PREUSSEN, KÖNIGREICH Wilhelm I., 1861-1888. Silbermedaille 1866 (gefertigt 1869),
PREUSSEN, KÖNIGREICH Wilhelm I., 1861-1888. Silbermedaille 1866 (gefertigt 1869),
Meine Notizen
Beschreibung
R Nur 100 Exemplare in Silber geprägt. Kl. Tintenschrift im Feld der Rückseite, fast Stempelglanz
Bestand Hohenzollernmuseum Schloss Monbijou, Berlin (HM 229, MKB 1754). Aus dem Nachlass Kaiser Wilhelms I.
Die anhaltende Rivalität zwischen Preußen und Österreich prägte das 19. Jahrhundert. Daran vermochte auch der 1864 gemeinsam errungene Sieg im Deutsch-Dänischen-Krieg nichts zu ändern. Vielmehr kam es im Frühjahr 1866 zu einer gravierenden Zuspitzung des preußisch-österreichischen Gegensatzes. Für Spannungen sorgten nicht nur die Rüstungsbemühungen beider Staaten, sondern auch die mit verschiedenen europäischen Staaten geschlossenen Geheimverträge. Zur Eskalation der Situation führte schließlich der Verwaltungskonflikt um Holstein und Schleswig, bei dem Preußen durch das österreichische Agieren zunehmend in die Defensiv gedrängt wurde und Gefahr lief, seinen Einfluss auf die nördlichen Gebiete endgültig zu verlieren.
Eine offizielle Kriegserklärung sprach keiner der beiden Staaten aus. Allerdings erhielten die Österreicher im Juni 1866 von Seiten Preußens Notifikationen, die deutlich machten, dass Preußen und Österreich sich nun im Kriegszustand befänden. Schon nach wenigen Wochen wurde der Krieg in der Schlacht von Königgrätz am 3. Juli 1866 zugunsten Preußens entschieden. Der preußische Ministerpräsident Graf Otto von Bismarck hatte sich nach der Schlacht zu einem schnellen Waffenstillstand mit Österreich entschieden: zum einen, um ein Eingreifen weiterer ausländischer Mächte in den Krieg zu verhindern und zum anderen, um den aktuellen Gegner als zukünftigen Bundesgenossen zu gewinnen. Mit dem Frieden von Prag vom 23. August 1866 fand der auch als ‚Deutscher Krieg‘ bezeichnete preußisch-österreichische Krieg ein Ende. Für Österreich nahm der Konflikt ein recht glimpfliches Ende: Es musste zwar der Auflösung des Deutschen Bundes und einer Neugestaltung Deutschlands ohne Österreich zustimmen sowie die vollständige Annexion Schleswig-Holsteins durch Preußen akzeptieren; es brauchte jedoch, abgesehen von Venetien, das an Italien fiel, keine Gebietsabtretungen hinzunehmen. Die österreichischen Verbündeten Hannover, Kurhessen, Nassau und Frankfurt wurden dagegen von Preußen annektiert. Dadurch erstreckte sich das preußische Staatsterritorium nun lückenlos von der Memel im Osten bis zum Rhein im Westen. Damit besaß Preußen schließlich die uneingeschränkte Vormachtstellung in Mitteleuropa und gründete den Norddeutschen Bund.
Informationen zu Los 188 aus Auktion 442
| Nominal/Jahr | Silbermedaille 1866 (gefertigt 1869), |
|---|---|
| Seltenheit | R Nur 100 Exemplare in Silber geprägt. |
| Zitate | Bennert 2; Marienb. 4417; Sommer K 54; Mues/Olding 671 |