SALZBURG, ERZBISTUM Andreas Jakob von Dietrichstein, 1747-1753. Goldmedaille zu 100 Dukaten 1747,
SALZBURG, ERZBISTUM Andreas Jakob von Dietrichstein, 1747-1753. Goldmedaille zu 100 Dukaten 1747,
Schätzpreis : 100.000 €
Zuschlag
Meine Notizen
Beschreibung
GOLD. Von allergrößter Seltenheit. Einziges bekanntes Exemplar aus fürstlichem Privatbesitz. Prachtexemplar. Kl. Randpunze "20 @2Û@ A", vorzüglich-Stempelglanz Exemplar der Auktion Leu 92, Zürich 2004, Nr. 503 und der Auktion Leu 60, Zürich 1994, Nr. 981.
Stempelschneider dieses hervorragenden Goldmedaillons war Franz Matzenkopf, der von 1738 bis zu seinen Tod 1776 in Salzburg arbeitete und dessen Sohn Franz II. Matzenkopf und Enkel Franz Xaver Matzenkopf die Stempel der Salzburger Münzen und Medaillen bis zur Säkularisation schnitten. Für das vorliegende Unikum fertigte der begabte Medailleur die größten Stempel seiner Laufbahn an. Das 100-Dukatenstück diente dem Erzbischof Andreas Jakob von Dietrichstein als Geschenk an seine Familie.
Das massive Goldstück blieb erhalten und wurde 1994 und 2004 in der Schweiz versteigert. Es ist das einzige erhaltene Salzburger 100-Dukatenstück und die größte und schwerste Salzburger Goldprägung überhaupt.
Die Randpunzierung steht für ein Kapitel österreichischer Wirtschaftsgeschichte des frühen 19. Jahrhunderts. Nach V. von Miller zu Aichholz: "Oesterreichische Münzprägungen 1519-1938" (Wien 1948), und F. Chudoba / G. Horzetzky: "Die Feingehaltscontrole der Staaten Europas" (Wien o. J., nach 1900) erließ der österreichische Kaiser Franz I. (die Römisch-Deutsche Kaiserwürde hatte er am 6. August 1806 niedergelegt) am 10. August 1806 ein Dekret, alle in Privatbesitz befindlichen Gold- und Silberwaren zu erfassen und zu besteuern. Silber wurde per Lot mit 12 Konventionskreuzern besteuert. Für Gold kam eine Punzierungstaxe von 20 Konventionskreuzern per Dukatenschwere, ohne Prüfung des Feingehaltes, zum Ansatz. Das "20 Û A" steht bei unserem Stück für die Steuerehrlichkeit des damaligen Besitzers und die Bezahlung von zweitausend Konventionskreuzern, was fast siebzehn Konventionstalern entsprach.
Andreas Jakob wurde am 27. Mai 1689 als Sohn des Grafen Maximilian Andreas von Dietrichstein geboren. Er studierte ab 1707 in Salzburg und absolvierte dort eine klerikale Karriere, bis er am 10. September 1747 im Alter von 58 Jahren zum Erzbischof gewählt wurde. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger war Andreas Jakob im Volk sehr beliebt, obwohl auch er mit eiserner Sparsamkeit versuchte, die desolaten Staatsfinanzen in Ordnung zu bringen. Er verzichtete auf die kostspielige Errichtung neuer Bauwerke und sparte auch bei der Hofhaltung und in der Verwaltung. Trotz seines Pflichtbewußtseins und Arbeitseifers (bis oft spät in die Nacht hinein) war Andreas Jakob durchaus auch ein Freund von Festen, Maskenbällen und Theatervorführungen. Am 5. Januar 1753 starb der populäre Erzbischof an Diabetes.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Informationen zu Los 1153 aus Auktion 202
| Nominal/Jahr | Goldmedaille zu 100 Dukaten 1747, |
|---|---|
| Seltenheit | Von allergrößter Seltenheit. Einziges bekanntes Exemplar aus fürstlichem |
| Zitate | Probszt -; Zöttl 2827 (dieses Exemplar); B./R. 4106 (dieses Exemplar) |