STADT Unter Schweden. Karl XII., 1697-1718. Not-Plattenmünze zu 8 Schilling 1715,
STADT Unter Schweden. Karl XII., 1697-1718. Not-Plattenmünze zu 8 Schilling 1715,
Schätzpreis : 2.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
Von größter Seltenheit. Sehr schön
Erworben vor 1896.
Während der Belagerung Wismars durch Dänen, Preußen und Hannoveraner stellte sich im Herbst 1715 akuter Geldmangel ein, insbesondere zur Bezahlung der schwedischen Garnison. Im September wurde sowohl die Gegenstempelung des umlaufenden Silbergeldes zur Erhöhung auf den doppelten Wert als auch die Prägung von Kupferdreiern angeordnet. Zur Geldschöpfung ließ der Vizegouverneur im Dezember 1715 aus unbrauchbaren Kanonen nach dem Vorbild schwedischer Plattenmünzen Notklippen gießen und sie den zahlungsverpflichteten Bürgern ausreichen. Nach der Übergabe der Festung an die Dänen wurde das gegengestempelte Geld im April 1716 wieder eingezogen (Michael Kunzel).
Der schwedische Numismatiker Torbjörn Sundquist teilte zu den hier zur Versteigerung gelangenden Kupferklippen freundlicherweise folgendes mit: Nur ein einziges Mal wurden in einer schwedischen Besitzung Plattenmünzen hergestellt. Das Metall wurde aus eroberten feindlichen Kanonen gewonnen. Dies war sehr umstritten, weil diese Kanonen als Kriegsbeute einen großen symbolischen Wert als Zeichen der militärischen Großmachtsstellung Schwedens innehatten. König Karl XII., der sich während der Entstehungszeit in Stralsund befand, hat vermutlich seine Einwilligung für eine Ausnahme seines ausdrücklichen Verbotes vom 24. Juni 1714 erteilt, Trophäenkanonen einzuschmelzen. Nach der offiziellen Münzverordnung vom 30. Dezember 1715 sollten sechs Nominale (8 und 4 Mark, 32, 16, 8 und 4 Schilling) nach dem lübischen Gewichtssystem gegossen werden. Die Gewichte der Kupferplatten betrugen 6; 3; 1,5; 0,75; 0,375 und 0,188 kg.
Alle Platten tragen die Jahreszahl 1715 mit einer Ziffer in jeder Ecke. Das Nominal ist in die Mitte in einen geriffelten Ring eingestempelt. In einem geteilten Oval befindet sich links das Wappen von Wismar und rechts die Buchstaben NW (=Necessitas Wismariensis). Einige wenige Exemplare der 4 Schilling-Stücke sind so klein, das der geriffelte Ring nicht mehr auf den kleinen Schrötling paßte. Eines der hier angebotenen Platten des Schlosses Ericsberg ist eine dieser selten angebotenen Varianten.
Insgesamt wurden 1260 Platten aus fast 1,9 Tonnen Bronze gegossen. Wie sich diese Anzahl auf die einzelnen Nominale verteilte, wissen wir nicht. Daß nur so wenige Platten hergestellt wurden, beruhte vermutlich auf Mangel an Kohle, die zum Schmelzen der Kanonen benötigt wurde. Von den 1260 Platten existieren heute vermutlich noch 60 Stück in öffentlichen und privaten Sammlungen. Von der 8 Mark-Platte gibt es nur ein einzig bekanntes Exemplar (Stockholm), und das 4 Mark-Stück ist nur in zwei Exemplaren bekannt (Stockholm und Uppsala). Der Numismatiker Carl Lundström verzeichnete in seinem Aufsatz "Wismars nödmyntplåtar från 1715" (Numismatiska Meddelanden XX, 1913) 43 Exemplare, darunter die drei hier angebotenen Stücke.
Informationen zu Los 5130 aus Auktion 156
| Nominal/Jahr | Not-Plattenmünze zu 8 Schilling 1715, |
|---|---|
| Seltenheit | Von größter Seltenheit. |
| Zitate | Ahlström 69 (R); Brause-Mansfeld Tf. 48, 3; Kunzel 329 |