Fachartikel
Vermittlung Friedrich Wilhelms im Zweiten Englisch-Niederländischen Krieg
Die Vermittlung Friedrich Wilhelms im Zweiten Englisch-Niederländischen Krieg
Martin Ziegert

Die Vereinigten Niederlande und Großbritannien führten im 18. Jahrhundert mehrere Seekriege um die Vorherrschaft auf den Weltmeeren. Im Ersten Krieg (1652–1654) hatte England noch gewonnen und konnte so den Frieden diktieren. Daneben hatten Kaperfahrten dafür gesorgt, die Staatseinnahmen mehr als zu verdoppeln. Vor allem für den neuen englischen König Karl II. (1660–1685) war diese Beute von immenser Wichtigkeit, erlaubte ihm der zusätzlich Geldsegen jedoch, eine vom Parlament unabhängige Politik zu machen. Also bot sich eine Neuauflage des Seekrieges an. Ab 1663 wurden Kaperfahrten in die niederländischen Kolonien geschickt, bevor Ende 1664 auch holländische Schiffe im Ärmelkanal aufgebracht wurden. Aus Nieuw Amsterdam wurde damals New York. Die Niederländer entsandten eine Flotte, um die Kolonien wieder zurückzuerobern, denn der Überseehandel hatte enorm gelitten.

Zweiter Englisch-Niederländischer Krieg

England erklärte den Generalstaaten am 4. März 1665 offiziell den Krieg. Zunächst versuchten die Engländer die niederländische Küste zu blockieren, was jedoch aufgrund von Versorgungsproblemen nicht lange aufrechterhalten werden konnte. Die wichtigste Seeschlacht des Krieges fand am 13. Juni 1665 bei Lowestoft unweit der englischen Küste statt, bei der sich die Niederländer nach größeren Verlusten zurückziehen mussten. In der Bucht von Bergen wollten die Engländer nun eine niederländische Schatzflotte aufbringen, wurden jedoch am 12. August 1665 abgewehrt. Danach lief die Diplomatie auf Hochtouren: England suchte Bündnispartner auf dem Kontinent, um die Niederländer in einen Landkrieg zu zwingen.

Hendrik van Minderhout, The Battle of Lowestoft, 3 June 1665, Gemälde ca. 1665, Öl auf Holz, National Maritime Museum, London, gemeinfrei

Christoph Bernhard von Galen

Der Fürstbischof von Münster, Christoph Bernhard von Galen (1650–1678), konnte als Vermittler gewonnen werden, da die expandierenden Niederländer seit langem Einfluss auf sein Territorium zu gewinnen suchten. Zur Verteidigung des Bistums hatte er mehrere Zitadellen angelegt, so in Coesfeld, Münster und in Vechta. Aus der kaiserlichen Armee des Dreißigjährigen Krieges beschäftigte von Galen 1500 Soldaten, deren Anzahl er 1654 verdoppelte. Seine Vorliebe für Mörsergeschosse brachten ihm den Beinamen „Bommen Berend“ (Bomben-Bernd) ein. 1663 marschierte er mit seinen Truppen nach Ostfriesland, um Abfindungsgelder einzutreiben. Das Bündnisangebot mit Karl II. ging er gegen Subsidienzahlungen im September 1665 ein und machte sich gleich daran die von ihm beanspruchte Herrschaft Borkeloh zu erobern. Als Oberbefehlshaber wählte er Landgraf Georg Christian von Hessen-Homburg. Erste Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Twente, Achterhoek und Westerwold konnten gegen die schwachen niederländischen Landtruppen behauptet werden.

Wolfgang Heimbach, Porträt des Bernhard von Galen, Gemälde 1674, Öl auf Leinwand, Groninger Museum, gemeinfrei

Diplomatische Intervention der Niederländer

In den Wintermonaten 1665/66 sandten die Niederländer ihre Diplomaten aus. Der Bündnispartner Frankreich erklärte am 22. Januar 1666 Großbritannien den Krieg, Dänemark im Februar. Der Plan für den Feldzug im Jahr 1666 sah vor, dass die Franzosen den Bischof von Münster angreifen sollten. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620–1688), der beste Kontakte zu den Niederlanden hatte, bot an, Münster von seinen Besitzungen am Rhein aus zu bekämpfen.

Frieden von Kleve

Christoph Bernhard von Galen sollte vergeblich auf die englischen Subsidienzahlungen warten und wollte nun schnellstmöglich in Verhandlungen eintreten, bevor die Gegner das Territorium des Fürstbistums betraten. Am 18. April 1666 wurde der vom brandenburgischen Kurfürsten Friedrich Wilhelm vermittelte Friedensvertrag von Kleve geschlossen. Der Fürstbischof musste seine Truppen zurückziehen und seinen Anspruch auf Borkeloh aufgeben. Karl II. war nun ohne Verbündeten. Der Vorteil lag nun ganz auf der Seite der Brandenburg dankbaren Niederländer.

BRANDENBURG Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, 1640-1688. Silberne Hohlgußmedaille 1666,
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