VENEDIG Ludovico il Pio, 814-840. Denaro.
VENEDIG Ludovico il Pio, 814-840. Denaro.
Schätzpreis : 12.500 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
Von großer Seltenheit. Hübsche Patina, sehr schön-vorzüglich Erworben 1977 von Raffaele Paolucci, Padova.
Exemplar der Sammlung Dovilo, Auktion Münzen und Medaillen AG 27, Basel 1963, Nr. 542.
Die Zuweisung dieses höchstseltenen Typs gestaltet sich schwierig. In der älteren Literatur wird die Ansicht vertreten, diese anonyme Prägung sei vermutlich nach dem Tod Kaiser Ludwigs II. (855-875) entstanden. Ludwig war der älteste Sohn Kaiser Lothars I. (817-855) und seit 839/840 König von Italien. Nach der Abdankung seines Vaters entwickelte sich seine Herrschaft über Italien immer mehr zu einem Titularkönigtum, da es ihm nicht gelang, sich gegen die anderen fränkischen Königreiche durchzusetzen oder Süditalien gegen die Araber zu verteidigen. Nach seinem kinderlosen Tod gingen das Kaisertum und Italien an Karl den Kahlen (840-877) über.
Venedig habe demnach die ungeklärte Thronfolge und die Schwäche des Königtums ausgenutzt, um zwischen 875 und 880 diese eigene Münze zu prägen und sich damit erstmals kurzfristig von der kaiserlichen Autorität zu befreien. Dementsprechend nennt die Umschrift auch keinen Herrschernamen sondern Segensformeln für das Reich (DNS CONSERVA ROMANO IMP) und die Stadt (XPC SALVA VENECIAS).
Dagegen würde allerdings die augenscheinliche Tatsache sprechen, dass dieser Typ im Münzbild den Christiana-Religio-Pfennigen (geprägt ab ca. 822/823) Ludwigs des Frommen (814-840) folgt und bereits in der Zeit des Stadtnamentyps (geprägt ca. 819-822) Münzen mit der zweizeiligen Rückseiteninschrift +VEN / ECIAS vor Ort emittiert worden sind. Außerdem enthielt der 1921 entdeckte Fund von Hermenches 2 Exemplare dieses Typs. Ansonsten bestand er ausschließlich aus Christiana-Religio-Pfennigen (298 von 300 Stücken) vom Typ M./G. 472.
In Anbetracht dieser Tatsachen scheint es gerechtfertigt, eine autonome venezianische Prägung dieses Typs zwischen 825 und 840 in der Zeit Ludwigs des Frommen anzunehmen, zumal die venezianischen Typen ab Lothar I. (840-855) wieder den Stadnamen VENECIA einzeilig auf der Rückseite nennen (M./G. 560) und kein Kirchengebäude mehr zeigen.
Literatur:
Û Coupland, S.: Money and Coinage under Louis the Pious, in: Francia 17/1, Sigmaringen 1990, S. 43-44.
Û Engel, A. / Serrure, R.: Traité de Numismatique du Moyen Age. Tome Premier, Paris 1891, S. 283.
Û Morrison, K. F. / Grunthal, H.: Carolingian Coinage, New York 1967, S. 22.
Û Papadopoli, N.: Le Monete di Venezia. Parte Prima, Venedig 1893, S. 21-24 und 49-51.
Informationen zu Los 2240 aus Auktion 227
| Nominal/Jahr | Denaro. |
|---|---|
| Seltenheit | Von großer Seltenheit. |
| Zitate | Biaggi 2748 (R5, dort unter Anonym, 875-880); Depeyrot 1116 G (dort unter Ludwig II., 855-875); Gamberini 4 (R6, dort unter Anonym, 855-880) |