Vor- und Nachberichte
Sommer-Auktionen 408-409: Vorbericht

Spezialsammlungen bei Künker im Juni: Skandinavien, Mainz und 19. Jahrhundert

Wenn es um die Vermarktung von Spezialsammlungen geht, ist Künker die erste Wahl. Das beweisen einmal mehr die Spezialsammlungen der Künker Sommer-Auktionen: Skandinavien, deutsche Münzen des 19. Jahrhunderts, Goldmünzen aus Mainz, Raritäten aus Wismar, Ausbeuteprägungen und Probeprägungen aus der Sammlung Coenen.

Vom 18. bis zum 21. Juni 2024 steht in Osnabrück alles im Zeichen der Numismatik. Wieder einmal haben Sammler aus aller Welt den Spezialisten von Künker ihre über Jahre zusammengetragenen Münzen anvertraut. So werden gleich mehrere Spezialsammlungen aufgelöst. Besonders umfangreich sind: eine Sammlung von skandinavischen Münzen, eine Sammlung von deutschen Münzen des 19. Jahrhunderts sowie eine Sammlung von Mainzer Goldmünzen. Dazu kommen eine umfangreiche Partie von Ausbeuteprägungen aus der Sammlung Preussag AG, eine kleine Spezialsammlung Wismar sowie ein breites Angebot an Probeprägungen aus der Sammlung Coenen. Unsere Auktionen sind immer auch ein gesellschaftliches Ereignis. Nehmen Sie sich die Zeit, vor Ort mitzubieten und sich in den Auktionspausen an der Unterhaltung mit Gleichgesinnten zu erfreuen! Gerne ist Ihnen unsere Kundenbetreuung behilflich, in Osnabrück ein Zimmer zu reservieren.

Skandinavische Münzen aus einer nordeuropäischen Privatsammlung

Seit vielen Jahren ist Künker auf Münzen des skandinavischen Raums spezialisiert. Zahlreiche bedeutende Sammlungen aus diesem Gebiet wurden bei Künker versteigert. Im Juni 2024 kann das Osnabrücker Auktionshaus einmal mehr eine bedeutende Sammlung von skandinavischen Münzen anbieten. Sie enthält große Serien von Münzen aus Dänemark und Schweden, aber auch eine umfangreiche Partie von Münzen Schleswig-Holsteins. Zeitlich reicht das Spektrum der dänischen Prägungen von Hans (1481-1513) bis zu Christian IX (1912-1914); für Schweden von Karl XI. (1660-1697) bis zu Karl XV. (1859-1872). Der Kenner entdeckt zahlreiche Raritäten. Dazu zählt zum Beispiel eine der ersten Goldmünzen Dänemarks und eine Serie von mehrfachen Speciedaler, geprägt auf Befehl von Christian IV. im Jahr 1624. Ihre lateinische Aufschrift erinnert daran, dass diese Münzen aus dem Silber der neu erschlossenen Mine von Kongsberg geprägt wurden. Sie lautet Benedictio Domini Divites Facit – frei übersetzt: Der Segen des Herrn schafft Reichtum ohne Anstrengung. Mindestens genauso bemerkenswert ist eine umfassende Partie von dänischen Goldmünzen. Diese Münzen erinnern an eine Zeit, als Dänemark sich anschickte, Kolonialmacht zu werden. Die meisten Stücke sind extrem selten. Der Guineadukat von 1658 wurde lediglich in einer Auflage von 100 Stück geprägt.

DÄNEMARK KÖNIGREICH Christian IV., 1588-1648. 4 Speciedaler 1624, Kopenhagen.
DÄNEMARK KÖNIGREICH Frederik III., 1648-1670. 2 Speciedaler 1655, Kopenhagen.
SCHLESWIG-HOLSTEIN KÖNIGLICH DÄNISCHER ANTEIL Christian IV., 1588-1648. Dicker doppelter Speciestaler 1641, Glückstadt.
DÄNEMARK KÖNIGREICH Frederik III., 1648-1670. 2 Dukaten 1658, Kopenhagen.
DÄNEMARK KÖNIGREICH Christian V., 1670-1699. 2 Dukaten o. J. (1699), Kopenhagen,
SCHWEDEN KÖNIGREICH Karl XIV. Johann, 1818-1844. 4 Dukaten 1838, Stockholm.
SCHLESWIG-HOLSTEIN KÖNIGLICH DÄNISCHER ANTEIL Friedrich III., 1648-1670. Dukat 1666, Glückstadt.
Münzen des 19. Jahrhunderts aus einer rheinischen Privatsammlung

Das 19. Jahrhundert ist die Epoche, in der Münzverträge und wirtschaftliche Macht systematisch genutzt wurden, um sich politische Vorteile zu sichern. Ohne die vielen Münz- und Zollverträge hätte es Preußen nach 1848 nie geschafft, Österreich so schnell aus dem Reichsverband zu drängen. So sind die fast 300 Lose aus der Sammlung eines rheinischen Privatsammlers von deutschen Münzen des 19. Jahrhunderts ein hochrangiges Zeugnis für diese wirtschaftsgeschichtlich zentrale Zeit. Darin enthalten sind die Münzen vieler Teilstaaten des Reichs – und zwar vor und nach 1871 – sowie die Prägungen Österreichs. Der Sammler achtete bei seiner Auswahl sorgfältig auf die Erhaltung, so dass diejenigen, die sich an der Perfektion der frühen maschinengeprägten Stücke erfreuen, eine reiche Auswahl finden.

