HERZOGTUM, SEIT 1623 KURFÜRSTENTUM, SEIT 1806 KÖNIGREICH Albert V., der Großmütige, 1550-1579. Silberne Prägemedaille o. J. (um 1576),
HERZOGTUM, SEIT 1623 KURFÜRSTENTUM, SEIT 1806 KÖNIGREICH Albert V., der Großmütige, 1550-1579. Silberne Prägemedaille o. J. (um 1576),
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Description
Prachtvolles Beispiel süddeutscher Renaissanceprägekunst. Winz. Kratzer, vorzügliches Exemplar Exemplar der Auktion Münzen und Medaillen AG Basel 74, Oktober 1988, Nr. 127 und Auktion Kricheldorf 7, Stuttgart 1959, Nr. 958.
Bei dem hier vorliegenden Exemplar handelt es sich eindeutig um eine Prägung auf einem vorgegossenen Schrötling. Georg Habich waren von dem Medaillon nur zwei Güsse bekannt, die Existenz eines geprägten Exemplares hielt er nicht für möglich. Das hier angebotene Schaustück ist vermutlich ein Unikat.
Herzog Albert V., der in Ingolstadt eine humanistisch-juristische Ausbildung erhalten hatte, war einer der herrausragenden Mäzene und Kunstsammler seiner Zeit. Bayerns Numismatiker verehren ihn als Gründer des ehemaligen königlichen Münzkabinetts in München, der heutigen Staatlichen Münzsammlung München. Durch sein Wirken auf kulturellem Gebiet vergrößerte er allerdings die von seinem Vater Wilhelm IV. übernommenen bayerischen Staatsschulden. Dies schwächte zunächst seine Position in der Auseinandersetzung mit den Landständen, die teilweise zur Augsburger Konfession neigten. Die Adelsopposition erreichte ihren Höhepunkt in der Ortenburger Adelsverschwörung von 1563/1564, von der die Zulassung des protestantischen Glaubens verlangt wurde. Nach dem Sieg über die Anführer ließ Albert V. Milde walten, was ihm seinen Beinamen "der Großmütige" einbrachte. Der Herzog wurde nun - mit Hilfe der bayerischen Jesuiten - zu einem der Hauptträger der Gegenreformation in Deutschland. Dabei half ihm auch sein Einfluß auf die habsburgischen Lande. Seine Gemahlin Anna, die er am 4. Juli 1546 geheiratet hatte, war die Tochter Kaiser Ferdinands I. und die Schwester Kaiser Maximilians II. Die enge Verbindung zu den Habsburgern wird durch das Goldene Vlies und den Wappenschild auf der Vorderseite dieses prächtigen Medaillons hervorgehoben, das möglicherweise anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des Herzogs geprägt worden ist.
Folgende bayerische Städte sind im Wappenschildkreis der Rückseite vertreten:
1. München, 2. Landshut, 3. Straubing, 4. Wasserburg, 5. Reichenhall, 6. Schongau, 7. Kelheim, 8. Weilheim, 9. Friedberg, 10. Aichach, 11. Ötting, 12. Pfaffenhofen, 13. Moosburg, 14. Osterhofen, 15. Neustadt a. D., 16. Schrobenhausen, 17. Furth, 18. Grafenau, 19. Stadtamhof, 20. Dietfurt, 21. Abensberg, 22. Wemding, 23. Landau, 24. Erding, 25. Dingolfing, 26. Schärding, 27. Traunstein, 28. Rain, 29. Vilshofen, 30. Deggendorf, 31. Braunau, 32. Burghausen, 33. Landsberg, 34. Ingolstadt.
Dieses Los unterliegt der Regelbesteuerung. / This lot cannot be sold under the margin scheme.
Information for lot 1477 from Auction 77
| Nominal/Year | Silberne Prägemedaille o. J. (um 1576), |
|---|---|
| Rarity | Prachtvolles Beispiel süddeutscher Renaissanceprägekunst. |
| Quotes | Habich 3185; Hauser 14; Witt. 405 |