Friedrich Wilhelm III. griff mit seinem Plan, ein Denkmal zu Ehren der in den Befreiungskriegen Gefallenen zu errichten, eine Idee auf, die in der Berliner Bürgerschaft entstanden war. Er betraute den Architekten Karl Friedrich Schinkel mit der Planung.
Bildunterschrift: Franz Krüger: König Friedrich Wilhelm III. zu Pferd, im Hintergrund das Kreuzbergdenkmal, Gemälde 1832.
Pläne für das Denkmal
Schinkel entwarf einen gewaltigen Dom der Freiheit, dessen gigantische Ausmaße die finanziellen Möglichkeiten des vom Krieg ausgebluteten Preußens sprengten. Das Großprojekt wurde also auf einen Turm von 19 Meter Höhe reduziert, den ein Eisernes Kreuz bekrönte. Das war symbolisch. Die preußische Bevölkerung hatte mit der Aktion „Gold gab ich für Eisen“ Eisen zu einem patriotischen Metall gemacht. Das Eiserne Kreuz war außerdem eine 1813 von Friedrich Wilhelm III. geschaffene militärische Auszeichnung.
Der neugotische Stil des Denkmals war von symbolischer Bedeutung und griff romantische Motive auf. Die Gotik wurde im Zeitalter der Romantik - historisch inkorrekt - als der deutsche Stil schlechthin empfunden.
Als Ort der Aufstellung wurde die höchste Stelle des damaligen Tempelhofer Bergs ausgewählt. Der Platz lag einsam, weit vor der Stadt und war durch seine Lage exponiert. Selbst vom Berliner Stadtschloss aus konnte man das Kreuz sehen.
Kosten und Finanzierung
Auftraggeber des Monuments war der preußische König. Wie hoch die Gesamtkosten waren, ist unbekannt. Allerdings schätzte die mit der Herstellung der Einzelteile betraute Königliche Eisengießerei bereits die Kosten des Gusses der einzelnen Denkmalteile und Figuren auf 20.646 Taler.
Bildunterschrift: Unbekannter Künstler: Das Volksdenkmal auf dem Kreuzberg, Berlin. Lithographie 1819.
Die Grundsteinlegung
Die prachtvolle Goldmedaille aus dem Besitz von Kaiser Wilhelm I. (Los 288) wurde anlässlich der Grundsteinlegung am 19. September 1818 geprägt. Die Zeremonie war ein politisches und diplomatisches Spektakel, an dem nicht nur die preußische Königsfamilie, sondern auch Kaiser Alexander I. teilnahm. In Anwesenheit von über 20.000 Soldaten und 50.000 Zivilisten nahm Alexander I. - begleitet von Salven aus 56 dafür eigens aufgestellten Geschützen - die drei symbolischen Hammerschläge auf den Grundstein vor. Es folgten die Hammerschläge durch den König, die Prinzen und andere Würdenträger. Am selben Tag erließ Friedrich Wilhelm III. eine Kabinettsorder, in der er dieses Denkmal dem Volk widmete. Er kündigte an, es im Verlauf eines Jahres vollendet zu haben.
Die Einweihung
Tatsächlich fand die Einweihung erst am 30. März 1821 statt. Der Tag war bewusst gewählt. Es handelte sich um den Jahrestag der Erstürmung des Montmartre während der Schlacht bei Paris im Jahr 1814. Dieser militärische Erfolg galt als Schlüsselgeschehen für den (ersten) Sturz von Napoleon. Anlässlich der Einweihung erhielt der bis dahin als „Tempelhofer Berg“ bekannte Hügel den Namen „Kreuzberg“, der sich später auf den ganzen Stadtbezirk übertragen sollte.
Das Maß in Sachen Höhe
Als das Berlin der Gründerzeit wuchs und Häuser das Denkmal zu verdecken drohten, erließ das Berliner Polizeipräsidium eine Verordnung, die die Errichtung von Gebäuden untersagte, die die Sicht versperrten. Dieses Verbot fiel am 14. Juni 1882, als das Preußische Oberverwaltungsgericht festhielt, dass es die Aufgabe der Baupolizei sei, Gefahren abzuwehren, nicht ästhetische Urteile zu fällen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Kaiser Wilhelm I. bereits veranlasst, das 18,83 Meter hohe und 200 Tonnen schwere Denkmal hydraulisch anzuheben, in dem er es auf ein 8 Meter hohes Podest stellen ließ.