OSMANISCHES REICH (BIS 1923)
OSMANISCHES REICH (BIS 1923)
Schätzpreis : 30.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
RRRR I-II Prinz Axel von Dänemark hat die 1. Klasse des Osmanje-Ordens mit Brillanten am 8. Dezember 1908 von Sultan Abdülhamid II. (1842-1918) in Konstantinopel verliehen bekommen. Zusammen mit dem Marinekadetten-Jahrgang 1904 – 1908, dem er angehörte, nahm an der Winter-Kreuzfahrt des dänischen Kreuzers Hejmdal ins Mittelmeer vom 15. Oktober 1908 bis 23. Februar 1909 teil. In Konstantinopel erregte der Umstand, daß ein königlicher Prinz als einfacher Second-Lieutenant an Bord eines Kreuzers diente, größtes Aufsehen. Zwei Tage nach der Ankunft in Konstantinopel (am 6. Dezember) gewährte Abdülhamid II. dem 20 jährigen Prinzen (zusammen mit dem schwedischen Gesandten) eine Audienz, im Verlaufe derer er die Ordensinsignien persönlich vom Sultan überreicht bekam. Am folgenden Tag (9. Dezember) veranlaßte der Sultan die Verleihung von Orden an alle Offiziere des Kreuzers. Am gleichen Tag beehrten Prinz Abdürrahim Hayri Efendi (1894-1952), Sohn des Sultans, in Begleitung eines osmanischen Feldmarschalls den Kreuzer, wo sie mit allen Ehren und Parade empfangen wurden. Am 13. Dezember lief die Hejmdal wieder aus mit Kurs auf Piraeus. (Klaus H. Feder, Tønder, nach Lars Wismann, Farum, und Philip Jørgensen, Hørshom)
Historisches Objekt aus königlichem Besitz und interessantes Belegstück für die Geschichte der dänisch-türkischen Beziehungen. Mutmaßlich französische Anfertigung von erstklassiger Anfertigungsqualität, von nachweisbarer königlicher Provenienz und in exzellenter Erhaltung. Die beigefügte Wertbescheinigung des Juweliers Oeding-Erdel in Münster gibt für die Steine einen gegenwärtigen Wiederbeschaffungswert von zusammen ca. 17.542,00 € an.
Prinz Axel Christian Georg von Dänemark, und bis 1944 auch von Island (1888-1964), war der zweitälteste Sohn des späteren Admirals Prinz Waldemar von Dänemark (1858-1939) und dessen Gemahlin Marie, geb. Prinzessin von Orléans (1865-1909), und somit ein Enkel König Christians IX. von Dänemark (1818-1906), Neffe König Frederiks VIII. (1843-1912) und u. v. a. Vetter 1. Grades König Christians X. (1870-1947), König Haakons VII. von Norwegen (1872-1957), König Konstantins I. von Griechenland (1868-1923), König Georgs V. von Großbritannien (1865-1936), des russischen Kaisers Nikolaus II. (1868-1918) und von Ernst August von Hannover, Herzog von Braunschweig (1887-1953).
Er war bis 1923 Offizier in der Dänischen Marine, der die militärische Laufbahn beginnend vom Seekadett bis zum Kapitän durchlaufen hatte, und wurde 1939 zum Konteradmiral à la suite und 1958 zum Admiral à la suite befördert. Von 1934 bis 1953 war er Direktor der dänischen Ostasiatischen Kompanie und, selbst auch Pilot, für kurze Zeit auch Direktor der dänischen Fluggesellschaft SAS. Als begeisterter Sportler war er auch seit 1932 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Mit seiner Gemahlin Margaretha, geb. Prinzessin von Schweden (1899-1977) hatte er zwei Söhne, Prinz Georg (1920-1986) und Prinz Flemming, Graf von Rosenborg (1922-2002). (wikipedia-dk)
Inhaber zahlreicher hoher dänischer und ausländischer Auszeichnungen war er u. a. Ritter des Elephanten-Ordens (12.08.1906), des schwedischen Seraphim-Ordens (Nr. 633 - 23.03.1919), des japanischen Ordens der Aufgehenden Sonne mit Pawlownia-Blüten und des preußischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler (Nr. 1282 - 24.05.1913), Großkommandeur des Dannebrog-Ordens (1947), Dannebrogs-Mann (1906), Inhaber der Großkordons des belgischen Leopold-Ordens (22.06.1913), Großkreuz des griechischen Erlöser-Ordens, des finnischen Ordens der Weißen Rose, des französischen Ordens der Ehrenlegion (14.10.1946), des italienischen St. Mauritius und Lazarus-Ordens, des mecklenburg-schwerinischen Greifen-Ordens, des Zivilverdienstordens vom niederländischen Löwen, des norwegischen St. Olav-Ordens, des polnischen Orden Polonia Restituta, des preußischen Roten Adler-Ordens, des britischen Viktoria-Ordens (28.11.1925), des san-marinesischen Ordens vom hl. Marinus und Inhaber der 1. Klasse des thailändischen Maha Chakri-Ordens und des Ordens vom Weißen Elephanten. (Klaus H. Feder, Tønder, und Michael Autengruber, Konstanz)
Vgl. auch: Autengruber, Michael, und Feder, Klaus H. - Ein „ausgezeichneter“ Prinz –Axel von Dänemark (1888-1964). In: Militaria, 36. Jahrgang, Heft 6, November-Dezember 2013.
Der zunächst dreiklassige (1. bis 3. Klasse), über dem Medjidjie-Orden angesiedelte Zivil- und Militär-Verdienstorden wurde Ende 1861 [AH 1278] vom osmanischen Sultan Abdül-Aziz (1830-1876) gestiftet, die ausführlichen Statuten wurden im Journal de Constantinople vom 4. Januar 1862 publiziert (1. Modell). Er wurde benannt nach Sultan Osman I. Gazi (1258-1324/26), dem Begründer des Osmanischen Reiches. 1867 erfolgte eine Statutenänderung, der zufolge die Insignien eine neue Gestaltung erhielten und eine 4. Klasse (tragbar am Brustband mit aufgelegter Rosette) gestiftet wurde (2. Modell). Eine Stiftung der zuweilen im Handel vorkommenden 5. Klasse an einem Brustband ohne Rosette ist nie erfolgt. Seit 1915 konnten alle Klassen auch mit gekreuzten osmanischen Säbeln [kiliç] verliehen werden. Als besondere Auszeichnung wurde die 1. Klasse mit Steinen besetzt verliehen, wobei auch Sternkorpus des Bruststerns vollständig mit Brillanten und/oder Diamantrosen besetzt war. Nach Ausrufung der Republik wurde der Orden wie alle osmanischen Auszeichnungen 1922 aufgehoben.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Informationen zu Los 1085 aus Auktion 240
| Seltenheit | RRRR |
|---|