Schätzpreis : 35.000 €
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Meine Notizen
Beschreibung
Von größter Seltenheit. II- Laut Procházka (PROGA) handelt es sich hierbei um das Abzeichen des Ersten Erblichen Ritters des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Er führt dazu aus, daß die Cämmerer von Worms aus dem Geschlechte der Freiherren von Dalberg das zuerst von Kaiser Maximilian I. am 16. Juni 1494 und zuletzt von Kaiser Karl VI. am 5. Februar 1738 bestätigte Privileg besaßen, als erbliche Kämmerer der Bischöfe von Worms bei den Krönung des Römischen Kaisers demselben als erste zu huldigen und den Ritterschlag aus dessen Hand empfangen zu dürfen. Bei dieser Gelegenheit erhielten sie ein besonderes Kleinod und Gezier an einer goldenen Halskette, das dann vom Senior der Familie aufbewahrt wurde.
(#Absatz#) Der Majestätsbrief Kaiser Karls VI. vom 5. Februar 1738 beschreibt die Dekoration sinngemäß folgendermaßen: Unter der goldenen deutschen Kaiserkrone ein golden nimbierter, emailliert schwarzer Doppeladler mit goldenem Reichapfel und Schwert samt Zepter in den Fängen, auf der Brust ein mit vier Diamanten besetzter ovaler Schild mit der buntemaillierten Darstellung des auf dem Throne sitzenden Kaisers im Krönungsornat, den vor ihm Knienden zum Ritter schlagend. (#Absatz#) Das hier angebotene Exemplar wurde laut Inschrift zur Krönung Kaiser Leopolds II. (1747-1792) in Frankfurt am Main angefertigt und nach erfolgter Hudigung und kaiserlichem Rit-terschlag an Wolfgang Heribert von Dalberg (1750-1806) aus der Hand des Kaisers verlie-hen. Senior der Familie Dalberg in dieser Zeit war Karl Theodor Anton Maria Reichsfreiherr von Dalberg (1744-1817), späterer (letzter) Kurfürst und Erzbischof von Mainz, (letzter) Fürstbischof von Konstanz und (letzter) Bischof von Worms, Erzbischof von Regensburg, Fürst Primas des Rheinbundes und Großherzog von Frankfurt. Beim Tode seines Vaters hatte er allerdings, da er selbst bereits dem geistlichen Stand angehört hat, das Amt des Kämmerers des Hochstift Worms an seinen jüngeren Bruder Wolfgang Heribert von Dal-berg, seit 1774 Intendant des Mannheimer Nationaltheaters, abgetreten, da auch ein weite-rer jüngerer Bruder, Johann Friedrich Hugo von Dalberg (1760-1812), als Domherr in Trier, Worms und Speyer ebenfalls dem geistlichen Stand angehörte.
Aufgrund der Weisung des Majestätsbriefes Kaiser Karls VI. dürfte als gesichert gelten, daß dieses Kleinod nach der Kaiserkrönung in den Besitz des Seniors der Familie, Karl Theodor von Dalberg übergegangen ist und von ihm verwahrt wurde. Nach dessen Tod dürfte es dann in den Besitz von dessen Alleinerben, Emmerich Joseph von Dalberg (1773-1833), Sohn Wolfgang Heriberts von Dalberg und seit 1810 französicher Herzog von Dalberg, ü-bergeangen sein.
(#Absatz#) Es ist durchaus bezeichnend für die Wirrungen und Veränderungen des Napoleonischen Zeitalters, daß der Inhaber der Würde eines Ersten Erblichen Ritters des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nur wenige Jahre später als Verbündeter des französischen Kaisers maßgeblich an der Liquidierung eben dieses Reiches beteiligt war. (#Absatz#) Einzigartiges offizielles Insignium der Krönung eines Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, von höchster historischer Bedeutung, in durch nur wenige Einschränkungen minimal beeinträchtigtem hervorragendem Erhaltungszustand, aus dem Besitz einer der bedeutensten deutschen Persönlichkeiten des Napoleonischen Zeitalters.
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Informationen zu Los 6001 aus Auktion 128
| Seltenheit | Von größter Seltenheit. |
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| Zitate | PROGA 25 |