Erzherzog Sigismund, der Münzreiche, 1446-1496. 7 Dukaten o. J. (posthume Prägung um 1563), Hall.
Erzherzog Sigismund, der Münzreiche, 1446-1496. 7 Dukaten o. J. (posthume Prägung um 1563), Hall.
Schätzpreis : 80.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
GOLD. Von allergrößter Seltenheit. Mit eingeritzter Wertzahl "7" im Feld der Vorderseite, vorzügliches Exemplar mit feiner Goldpatina Exemplar der Slg. Arthur Graf Enzenberg, Auktion Gilhofer & Ranschburg/Adolph Hess AG, Wien 1936, Nr. 107.
Die Entstehungsgeschichte dieser Prachtmünze und des 7-Dukaten-Stücks auf die erste Vermählung Maximilians I. (Nr. 8038), die von Karl Moeser und Fritz Dworschak (Die große Münzreform unter Erzherzog Sigismund von Tirol, Wien 1936, S. 97-99) wiedergegeben wurde, ist münzgeschichtlich hochinteressant. Der Haller Bürger und Goldschmied Christof Loch (junior), Vetter des berühmten Stempelschneiders Ulrich Ursenthaler, arbeitet seit 1546 als Gehilfe seines Vaters Christof Loch (senior) als Stempelschneider für die Münzstätte Hall. Beide waren offiziell nur Gehilfen des an einer (bereits 1535 festgestellten) Augenkrankheit leidenden Ulrich Ursenthaler, der seit 1508 das Amt des Stempelschneiders und seit 1535 auch das Amt des Münzmeisters in Hall bekleidete. Im Jahr 1551 erhielt Christof Loch (junior) sogar eine förmliche "Expektanz" auf die Nachfolge seines Cousins als Stempelschneider der Haller Münze. Ulrich Ursenthaler bevorzugte jedoch seinen Sohn Ulrich Ursenthaler (den Jüngeren), der dann auch nach dem Amtsverzicht des Vaters im Jahr 1560 das Amt des Stempelschneiders übernahm, wobei Christof Loch (junior) weiterhin als Geselle vorgesehen war. Bei der Entscheidung gegen die Nachfolge Lochs als verantwortlichen Stempelschneider dürfte auch eine Rolle gespielt haben, daß er seit 1550 auf privater Basis zahlreiche schautalerartigen Sonderprägungen (Medaillen) hergestellt und damit den Unmut der Haller Münzbeamtem erregt hatte (siehe Moser/Tursky, S. 108).
Im Jahr 1563 besuchte Kaiser Ferdinand I. mit seinen beiden Söhnen, König Maximilian und Erzherzog Karl, die Münzstätte in Hall. Der Stempelschneidergeselle Christof Loch (junior) hat wahrscheinlich diese Gelegenheit genutzt, um seinen - angesichts der erwähnten "Expektanz" von 1551 nicht unbegründeten - Anspruch auf das Haller Stempelschneideramt zu untermauern. Dabei wandte er sich nicht an König Maximilian oder Kaiser Ferdinand I., der dem Gesellen zuvor ein Gnadengehalt verweigert hatte, sondern an den jungen, am Münzwesen interessierten Erzherzog Karl. Loch überreichte dem Erzherzog als Beleg für sein Können wohl vier eigens zu diesem Zweck hergestellte Stempel, jeweils mit Abschlägen in Gold, die nach dem Vorbild des Guldiners 1486 und eines Pfundners des Erzherzogs Sigismund sowie des halben Hochzeitsguldiners und eines Kreuzers des Kaisers Maximilian I. gestaltet waren. Alle vier Stempel gelangten mit Erzherzog Karl nach Graz, von wo sie 1765 in das Stempelarchiv des Wiener Münzamtes abgeliefert wurden, in dem sie sich noch heute befinden. Alle vier Stempel des Stempelschneidergesellen Christof Loch (junior) tragen am Schaft das Wappen des Salzburger Erzbischofs Leonhard von Keutschach (eine Rübe). Der Geselle hatte wahrscheinlich ungebrauchte Stempeleisen aus der Eisenkammer der Haller Münzstätte verwendet, die im Jahr 1521 von Gabriel Ursenthaler (Salzburger Stempelschneider sowie Bruder von Ulrich Ursenthaler und weiterer Cousin von Christof Loch, junior) von Salzburg nach Hall mitgebracht wurden, als Gabriel seinen Bruder eine Zeit lang als Geselle unterstützte.
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Informationen zu Los 8036 aus Auktion 221
| Nominal/Jahr | 7 Dukaten o. J. (posthume Prägung um 1563), |
|---|---|
| Münzstätte | Hall. |
| Seltenheit | Von allergrößter Seltenheit. |
| Zitate | Fb. 7 ("Very rare"); Slg. Montenuovo 402; Moeser/Dworschak, Erzherzog Sigismund, S. 97, Nr. 99 |