KAISERREICH ÖSTERREICH Franz Josef I., 1848-1916. Doppelter Vereinstaler 1857 A, Wien,
BAYERN HERZOGTUM Ludwig II., 1864-1886. Doppelter Vereinstaler 1869.
REICHSSILBERMÜNZEN BADEN Friedrich I., 1852-1907. 5 Mark 1888,
REICHSSILBERMÜNZEN WÜRTTEMBERG Wilhelm II., 1891-1918. 3 Mark 1916.
Goldmünzen der Stadt Mainz

Sammeln Sie Goldmünzen der Stadt Mainz? Dann sollten Sie sich den 21. Juni 2024 unbedingt vormerken, wenn eine umfangreiche Spezialsammlung von 90 Losen mit Mainzer Gulden und Dukaten auf den Markt kommt. Von den frühen Prägungen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts nach florentinischem Vorbild bis hin zu den letzten Dukaten, die unter Friedrich Karl Joseph von Erthal vor dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 geprägt wurden, reicht das zeitliche Spektrum. Die wechselvolle Geschichte dieses bedeutenden Erzbistums, über das einige der einflussreichsten Politiker des Mittelalters und der frühen Neuzeit herrschten, spiegelt sich in den Münzen.

MAINZ ERZBISTUM Wolfgang von Dalberg, 1582-1601. Goldgulden 1593, Mainz.
MAINZ ERZBISTUM Lothar Franz von Schönborn, 1695-1729. 2 Dukaten o. J. (1696), Nürnberg,
Ausbeuteprägungen aus der Preussag Collection

Sammler von Bergwerksprägungen aufgepasst! In Auktion 408 sind rund 120 Lose verteilt, die eine hervorragende Provenienz vorzuweisen haben. Sie alle stammen aus der Sammlung der Preussag, die in den Jahren 2015 und 2016 gemeinsam von London Coin Galleries und Künker versteigert wurde. Der Bergwerks-Fan entdeckt interessante Motive von der Arbeit unter Tage auf Lösern, Münzen und Medaillen; nicht zu vergessen die vielen Stücke, auf denen zu lesen ist, woher das Silber für sie kam. Wer damals bei der Versteigerung der Preussag Collection nicht dabei sein konnte, bekommt so eine zweite Chance.

BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG BRAUNSCHWEIG-WOLFENBÜTTEL Heinrich Julius, 1589-1613. Löser zu 4 Reichstalern 1612, Zellerfeld.
BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG BRAUNSCHWEIG-LÜNEBURG-CELLE Christian Ludwig, 1648-1665. Löser zu 4 Reichstalern 1664, Clausthal.
SACHSEN Johann Georg III., 1680-1691. Vergoldete Bronzemedaille 1690,
FRANKREICH KÖNIGREICH 3. Republik, 1870-1940. Goldmedaille o. J. (um 1900),
Raritäten aus Wismar

Münzen der Stadt Wismar sind verhältnismäßig selten. Gut ausgeprägte und erhaltene Münzen der Stadt Wismar sind noch seltener. Mehr als 30 Lose mit Münzen aus Wismar ist für dieses Sammelgebiet eine umfangreiche Partie, vor allem wenn sich darin so außergewöhnlich gut ausgeprägte und sehr schön und besser erhaltene Stücke befinden. Eine vergleichbare Auswahl gibt es nur selten. Wer also Wismar sammelt, sollte zugreifen.

WISMAR STADT Reichstaler (32 Schilling) 1581,
WISMAR STADT Unter Schweden. Karl XI., 1660-1697. Reichstaler (32 Schilling) 1668 (Jahreszahl im Stempel aus 1666 geändert),
Proben aus der Sammlung Coenen

In Auktion 409 wird außerdem ein weiterer Teil der Sammlung Coenen aufgelöst. Diese umfangreiche Spezialsammlung von deutschen Proben und Verprägungen konzentriert sich auf Stücke nach 1871. Wer dieses Gebiet sammelt und dabei das Besondere sucht, der wird sich über das breite Angebot von Raritäten freuen. So enthält die Sammlung Coenen zum Beispiel eine nur in 33 Exemplaren geprägte, nie in die Massenprägung übernommene Variante des bundesdeutschen 2 Mark-Stücks von 1951. Man kann kaum glauben, dass dieses Los mit nur 300 Euro geschätzt ist. Man möge sich zum Vergleich vorstellen, was so ein Stück bringen würde, wenn es sich nicht um eine bundesdeutsche, sondern um eine amerikanische Umlaufmünze handeln würde! Noch sind die Preise für deutsche Proben im Verhältnis zu ihrer Seltenheit sehr niedrig. Es lohnt sich also, genau hinzusehen.

