KÖNIGREICH Gustav III., 1771-1792. Tragbare, ovale Goldmedaille 1790,
KÖNIGREICH Gustav III., 1771-1792. Tragbare, ovale Goldmedaille 1790,
Schätzpreis : 2.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
GOLD. Äußerst seltenes Original mit ausgesägten Zwischenräumen zwischen dem Oval und dem Anker. Sehr schön König Gustav III. übernahm am 10. Mai 1790 persönlich den Befehl über die schwedische Skärgårdsflotte und nahm vom Stützpunkt Sveaborg (bei Helsinki) aus Kurs auf das finnische Frederikshamn (finnisch Hamina, ca. 150 km östlich von Helsinki), wo sich die russische Ostseeflotte unter dem Befehl von Konteradmiral Hisoff befand. Am 15. Mai 1790 kam es zur Seeschlacht, in der die Schweden 40 russische Schiffe erbeuten konnten.
Ermutigt durch den Sieg bei Frederikshamn führte Gustav III. die Skärgårdsflotte mit der unter dem Befehl seines Bruders, Herzog Karl, stehenden Kriegsflotte in der Bucht von Viborg zusammen, woraufhin die Russen die Einfahrt in die Bucht blockierten und die beiden schwedischen Flotten einschlossen. Während Herzog Karl seine Kriegsflotte mit großen Verlusten nach Sveaborg führte, wagte sich König Gustav III. mit der Skärgårdsflotte durch die russischen Linien ("Viborger Spießrutenlauf"). Dabei gingen neun schwedische Schiffe mit 4.000 Mann verloren. Eine Woche später, am 9. Juli 1790, griff die russische Flotte die Schweden im beim finnischen Kotka gelegenen Svensksund an. Die Russen rechneten fest mit einen Sieg, der zum Jahrestag der Thronbesteigung der Zarin Katharina II. errungen werden sollte. Sogar das Gefängnis für Gustav III. wurde bereits vorbereitet. Die Seeschlacht begann am 9. Juli 1790 um 9 Uhr 30 und wurde bis zum Vormittag des 10. Juli fortgesetzt. Die Russen erlitten eine katastrophale Niederlage. Sie verloren 53 Schiffe, mehr als 10.000 Mann und damit ein Drittel ihrer Ostseeflotte. Für Schweden war die Seeschlacht im Svensksund der größte militärische Erfolg zur See in der Geschichte.
Gustav III. hatte bereits nach der gewonnen Schlacht bei Frederikshamn die Prägung von Tapferkeitsmedaillen in zwei Größen in Auftrag gegeben, die er persönlich verteilen wollte. Die vom König selbst entworfene Gestaltung sollte von der schwedischen Akademie ("Kungliga Vitterhets Historie och Antikvitets Akademien") bestätigt werden. Unmittelbar nach dem Sieg im Svensksund ließ er weitere Medaillen mit dem Datum der entscheidenden Schlacht anfertigen sowie eine dritte Gattung mit den Daten von beiden Schlachten. Alle drei Sorten wurden in zwei Größen hergestellt, so daß von den Frederikshamn- und Svensksund-Medaillen insgesamt sechs Ausführungen existieren. Lars Lagerqvist hat diese Tapferkeitsmedaillen detailliert - mit Angabe der ihm bekannten Exemplare - katalogisiert und die Entstehungsgeschichte sowie die durch Gustav III. persönlich vorgenommene Verleihung am 13. Februar 1791 in der Stockholmer Schloßkirche beschrieben (Svensk Numismatisk Tidskrift 2006, S. 29-43). Er wies darauf hin, daß die Tapferkeitsmedaillen auch nach 1790 mit den Originalstempeln für Sammler hergestellt wurden, die meisten im 19. Jahrhundert, die letzten um 1930. Bei den Nachprägungen sind die Öse und die Zwischenräume zwischen dem Anker und dem Oval nicht ausgesägt.
Zu Beginn der feierlichen Verleihung dieser Tapferkeitsmedaillen am 13. Februar 1791 in der Stockholmer Schloßkirche ließ sich König Gustav III. die größere Ausführung dieser goldenen Tapferkeitsmedaille selbst um den Hals hängen. Der König trug die Medaille stets zu offiziellen Anlässen, und das Stück ist auf einigen Gemälden und Porträts Gustavs III. erkennbar. Das Exemplar des Königs begleitete ihn auch nach seinem Tod und befindet sich heute im Sarg Gustavs III. in der Grablege der schwedischen Könige, der Stockholmer Riddarholmskyrka.
Informationen zu Los 7586 aus Auktion 145
| Nominal/Jahr | Tragbare, ovale Goldmedaille 1790, |
|---|---|
| Seltenheit | Äußerst seltenes Original mit ausgesägten Zwischenräumen zwischen dem Oval |
| Zitate | Hildebrand II, S. 195, 80; Lagerqvist SNT 2006, S. 36, 6 |