Koson, ca. 50/25 v. Chr. AV-Stater, 50/25 v. Chr., Olbia;
Koson, ca. 50/25 v. Chr. AV-Stater, 50/25 v. Chr., Olbia;
Schätzpreis : 511 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
Sehr schön Diese interessante Goldmünze ist seit 1520, als Erasmus von Rotterdam sie zu erklären versuchte, bekannt. Es fällt sofort auf, daß dieser Münztyp römische Denare der späten Republik nachahmt. Die Vorderseite ist nach einem Denar gestaltet, den M. Iunius Brutus 54 v. Chr. zur Erinnerung an die Vertreibung der Tarquinier durch seinen Vorfahren L. Iunius Brutus prägen ließ (Crawford 433/1). Die Rückseite hat einen Denar des Q. Pomponius Rufus zum Vorbild, geprägt 73 v. Chr. (Crawford 398/1). Diese Nachahmung römisch-republikanischer Münzen geschah nicht von ungefähr. So hat man lange angenommen, daß Koson als Verbündeter des Caesar-Mörders Brutus im Bürgerkrieg gegen Marc Anton und Octavian (Augustus) galt. Koson, der seinen Namenszug auf die Vorderseite unserer Münze prägen ließ, wurde lange als König der Thraker angesehen. Max von Bahrfeldt sprach von einem Dakerkönig Koson (in Berliner Münzblätter 1912). Koson wurde aber auch für die Scythen in Anspruch genommen. Die Verbindung zu den Dakern (dem heutigen Rumänien, genauer Siebenbürgen) hat O. Iliescu erarbeitet (in Quaderni Ticinesi 1990). Das auf einigen Stücken auf der Vorderseite zu findende Monogramm liest Iliescu unserer Meinung nach zutreffend als BA für ΒΑΣΙΛΕΥΣ (König), während andere es als BR für Brutus zu deuten versucht haben. Das Nominal mit einem Durchschnittsgewicht von 8,24 g. ist sicher kein römischer Aureus, sondern ein griechischer Goldstater. Die Münzstätte Olbia verbirgt sich wohl nicht in dem Monogramm, wie Head und andere glaubten, sondern sie ergibt sich aus dem Rs.-Typ, der nicht nur den Rufus-Denar zum Vorbild hat, sondern auch zu Olbia paßt.
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Informationen zu Los 1804 aus Auktion 54
| Nominal/Jahr | AV-Stater, 50/25 v. Chr., |
|---|---|
| Münzstätte | Olbia; |
| Gewicht | 8,58 g |
| Zitate | Bahrf. 66 a var.; RPC 1701 |