Was haben preußische Goldmedaillen mit der Modernisierung Japans zu tun? Mehr als man zunächst vermuten würde.
In den 1860er und 1870er Jahren reisten gleich zwei japanische Diplomatenmissionen nach Europa, um die großen Mächte des Westens zu studieren. Beim ersten Besuch 1862 hinterließ Preußen kaum einen Eindruck – so sehr, dass der Autor Fukuzawa Yukichi in seinem späteren Reisebericht das Kapitel über Preußen schlicht wegließ, aus Zeitmangel, wie er schrieb.
Nur zehn Jahre später war alles anders. Als die Iwakura-Mission 1872 nach Berlin kam, fand sie eine vollständig verwandelte Nation vor: ein geeintes Deutsches Reich, das die europäische Großmacht Frankreich besiegt und sich in einem Jahrzehnt zur führenden Kraft des Kontinents aufgeschwungen hatte. Diesmal widmete der Chronist Kume Kunitake dem Land zehn ausführliche Kapitel – mehr als dem doppelt so lang bereisten Frankreich.
Was die japanischen Diplomaten sahen, prägte ihr Land nachhaltig: Die deutsche Verfassung floss in die japanische Verfassungsdiskussion ein, die Hochschulen galten als vorbildlich, und statt der französischen Armee orientierte sich das japanische Militär fortan am deutschen Heer. Bismarck persönlich gab der Delegation auf einem Festbankett mit auf den Weg, dass nur Stärke einem Land in der Weltpolitik Gehör verschaffe.
Diese faszinierende Geschichte lässt sich heute auch in Medaillen ablesen – Prägungen, die einst Kaiser Wilhelm I. selbst in seiner Sammlung hielt und die nun als „The Imperial Collection" bei Künker versteigert werden.
The Imperial Collection
Am 23. Juni 2026 versteigert Künker in Osnabrück eine der bedeutendsten numismatischen Sammlungen der jüngeren Geschichte: Medaillen und Münzen aus dem persönlichen Besitz der preußischen Könige und deutschen Kaiser aus dem Haus Hohenzollern – darunter Stücke, die einst Friedrich Wilhelm IV. und Kaiser Wilhelm I. selbst gehörten.