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND 2 DM 1951 G.
PROBEN VON REICHSSILBERMÜNZEN SACHSEN-MEININGEN Georg II., 1866-1914. 2 Mark 1915 D,
Raritäten von Weltrang

Schließen wir diesen Vorbericht mit den zahlreichen Raritäten von Weltrang, die in den beiden Künker Auktionen 408 und 409 angeboten werden. Ganz gleich, was Sie sammeln, Sie werden ein Highlight auch zu Ihrem Sammelgebiet finden. Beginnen wir mit einer kleinen Serie von chinesischen Dollars in besten Erhaltungen von großer Seltenheit. Hier wetteifern gleich drei Lose um die Aufmerksamkeit: Ein Dollar auf den Beginn der Hung Hsien-Periode von 1916, ein Dollar auf den Amtsantritt von Präsident Hsu Shih-Chang von 1921 und ein Dollar auf die Vereinigung der Republik von 1924. Sammeln Sie Belgien? Dann können Sie zwischen einem höchst seltenen vierfachen Souverain d’or des spanischen Königs Karl II. oder einem ebenso seltenen 100 Francs-Stück von 1853 wählen. Ob eine Goldmedaille mit dem Porträt des Oliver Cromwell oder ein Doppio Ducato des Alfonso I. d’Este: die Fülle an herausragenden numismatischen Raritäten erschlägt einen geradezu. Oder nehmen wir das Beispiel Siebenbürgen. Hier finden Sie einfache und mehrfache Dukaten von Sigismund Rakoczi bis Michael Apafi. Wir schließen dieses Kapitelchen mit den drei Top-Stücken der Auktion. Zwei davon kommen aus Frankreich: Mit 200.000 Euro ist ein achtfacher Louis d’or Ludwigs XIII. à la tête laurée von 1640 geschätzt. Mit 100.000 Euro kommt die Probe zu einem Ecu de Calonne Ludwigs XVI. von 1786 zum Ausruf. Dieses wahrscheinlich unike Stück lag einst in der Sammlung des König Faruk von Ägypten. Wer das 20 Kronen-Stück des letzten Kaisers von Österreich aus dem Jahr 1918 besitzen möchte, hat jetzt die Chance: Das wohl einzige sich im Handel befindliche Stück kommt im Rahmen unserer Sommer-Auktionen zur Versteigerung!

CHINA Republik. 1 Dollar o. J. (1916),
BELGIEN FLANDERN Karl II. von Spanien, 1665-1700. 4 Souverain d'or (1/2 Dukaton d'or) 1696, Brügge.
KÖNIGREICH BELGIEN Leopold I., 1830-1865. 100 Francs 1853, Brüssel,
FRANKREICH KÖNIGREICH Louis XIII, 1610-1643. Huit louis d'or à la tête laurée 1640 A, Paris.
FRANKREICH KÖNIGREICH Louis XVI, 1774-1793. Ecu de Calonne 1786 A, Paris.
GROSSBRITANNIEN / IRLAND ENGLAND Oliver Cromwell, 1653-1658. Goldmedaille 1658,
ITALIEN FERRARA Alfonso I. d' Este, 1505-1534. Doppio Ducato o. J.
UNGARN SIEBENBÜRGEN Achatius Barcsai, 1658-1660. 10 Dukaten 1659 CV, Klausenburg.
KAISERREICH ÖSTERREICH Karl I., 1916-1918. 20 Kronen 1918 KB, Kremnitz.
Raritäten aus Altdeutschland

Natürlich enthalten die Künker Kataloge 408 und 409 auch viele Raritäten aus Altdeutschland, die wir Ihnen zum Schluss vorstellen wollen:

HOHENZOLLERN ZOLLERN Jost Nikolaus II., 1538-1558. Taler 1544,
SACHSEN Christian II., Johann Georg I. und August, 1591-1611. Dicker vierfacher Reichstaler 1610, Dresden.
WALLENSTEIN Albrecht, 1623-1634, Herzog von Friedland. Reichstaler 1628, Jitschin.
WÜRTTEMBERG Johann Friedrich, 1608-1628. Reichstaler 1610, Stuttgart,
PREUSSEN Friedrich (III.) I., 1701-1713. Dukat 1706 BH, Minden.
HAMBURG STADT Portugalöser zu 10 Dukaten o. J. (1578-1582).
SACHSEN Friedrich August I., 1694-1733 (August der Starke). 5 Dukaten 1733, Dresden.
SACHSEN Friedrich August II., 1836-1854. Goldgußbarren o. J. (um 1850)
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