SACHSEN, KÖNIGREICH Johann, 1854-1873. Goldabschlag von den Stempeln des doppelten Vereinstalers 1872.
SACHSEN, KÖNIGREICH Johann, 1854-1873. Goldabschlag von den Stempeln des doppelten Vereinstalers 1872.
Meine Notizen
Beschreibung
GOLD. Von großer Seltenheit. Nur 86 Exemplare geprägt. Prachtexemplar. Winz. Probierspur am Rand, polierte Platte
Bestand Hohenzollernmuseum Schloss Monbijou, Berlin (HM 412, MKB 1524). Aus dem Nachlass Kaiser Wilhelms I.
Das Goldene Hochzeitsjubiläum des sächsischen Königspaars Johann I. und seiner Frau Amalie Auguste war ein gesellschaftliches Großereignis, bei dem nicht nur das königliche Paar, sondern auch das Königshaus und die Monarchie öffentlichkeitswirksam gefeiert wurden. In diesen Kontext ist auch die Ausgabe des doppelten Vereinstalers und insbesondere die der hier vorliegende Variante in Gold einzuordnen, deren Exemplare an die königlichen Hofbeamten verteilt worden sein sollen.
Begangen wurde das Jubiläum mit mehrtägigen Festivitäten, zu denen zahlreiche geladene Gäste, unter anderem das deutsche Kaiserpaar, anreisten. Die Feierlichkeiten umfassten neben der Einsegnung des Paares im Dresdner Schloss auch einen Festumzug, einen Gottesdienst in der Hofkirche sowie ein Festbankett, einen Festakt im Hoftheater und schließlich einen Lampionumzug mit Feuerwerk. Auch die sächsische Bevölkerung nahm regen Anteil und sendete genauso wie viele andere Herrscherhäuser diverse Glückwünsche und Geschenke für das Jubelpaar.
Ihre Goldene Hochzeit war für Johann und Amalie Auguste jedoch auch ein persönlicher Höhepunkt ihres langen gemeinsamen Lebens. Kennengelernt hatten sich die geborene Prinzessin von Bayern und der spätere König von Sachsen am 13. März 1822, als Johann von Sachsen seine Bildungsreise durch Italien nach dem plötzlichen Tod seines Bruders überraschend abbrechen musste und über München nach Dresden zurückkehrte. Er selbst schrieb dazu in seinen Lebenserinnerungen: „Der Tag, der nun anbrach, der 13. März 1822, war einer der wichtigsten in meinem Leben“ (zitiert nach: B. Finger: Königin Amalie Auguste, S. 181). Nur wenige Monate später, im November 1822, fand die Hochzeit der Beiden statt. Es folgte eine lange und glückliche Ehe, aus der insgesamt neun Kinder hervorgingen. Das Verhältnis des Paares zueinander war von Fürsorglichkeit und Vertrautheit geprägt; Amalie Auguste interessierte sich für die politische Entwicklung des Landes und die Beiden unternahmen diverse gemeinsame Reisen, unter anderem nach Italien. Außerdem verband das Paar eine enge Freundschaft mit dem preußischen Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV. und seiner Gemahlin Elisabeth – der Schwester Amalie Augustes. Neben zahlreichen gegenseitigen Besuchen und dem Austausch von Geschenken und Glückwünschen, etwa zur Geburt des sächsischen Thronfolgers, bringt dies vor allem der vertraute Ton in den Briefwechseln zwischen Johann und Friedrich Wilhelm IV. zum Ausdruck. So schrieb Friedrich Wilhelm 1830 anlässlich einer bevorstehenden Reise nach Sachsen an Johann: „O! Hansy! Hansy!!!! Denk dir unser Glück! Wir haben die Erlaubniß, Euch zu besuchen“ (zitiert nach: B. Finger: Königin Amalie Auguste, S. 186). Obwohl es im Laufe der Jahrzehnte immer wieder zu politischen Spannungen zwischen den beiden deutschen Staaten kam, blieb das gute Verhältnis im Privaten stets bestehen. Vgl. Finger, Birgit: Königin Amalie Auguste von Sachsen (1801 - 1877). Ein Kurzporträt, in: Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen. Jahrbuch 2007/2008, 15 (2008), S. 181–190.
Informationen zu Los 262 aus Auktion 442
| Nominal/Jahr | Goldabschlag von den Stempeln des doppelten Vereinstalers 1872. |
|---|---|
| Seltenheit | Von großer Seltenheit. Nur 86 Exemplare geprägt. Prachtexemplar. |
| Erhaltung | Winz. Probierspur am Rand, polierte Platte / In US-Plastikholder der NGC mit der Bewertung PF 65+ Ultra Cameo (Top Pop) (8588611-001). |
| Zitate | AKS 160 Anm.; Dav. zu 899; J. 133 Anm.; Schl. 989; Kahnt 479 c; Thun zu 352 |