KRIM Kaffa, Stadt unter der Kontrolle Genuas, ca. 1270-1475.
KRIM Kaffa, Stadt unter der Kontrolle Genuas, ca. 1270-1475.
Schätzpreis : 2.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
RR Silbersud teils abgerieben, sehr schön Die von den Genuesen im 14. Jahrhundert begründete Münzprägung in Kaffa wurde unter den Giray-Khanen nur bis zum ersten Viertel des 16. Jahrhunderts fortgesetzt, um dann am jeweiligen Regierungssitz des Khans angesiedelt zu sein. Erst unter russischer Oberhoheit fand in den letzten Jahren der Existenz des Khanats wieder eine Münz- und Medaillenprägung in Kaffa statt. Zu den Umständen besagt eine Notiz in der Abhändlung über die Münzen des Shâhîn Girây von Langlès im Anhang zum Reisebericht de Reuillys, Voyage en Crimée, Paris 1806, S. 219 dass ein deutscher Stempelschneider für den Khan gearbeitet hätte. Seinen Namen finden wir in dem zeitgenössischen handschriftlichen Sammlungskatalog des Barons von Asch im Zusammenhang mit der Münzstätte Kaffa genannt, nämlich H. Düring, polnischer Hofrat, als Münzstättenpächter, und Friedrich Comstadius aus Stralsund als Stempelschneider (Florian Schwarz, Von der Türkenbeute zur wissenschaftlichen Sammlung: Ein Überblick über die orientalischen Münzen der Universität Göttingen, in Islamische Numismatik in Deutschland - Eine Bestandsaufnahme, hrsg. St. Heidemann, Wiesbaden 2000, S. 78). Comstadius, der auch in St. Petersburg arbeitete, war zuvor in den 1770er Jahren in Sadogura an der von dem Baron von Gartenberg unterhaltenen Münzstätte der Moldau für Münz- und Medaillenproduktion tätig. Die Annahme liegt nahe dass die Münzprägung in Kaffa auf einer Übertragung von Werkzeug und Technikern der Münzstätte in Sadogura nach Kaffa basierte. Hier wie dort wurden mit Spindelpressen großformatige Kupfermünzen hergestellt, sowie Medaillen in Silber und Gold.
Die in Kaffa hergestellten Münzen waren genau genommen keine Kupfermünzen, sondern geringhaltige Billonmünzen, vermutlich eine Remonetarisierung der kleinen als Ikilik angesprochenen Prägungen der ersten Regierungsjahre des Shâhîn Girây. Ihr Wertverhältnis zu den Kyrmis aus Baghce Sarây ist unbekannt und im Krause-Mishler-Katalog mit 25 und 30 Akce vermutlich falsch angegeben. Die Prägung der Münzstätte Kaffa wurde nach von Asch nach zehn Monaten aufgrund von Differenzen zwischen dem Khan und dem Münzstättenpächter abgebrochen. (Lutz Ilisch)
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Informationen zu Los 6585 aus Auktion 234
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