eLive Auction 93
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Lot 149
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Lot 149
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Lot 149
20 Jul 2026
11:00 am
GRIECHISCHE MÜNZEN
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BACTRIA
Eukratides I., 170-155 v. Chr. AR-attische Tetradrachme, Merv;
20 Jul 2026
11:00 am
GRIECHISCHE MÜNZEN
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BACTRIA
Eukratides I., 170-155 v. Chr. AR-attische Tetradrachme, Merv;
My notes
Description
Eukratides I., 170-155 v. Chr. Õ-attische Tetradrachme, Merv; 14,59 g Drapierte Büste r. mit Helm//Dioskuren reiten r. BN Bact. 6 O; Mitchiner, Indogreek 177 a; SNG ANS 467; Hoover 131.
Min. korrodiert, sehr schön
Exemplar der Auktion Peus Nachf. 410, Frankfurt am Main 2013, Nr. 197 und der Auktion Hirsch Nachf. 314, München 2015, Nr. 2597.
Nachdem sich Demetrios I. Indien zugewandt hatte, gab es nördlich des Hindukush entweder ein Machtvakuum oder die dortigen Griechen fühlten sich vernachlässigt, jedenfalls gab es 171 v. Chr. eine Rebellion mit Eukratides an der Spitze. Dieser konnte sich in Baktrien bis 168 völlig durchsetzen. Später griff er auch nach Indien aus und engte den Machtbereich Menanders ein. Er selbst wurde von einem Sohn, vermutlich Plato, grausam ermordet. Dazu zuletzt: Holt, F. L., Who killed Eukratides the Great?, in: S. B. Majumdar (Hg.), Transcending Boundaries: Premodern Cultural Transactions across Asia, Delhi 2024, S. 685-698.
Die Münzprägung des Eukratides I. zeichnet sich durch eine auffällige Ikonografie auf dem Avers aus: Auf all seinen Prägungen ab der Zeit des Indienfeldzugs ist der Herrscher mit einem böotischen Kavalleriehelm zu sehen, der an den Seiten mit Stierhörnern geschmückt ist. Damit bediente er sich, so Julian Wünsch (S. 117), derselben Repräsentation wie bereits Seleukos I. bei seinem Feldzug gegen den indischen Maurya-König Chandragupta und verglich seine eigene militärische Leistungsfähigkeit mit der des großen Seleukiden. Allerdings ist der dargestellte Helm zwar als böotisch bezeichnet, war aber in der Kavallerie des Alexanderheeres verbreitet und wurde laut Eric Janssen – ähnlich wie bei der Kausia diadematophoros auf den Münzvorderseiten des Antimachos – verwendet, um den damit dargestellten Herrscher in Verbindung mit Alexander dem Großen und dessen Sieghaftigkeit zu bringen, und zwar parallel in Baktrien und im Seleukidenreich. In diesem Fall wäre bei der vorliegenden Münze also kein Vergleich der militärischen Leistungsfähigkeit des Eukratides mit der des Seleukos, sondern mit jener Alexanders des Großen intendiert gewesen, siehe Janssen, S. 63 ff. Auch der zugehörige Revers verweist mit den Schlachtenbeihelfern Kastor und Pollux im Kontrast zu Zeus, Herakles und Poseidon auf den Münzen seiner Vorgänger deutlich auf die militärische Begründung seines Königtums. Janssen, E. Die Kausia. Symbolik und Funktion der makedonischen Kleidung, Dissertation Georg-August Universität zu Göttingen, Göttingen 2007. Wünsch, J., Die Feldzüge des Eukratides I. von Baktrien und der Kampf um seine Nachfolge, in: JNG 71 (2021), S. 117-146.
Min. korrodiert, sehr schön
Exemplar der Auktion Peus Nachf. 410, Frankfurt am Main 2013, Nr. 197 und der Auktion Hirsch Nachf. 314, München 2015, Nr. 2597.
Nachdem sich Demetrios I. Indien zugewandt hatte, gab es nördlich des Hindukush entweder ein Machtvakuum oder die dortigen Griechen fühlten sich vernachlässigt, jedenfalls gab es 171 v. Chr. eine Rebellion mit Eukratides an der Spitze. Dieser konnte sich in Baktrien bis 168 völlig durchsetzen. Später griff er auch nach Indien aus und engte den Machtbereich Menanders ein. Er selbst wurde von einem Sohn, vermutlich Plato, grausam ermordet. Dazu zuletzt: Holt, F. L., Who killed Eukratides the Great?, in: S. B. Majumdar (Hg.), Transcending Boundaries: Premodern Cultural Transactions across Asia, Delhi 2024, S. 685-698.
Die Münzprägung des Eukratides I. zeichnet sich durch eine auffällige Ikonografie auf dem Avers aus: Auf all seinen Prägungen ab der Zeit des Indienfeldzugs ist der Herrscher mit einem böotischen Kavalleriehelm zu sehen, der an den Seiten mit Stierhörnern geschmückt ist. Damit bediente er sich, so Julian Wünsch (S. 117), derselben Repräsentation wie bereits Seleukos I. bei seinem Feldzug gegen den indischen Maurya-König Chandragupta und verglich seine eigene militärische Leistungsfähigkeit mit der des großen Seleukiden. Allerdings ist der dargestellte Helm zwar als böotisch bezeichnet, war aber in der Kavallerie des Alexanderheeres verbreitet und wurde laut Eric Janssen – ähnlich wie bei der Kausia diadematophoros auf den Münzvorderseiten des Antimachos – verwendet, um den damit dargestellten Herrscher in Verbindung mit Alexander dem Großen und dessen Sieghaftigkeit zu bringen, und zwar parallel in Baktrien und im Seleukidenreich. In diesem Fall wäre bei der vorliegenden Münze also kein Vergleich der militärischen Leistungsfähigkeit des Eukratides mit der des Seleukos, sondern mit jener Alexanders des Großen intendiert gewesen, siehe Janssen, S. 63 ff. Auch der zugehörige Revers verweist mit den Schlachtenbeihelfern Kastor und Pollux im Kontrast zu Zeus, Herakles und Poseidon auf den Münzen seiner Vorgänger deutlich auf die militärische Begründung seines Königtums. Janssen, E. Die Kausia. Symbolik und Funktion der makedonischen Kleidung, Dissertation Georg-August Universität zu Göttingen, Göttingen 2007. Wünsch, J., Die Feldzüge des Eukratides I. von Baktrien und der Kampf um seine Nachfolge, in: JNG 71 (2021), S. 117-146.
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Information for lot 149 from eLive Auction 93
| Nominal/Year | AR-attische Tetradrachme, |
|---|---|
| Mint | Merv; |
| Weight | 14,59 g |
| Quotes | BN Bact. 6 O; Mitchiner, Indogreek 177 a; SNG ANS 467; Hoover 131 |