1827 bis 1848 sind nach den Brakteatenbüchern keine dieser Ordensmedaillen in der kgl. Münzstätte Dresden geprägt worden.
Dieses 3. Modell der Vorderseite war v. Heyden (Anm. d. Verf.: in HD) und auch v. Hessenthal und Schreiber (Anm. d. Verf.: in HS) unbekannt.
Auch Klenau führt dieses Modell in KL nicht auf, ebensowenig Nimmergut im OEK in den Ausgaben bis einschließlich 1997/1998. In NI führt er sie schließlich unter der Nr. 1193 auf, und auch im OEK ist sie seit der Ausgabe 1999/2000 unter der Kat. Nr. 2092/1 zu finden.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Informationen zu Los 9082 aus Auktion 215
| Seltenheit | In hervorragender Erhaltung und von außerordentlicher Seltenheit. |
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