HERRGOTT, M.
HERRGOTT, M.
Estimated price : €5,000
Hammer price
My notes
Description
Von diesem hochseltenen Werk gelangt hier zur Versteigerung nur Band II, komplett mit seinen beiden in einheitlicher Manier gebunden Teilen.
Marquard (getauft als Johann Jacob) Herrgott (*1694, Freiburg im Breisgau, † 1762 in Krozingen), Mönch, Priester und Bibliothekar des Klosters St. Blasien im Schwarzwald, wurde 1728 als ständiger Vertreter der Breisgauer (oder Vorderösterreichischen) Landstände an den Wiener Hof geschickt, wo er in dieser Funktion bis 1749 wirkte. Neben seinen diplomatischen Aufgaben widmete er sich in diesen Jahren der Erforschung der Geschichte des Habsburgischen Kaiserhauses. Sein 1737 veröffentlichtes dreibändiges Werk GENEALOGIA DIPLOMATICA AUGUSTAE GENTIS HABSBURGICAE fand die Zustimmung Kaiser Karls VI. und führte zu seiner Ernennung zum kaiserlichen Rat und Historiographen. Bald darauf machte er sich daran, unter dem Titel MONUMENTA AUGUSTAE DOMUS AUSTRIACAE ein noch umfassenderes Werk zur Historie des Hauses Habsburg zu erarbeiten, das in Einzelbänden die jeweiligen antiquarischen oder schriftlichen Quellengattungen vorstellt und behandelt. Band I dieser Arbeit, der sich siegel-, wappenkundlichen und weiteren Themen widmet, wurde 1750 in Wien verlegt, nachdem Herrgott bereits im Jahr zuvor aufgrund seiner diplomatischen Tätigkeit in Unstimmigkeit mit dem Kaiserhaus geraten war und demissioniert worden war. Trotz dieses Konflikts setzte er, nun vom St. Blasier Fürstabt zum Probst von Krozingen und zum Statthalter der Herrschaft Staufen und Krozingen ernannt, seine Arbeit am noch unvollendeten Gesamtwerk fort. Unter dem Subtitel NUMMOTHECA PRINCIUM AUSTRIAE verausgabte Herrgott den folgenden Band II seines Publikationsvorhabens, der ausschließlich Münzen und Medaillen zum Gegenstand hat und aus zwei Teilen besteht, die 1752 und 1753 in Freiburg im Breisgau veröffentlicht wurden. Der finale, freilich keine numismatischen Quellen enthaltende Band III des Gesamtwerks erschien erst 1770/1773 nach Herrgotts Tod in einer von Fürstabt Martin Gerbert ausgearbeiteten Fassung.
Somit stellt der hier zur Versteigerung gelangende äußerst seltene zweiteilige Band die für den Numismatiker relevante Arbeit des Gesamtwerks von Marquard Herrgott dar. Alfons Lhotsky (in: Festschrift des Kunsthistorischen Museums zur Feier des fünfzigjährigen Bestandes, 2. Teil: Die Geschichte der Sammlungen, Wien 1941-1945, S. 429) würdigt dieses Werk mit folgenden Worten: „Die bleibende Frucht dieser seiner Studien [im Kaiserlichen Münzkabinett, Anm. Verf.] war der Zweite Teil seiner Monumenta Augustae domus Austraicae: Nummotheca princium Austriae, Wien 1752 und Freiburg 1753. … So ist die Nummotheca Herrgotts eine sehr reichhaltige, ausgezeichnet kommentierte und mit sehr guten Abbildungen in Kupferstichen versehene österreichische Münzgeschichte geworden, auch heute noch unentbehrlich wie alles, was Herrgott ….geleistet hat“.
Information for lot 1050 from Auction 331
| Quotes | Lipsius S. 184; Dekesel H250 |
|---|