WOLGAST, STADT Unter Schweden. Gustav II. Adolf, 1631-1632. 20 Dukaten 1633,
WOLGAST, STADT Unter Schweden. Gustav II. Adolf, 1631-1632. 20 Dukaten 1633,
Schätzpreis : 50.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
GOLD. Von allergrößter Seltenheit. Felder fein geglättet, kl. Randfehler, attraktives, sehr schönes Exemplar Exemplar der Auktion Glendining, London 1974, Nr. 940. Erworben 1987 von der Galerie des Monnaies, Genève.
Gustav II. Adolf fiel am 6. November 1632 in der Schlacht bei Lützen. Kurze Zeit später erschien in Holland ein großer Kupferstich ("Triumphi Gustaviani") mit einigen runden, medaillenartigen Bildern des gefallenen Königs, die Vorbild für mehrere Medaillen wurden (siehe hierzu L. O. Lagerqvist, in: Myntkontakt 1981, S. 4-8 und 28-34).
Der königliche Leichnam wurde in Weißenfels balsamiert, langsam durch Norddeutschland geführt und erreichte im Januar 1633 Wolgast auf der Insel Usedom in Pommern, die von dem kränklichen Herzog Bogislaw XIV. regiert wurde. Im Leichenzug folgte die untröstliche Königinwitwe Maria Eleonora von Brandenburg. Während der folgenden Monate war sie und andere hochgestellte schwedische Persönlichkeiten mit den Vorbereitungen der Überführung über die Ostsee und der Beisetzungsfeierlichkeiten beschäftigt. Erst am 16. Juli 1633, nachdem die schwedische Flotte geankert hatte, konnte der Heldenkönig in einer feierlichen Prozession mit umfangreichem, kostbaren Beiwerk wie Fahnen, Wagen, Uniformen und Schaumünzen zum Hafen geführt werden. Die Schaumünzen wurden vor dem Sarg des Königs und hinter dem Wagen der Königin verteilt. Im schwedischen Reichsarchiv befindet sich ein Bündel Akten aus Wolgast, mit denen die Prägung von Prachtmünzen in Gold und Silber in Wolgast nachgewiesen werden kann.
Der schwedische Admiral Gyllenhjelm überführte den Leichnam nach Schweden und landete am 8. August 1633 in Nyköping. Hier blieb der Körper bis zur Fertigstellung des Grabdenkmals in der Stockholmer Riddarholmskyrka. Das feierliche Begräbnis fand am 22. Juni 1634 statt.
Münzmeister der vorübergehend wiedereröffneten Münzstätte Wolgast war Hinrich Martens, der Stempelschneider hieß Jürgen Hornbostell. Dieser wurde aus Stralsund berufen und erhielt für die Arbeit in Wolgast 100 Reichstaler. Die Finanzierung der Feierlichkeiten in Wolgast fiel den Schweden nicht leicht. Eine große Kupferlieferung aus Stora Kopparberg wurde in Hamburg verpfändet. Martens erhielt 1248 Dukaten aus der Kontribution der Mecklenburger Herzöge. Für die kleineren Nominale wurden sogar persönliche Silbergefäße der Königinwitwe eingeschmolzen. Die Schaumünzen wurden in verschiedenen Größen und Gewichten geprägt. Während der Prozession wurden verteilt: 16 Stück zu 4 Dukaten (Hildebrand 189), 20 Stück zu 4 Reichstalern (Hildebrand 186), 60 Stück zu 2 Reichstalern (Hildebrand 187a), 240 Stück zu 1/2 Reichstaler (Hildebrand 189) und 700 Stück zu 1/4 Reichstalern.
Einige große Silbermünzen und 4 Dukaten-Stücke wurde an die fürstlichen Gäste verteilt, die an dem Trauerzug teilnahmen, z.B. dem Kurfürsten von Brandenburg und die Herzöge von Mecklenburg. In den Akten befindet sich eine Liste dieser Dankesgaben. So erhielt beispielsweise die Königinwitwe Maria Eleonora 6 Stück zu 4 Dukaten, 12 Stück zu 4 Reichstalern, 24 Stück zu 2 Reichstalern 24 Stück zu 1/2 Reichstaler sowie 10 Stück zu 1/4 Reichstaler, während der Kurfürst von Brandenburg lediglich jeweils zwei Stück dieser Nominale erhielt.
Das großartige Prachtstück zu 20 Dukaten, das hier angeboten wird, ist von den Stempeln des vierfachen Reichstalers (Hildebrand 186) geprägt. Dieses Nominal, von dem nur noch ein weiteres Exemplar im Königlichen Schwedischen Münzkabinett (aus der Sammlung der Schwedischen Reichsbank) bekannt ist, wird in der schriftlichen Überlieferung nicht erwähnt. Vermutlich wurden die beiden Stücke zu 20 Dukaten von der Königlichen Privatkasse bestellt und bezahlt und tauchen daher nicht in den Münzakten auf. Die beiden Stücke sind mit großer Wahrscheinlichkeit an die Königinwitwe Maria Eleonora und an die unmündige Königin Christina ausgeliefert worden.
Das vorliegende Stück ist gefüllt mit Allegorien und Anspielungen auf die Heldenhaftigkeit Gustav II. Adolf. Der Text erläutert die Szene teilweise. Über den hinter dem aufgebahrten König fliehenden kaiserlichen Truppen steht: VEL MORTUUM FUGIUNT (= "Sie fliehen vor ihm, auch nach dem Tod"), während aus dem Himmel dem toten König zugerufen wird: EUGE SERVE FIDELIS (= "Gut gemacht, treuer Diener!"). Die Rückseitenlegende zählt die Eigenschaften des großen Schwedenkönigs auf: DUX GLORIOS[us] (= "Ehrenhafter Heerführer") PRINC[eps] PIUS (= "Frommer Fürst") HEROS INVICT[us] (= "Unbesiegter Held") VICTOR INCOMPARAB[ilis] (= "Unvergleichlicher Sieger") & GERM[aniae] LIBERATOR (= "Befreier Deutschlands").
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Informationen zu Los 7541 aus Auktion 208
| Nominal/Jahr | 20 Dukaten 1633, |
|---|---|
| Seltenheit | Von allergrößter Seltenheit. |
| Zitate | Ahlström 2 (XR); Fb. -; Hildebrand I, S. 190, 186; Hagander 133 |