RUSSISCHES REICH (BIS 1917)
RUSSISCHES REICH (BIS 1917)
Schätzpreis : 30.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
II Aufgrund der Kombination der Punzen läßt sich die Herstellungszeit dieses Exemplar auf einen Zeitraum zwischen 1882 (Übernahme der Firma Keibel durch Albert Keibel) und 1899 (Einführung der Kokoschnik-Punzierung) eingrenzen.
Mit Otto Samuel Keibel (1768-1809) betrat das erste Mitglied einer ganzen Goldschmiede-Dynastie die russische Bühne, der selbst aber noch keine Orden fertigte. Sein Neffe Johann Wilhelm (1788-1862) erhielt 1836 in Nachfolge von Emmanuel Georg von Pannasch zusammen mit Wilhelm Kämmerer vom Ordenskapitel den Auftrag zur Herstellung aller russischen Orden. Sein Sohn Julius (Ivan) Eduard Keibel (1825-1882) lernte bei seinem Vater und wurde 1844 Meister. Nach dessen Tod 1862 übernahm er schließlich die Firma und wurde damit Exklusivlieferant des Ordenskapitels. Albert Konstantin Keibel (1854-1910) ist 1874 in das Geschäft seine Vaters eingetreten und hat es nach dessen Tod 1882 übernommen. Von 1882 bis 1905 hatte er als offizieller Ordensjuwelier einen Exklusiv-Vertrag mit dem Ordenskapitel. Da der Vertrag von Albert Keibel mit dem Ordenskapitel 1905 nicht erneuert wurde, lieferte er dorthin nur bis 1905. (Vgl. G. A. Tammann in TRP S.27ff)
Der einer Legende nach 1325 vom polnischen König Wladislaw I Lokietek (1260-1333) gestiftete Orden wurde im November 1705 von König August II. dem Starken, Kurfürst von Sachsen (1670-1733), in einer Klasse erneuert. Von Zar Nikolaus I. Pawlowitsch (1796-1855) wurde er mit Ukas vom 17. November 1831 unter die russischen Orden aufgenommen. Seit diesem Zeitpunkt konnten gemäß einer jeweiligen persönlichen Entscheidung des Zaren Ritter des St. Andreas-Ordens, die den Weißen Adler-Orden noch nicht erhalten hatten, diesen gleichzeitig mit jenem erhalten. Am 9. August 1844 wurden die Ordensinsignien für Nicht-Christen genehmigt. Am 9. August 1844 wurden die Kleinode und am 27. Oktober 1846 die Bruststerne für Nicht-Christen genehmigt. Mit kaiserlichem Ukas Zar Alexander II. Nikolajewitsch (1818-1881) vom 5. August 1855 wurden gekreuzte Schwerter auf den Insignien für Verleihungen für Tapferkeit im Kampf genehmigt. Nachdem er 1917 von der Provisorischen Regierung übernommen worden war, wurde er von den Bolschewiki 1918 abgeschafft.
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