Die Medaille zum 25jährigen Regierungsjubiläum bezeichnet Maximilian I. Joseph auf der Rückseite als Vater des Vaterlandes (pater patriae); auf dem Triumphbogen bekrönt mit dem bayerischen Löwen werden vier Daten genannt.
16. Februar 1799 – Herrschaftsübernahme
Am 16. Februar 1799 starb der bayerische Kurfürst Karl Theodor (1742/1777–1799) ohne Erben. Maximilian Joseph war als Herzog von Zweibrücken sein nächster Verwandter. Dennoch lohnte es sich, schnell zu handeln und dies war ihm möglich, da die Witwe Karl Theodors, Maria Leopoldine von Österreich-Este, ihn unverzüglich benachrichtigt hatte. So konnte er sein Erbe ohne Schwierigkeiten antreten und wurde als Maximilian IV. Joseph Kurfürst von Bayern. In seinen ersten Regierungsjahren steuerte er mit Hilfe seines Ministers Montgelas das Land durch Gewalt in die Moderne (Säkularisation, Steuerreform, Heeresreform und Wehrdienst).
Bildunterschrift: Moritz Kellerhoven: König Maximilian I. Joseph von Bayern, Gemälde 1806.
1. Januar 1806 – König von Bayern
In seiner Jugend war er bereits in der französischen Armee tätig, so dass er sich einem Bündnis mit Frankreich 1805 nicht verschloss. Dies brachte ihm zunächst auch mehrere Vorteile territorialer Art (Ansbach, Tirol, Vorarlberg) sowie die Standeserhöhung zum König von Bayern. Als König nahm er den Namen Maximilian I. Joseph an. Das Siegesblatt wandte sich im Russlandfeldzug, als von den 38.000 Bayern gerade einmal 2.297 Soldaten zurückkehrten. Als die Alliierten bayerisches Territorium bedrohten, schwenkte Max I. zehn Tage vor der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 in das Lager der Alliierten und verließ das Bündnis mit Österreich und Frankreich. So hatte er gerade noch rechtzeitig die Seiten gewechselt, um im Wiener Kongress für den Verlust von Tirol und Vorarlberg angemessen entschädigt zu werden.
26. Mai 1818 – Verfassung
Als erster der fünf Könige in Deutschland und als achter Staat des Deutschen Bundes gab Maximilian I. eine geschriebene Verfassung heraus. Sie ging auf die erste Verfassung von 1808 zurück, als das Königreich mit seinen neuen Gebieten eine Einheit bilden wollte. Damals konnte Bayern einer von Frankreich oktroyierten Konstitution zuvorkommen. 1818 war es nun eine drohende Bundesverfassung durch den österreichischen Kanzler Metternich, die das Werk beschleunigte. Die bayerische Verfassung beinhaltete einen fortschrittlichen Grundrechtekatalog und teilte die Ständeversammlung in zwei Kammern auf, deren Zustimmung für Gesetze fortan zwingend notwendig sein würde. Bayern wurde damit zur konstitutionellen Monarchie.
Bildunterschrift: Ingrid Glatt: Der Königsstein bei Freising, Fotografie 2007.
16. Februar 1824 – 25jähriges Herrschaftsjubiläum
Auch wenn er zu Anfang seiner Herrschaft mit seinen Reformen die Moderne in Bayern erzwungen hatte, galt der sich bürgernah gebende König, der meist zu Fuß und ohne viele Begleiter durch München ging und sich zwanglos mit seinen Untertanen unterhielt, zu seinem 25jährigen Herrschaftsjubiläum als „der gute Vater Max“, wie es die Rückseitenlegende der Medaille auf Latein ausdrückt. Etliche Denkmäler wurden ihm zu Ehren errichtet, so unter anderem der Königsstein in Freising, der an das Herrschaftsjubiläum und die Verfassung erinnert.